Verkehrsbilanz der Polizei: 16 Menschen sterben auf Straßen im Landkreis Diepholz

Zahl der Unfalltoten so niedrig wie nie

Die neue Unfallkarte präsentieren (v.r.) Wolfgang Rehling (Sachbearbeiter Verkehr), Yvonne Künnemann /Leiterin Einsatz und Bernd Kittelmann, Polizeichef im Landkreis. ·

Diepholz - Polizeidirektor Bernd Kittelmann weiß: „Diese Zahl ist mit unermesslichem menschlichen Leid verbunden.“ 16 Verkehrstote auf den Straßen in Landkreis Diepholz erleichtern ihn nur aus einem einzigen Grund: „Es ist die niedrigste Zahl, seit wir Statistik schreiben.“

Das betonte er gestern bei der Präsentation der Verkehrsstatistik 2011 in Diepholz – nicht ohne darauf hinzuweisen, dass die Polizei fast drei Mal so viele Verkehrsüberwachungen, vor allem Geschwindigkeitskontrollen, wie im Jahr zuvor geleistet hatte.

Diese Maßnahmen würden noch intensiviert, kündigte Yvonne Künnemann als Leiterin Einsatz an. Denn der Flächenlandkreis Diepholz, einer der größten in Niedersachsen, gehört zu den „roten“ im Land – zu den Lebensräumen mit mehr als 15 Verkehrstoten.

Unfall- und Opferzahlen zu senken, ist das Ziel der Verkehrsinitiative 2020, zu der Maßnahmen wie die „Werkstatt sichere Landstraße“, besondere Präventionsmodelle und die Lokalisation von Unfallschwerpunkten gehören.

Dem letztgenannten Punkt ist die Polizei mit dem Einsatz eines neuen Programms bereits einen entscheidenden Schritt näher gekommen. Das bewies gestern Wolfgang Rehling, Sachbearbeiter Verkehr, mit der neuen virtuellen Unfallkarte. Sie zeigt auf einen Blick nicht nur, auf welchen Straßen es Zusammenstöße gegeben hatte, sondern auch, wie schwer sie waren und wer mit welchen Folgen beteiligt war.

4 237 Unfälle hat die Polizei 2011 aufgenommen – 116 weniger als im Vorjahr. Ein Rückgang von 2,7 Prozent, der knapp unter dem Landeswert von 2,8 Prozent Minus liegt, aber deutlich schlechter ist als der Wert der Polizeidirektion Oldenburg (Minus 4,2 Prozent). 916 Menschen zogen sich leichte Verletzungen zu – 65 mehr als im Vorjahr. Das bedeutet ein Plus von 7,5 Prozent, das mehr als doppelt so hoch ist wie der Landesdurchschnitt von 3,5 Prozent. In der Polizeidirektion (PD) Oldenburg lag das Plus bei 2,4 Prozent.

196 Menschen verletzten sich schwer – 18 mehr als 2010. Das entspricht einem Plus von 10,7 Prozent, das knapp unter dem Niveau der PD liegt (10,9), aber über dem des Landes (9,2).

Klare Botschaft der Polizeidirektion Diepholz: Diese Steigerungen können auch ein Beleg für neue, schützende Fahrzeugtechnik sein, die Menschenleben retten kann. In jedem Fall war die Zahl der Todesopfer von 29 auf 16 gesunken – und damit fast um die Hälfte (44,8 Prozent).

Bleifuß-Fahrern legten die Beamten gezielt das Handwerk: In 1 360 Einsatzstunden überwachten sie den Verkehr an 20 Gefahrenstellen, schrieben 3 467 Anzeigen und Verwarnungen, erteilten 302 Fahrverbote und fertigten 491 Strafanzeigen wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Straßenverkehrsgefährdung und Nötigung im Straßenverkehr. · sdl

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