Kai Wingenfelder spricht über Freunde, Familie und die „Fury“-Legende

„Won‘t forget these days“ gehört zum Pflichtprogramm

Headliner auf dem Twistringer Ziegelei-Open-Air: das Duo „wingenfelder:Wingenfelder“. Kai Wingenfelder (links) sprach mit uns im Vorfeld über aktuelle Projekte und alte „Fury“-Zeiten.
+
Headliner auf dem Twistringer Ziegelei-Open-Air: das Duo „wingenfelder:Wingenfelder“. Kai Wingenfelder (links) sprach mit uns im Vorfeld über aktuelle Projekte und alte „Fury“-Zeiten.

Twistringen - Von Ulf KaackEr war der Kopf von „Fury in the Slaughterhouse“ und verkaufte mit dieser Formation mehr als vier Millionen Tonträger: Kai Wingenfelder. Das Ensemble löste sich 2008 auf, doch ihr Chef machte weiter. Zunächst solo, seit 2011 gemeinsam mit seinem Bruder Thorsten als Duo „wingenfelder:Wingenfelder“. Mit Bandunterstützung sind die beiden am Sonnabend Headliner beim Ziegelei-Open-Air. Vorab stand Kai Wingenfelder der Kreiszeitung Rede und Antwort.

Du bist Sänger, Instrumentalist und Komponist – gleichzeitig auch Labelchef, Filmemacher, Moderator und neuerdings Restaurantbetreiber. Welche Berufsbezeichnung führst Du offiziell?

Kai Wingenfelder: Musiker ist korrekt und angemessen. Was mich aber nicht daran hindert, auch auf anderen Feldern aktiv zu sein. Ich bin sehr Video-affin, liebe das Filmemachen. Darum habe ich nicht nein gesagt, als ich bei einem weltweit tätigen Unternehmen als Art-Director einsteigen konnte. Konkret produziere ich momentan einen Streifen für den NDR. Und was das Restaurant im alten Offizierskasino in Kappeln betrifft: Meine Frau Claude und ich hatten einfach Spaß und Interesse daran. Das Risiko ist überschaubar, also haben wir unseren gastronomischen Traum einfach verwirklicht.

Mit „Alone“ hast Du 2007 ein Soloalbum abgeliefert. Warum hast Du Dich danach entschieden, zusammen mit Deinem Bruder Thorsten als Duo weiter zu arbeiten?

Wingenfelder: Nach dem Ende von „Fury“ war erst mal zweieinhalb Jahre Pause, andere Projekte standen an. Das Soloalbum war sicher eine spannende Sache, doch ich bin ein Team-Mensch. Ganz alleine zu wirtschaften ist nicht meins. Mein Bruder Thorsten tickt da ähnlich und hatte ebenfalls Lust, gemeinsame Sache zu machen. Wir sind völlig unterschiedliche Menschen und funktionieren im Doppelpack umso besser. So entstanden „Besser zu zweit“ und „Off the record“ sowie die Livevariante mit vier grandiosen Musikern.

Bislang warst Du vor allem englischsprachig unterwegs, auf Deinem aktuellen Album „Besser zu zweit“ nun in Deiner Muttersprache. Aus welchem Grund?

Wingenfelder: Wir wollten uns einerseits von ausgetretenen Pfaden trennen, andererseits die „Fury“-Legende so belassen, wie sie war und ist. Im Deutschen kann man natürlich wesentlich besser die Inhalte rüberbringen. Die englische Sprache ist einfach schöner zu Singen. Und ich bin nun mal Sänger. „Off the record“ ist darum auch in weiten Teilen englisch getextet.

Dein Programm auf dem Twistringer Festival wird bilingual sein?

Wingenfelder: Korrekt. Große Teile des Programms werden in Deutsch intoniert. Aber wir werden auch einige „Fury“-Nummern auf der Setlist haben. „Radio Orchid“ in einer Version mit Klavier und Glockenspiel oder die akustische Variante von „Time to wonder“. Und ohne „Won‘t forget these days“ wird man uns auch in Twistringen wohl kaum von der Bühne lassen.

Du engagierst Dich stark im Bereich Nachwuchsförderung. Wie schwer haben es Newcomer heute?

Wingenfelder: Alle Künstler haben es in diesen Zeiten der „Geiz-ist-geil“-Mentalität schwer, ganz besonders die Newcomer. Das illegale Kopieren und Runterladen schwächt die ganze Branche immens. Und dass die Piraten-Partei den Raub an unserem Kulturgut auch noch legalisieren will, halte ich schlichtweg für falsch und verantwortungslos. Die Künstler verdienen Wertschätzung und eine gerechte Bezahlung für das, was sie für den Einzelnen und die Gesellschaft leisten.

Auf dem Ziegelei-Open-Air spielt auch Dein alter Weggefährte aus „Fury“-Zeiten, Christof Stein-Schneider, mit seinen „Wohnraumhelden“. Anlass für gemeinsame Aktivitäten auf der Bühne?

Wingenfelder: Wir werden sehen. Geplant ist nichts, aber spontan kann sich ja immer etwas ergeben. Lassen wir uns doch mal überraschen.

„Fury“ hätte in diesem Jahr 25. Geburtstag gehabt. Anlass für Aktivitäten?

Wingenfelder: Konkret ist nichts angedacht. Wir haben uns getrennt, sind dabei aber Freunde geblieben. Darum ist „Fury“ auch nicht tot. In diesem Jahr planen wir in Hannover eine Benefizaktion für 500 Obdachlose. Sehr gut denkbar, dass „Fury“ in diesem Zusammenhang auch live zu hören sein wird. Keinesfalls werden wir allerdings aus kommerziellen Gründen ein Live- oder Album-Projekt initiieren. Aber gerade für Benefizgeschichten oder Sachen mit Herz gibt es bei „Fury“ immer ein offenes Ohr.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Meistgelesene Artikel

Kfz-Meister Wüppenhorst: „Werden nie ohne den Verbrenner fahren“

Kfz-Meister Wüppenhorst: „Werden nie ohne den Verbrenner fahren“

Kfz-Meister Wüppenhorst: „Werden nie ohne den Verbrenner fahren“
Impfzentrum Sulingen: Nutzung gut, aber ausbaufähig

Impfzentrum Sulingen: Nutzung gut, aber ausbaufähig

Impfzentrum Sulingen: Nutzung gut, aber ausbaufähig
Diepholz: Kreuzung ist nun Kreisel

Diepholz: Kreuzung ist nun Kreisel

Diepholz: Kreuzung ist nun Kreisel
Millionenprojekt nimmt Formen an

Millionenprojekt nimmt Formen an

Millionenprojekt nimmt Formen an

Kommentare