Saatzuchtstation „Hof Steimke“ entwickelt seit 25 Jahren Rasengräser, Futterpflanzen und Sommerraps

Zehn Jahre von Forschung bis Zulassung

Vieles wird in Handarbeit gemacht: Stationsleiter Dr. Ulf Feuerstein an einem Reibesieb, mit dem Samenkörner vom Gras getrennt werden.

Asendorf - (gru) · Von der Bundesstraße 6 aus weist nur ein kleiner Pfeil auf Höhe Steimker Weg zur Saatzuchtstation „Hof Steimke“ der Deutschen Saatveredelung-AG (DSV) in Asendorf. Doch seit 25 Jahren wird dort schon geforscht und gezüchtet. Vornehmlich Rasen, aber auch Futtergräser und Sommerraps wachsen auf einer Fläche von demnächst knapp 200 Hektar.

„Die DSV ist das zweitgrößte Züchtungsunternehmen in Deutschland mit 350 Mitarbeitern“, informiert Dr. Ulf Feuerstein, Stationsleiter in Asendorf. Dort sind 20 Kräfte als Züchter, Techniker, Feldarbeiter oder Landwirtschaftliche Assistenten (LTA) beschäftigt, die auf dem Hof auch ausgebildet werden. Im Sommer kommen Praktikanten und Saison-Aushilfskräfte dazu.

Schließlich gilt es, die Pflanzen auf den derzeit 170 Hektar – wovon 33 Eigentum sind – zu pflegen. Hinzu kommen fast 600 Quadratmeter Gewächshausfläche, in denen etwa Raps drei Generationen pro Jahr erlebt. Die Ölfrucht ist nur eines der „Standbeine“ der Asendorfer Züchter: „Wir wollen einen möglichst hohen Ertrag entwickeln“, erläutert der Stationsleiter. Speziell in Skandinavien und Osteuropa sei ein Markt für Sommerraps vorhanden, während hierzulande meistens Winterraps angebaut werde.

Eine weitere „Säule“ bildet die Züchtung von Futterpflanzen: Gräser und Leguminosen wie Weißklee werden in den Gewächshäusern ausgesät, nach dem Keimen pikiert und vereinzelt draußen in einen Quadratmeter großen Parzellen angepflanzt. So kann jede einzelne Pflanze später auf Krankheitsanfälligkeit, Wachstum in Dichte und Länge geprüft werden. „Nur die besten Sorten werden weiterverwendet“, so Feuerstein.

Während es bei den Futtergräsern auf schnelles Wachstum und damit großen Ertrag ankommt, sind bei Zierrasen, Sportrasen und „Straßenbegleitgrün“ – so der offizielle Name für alles, was an Straßenrändern wächst – andere Parameter gefragt. „Möglichst wenig mähen“ wollen Eigenheimbesitzer ebenso wie die Gemeinden. Schön dicht soll der Rasen aber auch sein, und auf dem Sportplatz soll das Grün die Stollen der Fußballspieler klaglos ertragen. Damit all das Wirklichkeit werden kann, wird in Asendorf geforscht und danach gezüchtet.

Zudem hat die DSV ein neues Gerät entwickelt, mit dem man „weltweit führend“ sei, erklärt Dr. Feuerstein: Ein „NIRS“ genanntes Spektrometer, das schon bei den Pflanzen auf dem Feld deren Qualität ermitteln kann. Früher wurden dazu erst Proben genommen, dann getrocknet und im Labor analysiert, was erst viel spätere Aufschlüsse ermöglichte.

„Wir leben davon, dass wir Lizenzen auf unsere Züchtungen bekommen“, sagt Dr. Feuerstein. Bis allerdings eine neue Grassorte beispielsweise vom Bundessortenamt anerkannt sei und auf den Markt komme, dauere es mindestens zehn Jahre und koste bis zu 500 000 Euro.

Auf dem „Hof Steimke“ ist man aber auch in anderer Richtung aktiv: „Wir wollen eine Alternative zum Mais für Biogasanlagen anbieten“, erklärt Feuerstein. Dazu zählen Zwischenfrüchte, aber auch Wickroggen (eine Mischung aus Roggen und Wicken) und Grünroggen. So könne die DSV dazu beitragen, dass nicht überall mehr nur Mais als Monokultur wachse.

Zu ihrem 25-jährigen Bestehen hat die DSV für Freitag, 10. September, 2000 Landwirte schrifltlich eingeladen. Zum „Tag der offenen Tür“ am 11. September ist ganz Asendorf und umzu eingeladen: Besucher können sich vor Ort informieren. Von 11 bis 17 Uhr erwartet die Gäste ein buntes Rahmenprogramm inklusive Verpflegung.

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