„Zukunftswerkstatt“: „Die Schönheit der Schatzkammer Sulinger Moor – Möglichkeiten zur Renaturierung“

Wolf: „Müssen sehen, wo die Wellen hingehen“

+
Kai Backhaus (2.v.l.) mit Werner Focke, Christine Nordenholz und Waltraud Schmidt (alle „Zukunftswerkstatt“, v.l.).

Sulingen - Werner Focke, Sprecher der Sulinger „Zukunftswerkstatt“, frohlockte noch am Dienstagabend via „Facebook“ über 50 Gäste im Bürgerhaus.

Das Thema lockte primär Anlieger und Lobbyisten zum „Stammtisch“: „Die Schönheit der Schatzkammer Sulinger Moor – Möglichkeiten zur Erhaltung und Renaturierung“ war der Abend überschrieben. Mit Kai Backhaus vom BUND hatten Focke und Co. mit Unterstützung des Ortsverbandes Sulingen der „Grünen“ einen anerkannten Referenten verpflichtet. Was am Ende des Abends offen blieb, ist die Frage, wer bei einer möglichen Projektrealisierung konkret und tatsächlich die Organisationsfäden in die Hand nimmt.

Die Überlegungen der Wiedervernässung von Teilen des Sulinger Moores sind nicht neu. Laut BUND-Mitarbeiter Backhaus habe er bereits 2006 im Auftrag der Stadt im Sulinger Rathaus ein Gutachten zur Entwicklung des Moores vorgelegt. Ein Gutachten, das nach einer Erstberatung in den politischen Gremien in der Versenkung verschwunden war – und jetzt auf Initiative der Gruppe Sulingen des NABU Gegenstand einer Anhörung im Verwaltungsausschuss der Stadt wurde. „Es geht nur im Konsens. Wir möchten als Moderator fungieren und alle Beteiligten ins Boot holen, die Stadt, die Jägerschaft, die Flächeneigentümer“, hatte Konrad Wolf, stellvertretender Vorsitzender der Ortsgruppe des NABU, im Januar bei der Projektvorstellung formuliert (wir berichteten). Das BUND-Gutachten könne dabei als eine Art „Masterplan“ dienen.

Im NABU-Fokus liegt dabei der südliche Kernbereich des insgesamt rund 450 Hektar großen Moores südöstlich von Coldewey. Einig sind sich BUND und NABU, dass die Flächen im Planbereich für ihre Eigentümer so gut wie nutzlos sind. „Damit darf man praktisch nichts tun, außer Abgaben zu zahlen“, formulierten Backhaus und Wolf am Dienstag während der Info-Veranstaltung unisono. Der NABU Deutschland habe Mittel in Aussicht gestellt, einige Flächen im Moor seien dem Naturschutzbund bereits von Privatleuten gestiftet worden. Was fehle, sei der unbedingte Wille der Stadt: „Seit unserer Vorstellung im Verwaltungsausschuss haben wir noch nichts wieder gehört“, so Wolf.

Kai Backhaus mahnte am Dienstag mit Blick auf den Birkenbewuchs, ein mögliches Projekt nicht ganz auf die lange Bank zu schieben: „Man muss anfangen, damit man sich den Weg nicht verbaut.“ Der Referent bezeichnete das seit 2006 vorliegende Gutachten als „groben Abriss“, sprach von einer Bestandsaufnahme. „Im nächsten Schritt wäre dann die Erstellung eines wasserrechtlichen Gutachtens erforderlich.“

Die Kosten für die Umsetzung des Gesamtkonzeptes bezifferte Backhaus mit 100 000 Euro.

Konrad Wolf, nicht zuletzt mit Blick auf die Frage der Finanzierung des Projektes „Renaturierung Sulinger Moor“: „Wir müssen gucken, wie man mit kleinen Schritten viel erreichen kann. Der Stein ist ins Wasser gefallen. Jetzt müssen wir sehen, wo die Wellen hingehen.“ · oti

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Ausschreitungen und viele Festnahmen bei Protesten in Paris

Ausschreitungen und viele Festnahmen bei Protesten in Paris

Fotostrecke: Werder Bremen unterliegt RB Leipzig

Fotostrecke: Werder Bremen unterliegt RB Leipzig

Erntefest in Vorwohlde

Erntefest in Vorwohlde

Erntefest des Ernteclubs Stedorf

Erntefest des Ernteclubs Stedorf

Meistgelesene Artikel

BBQ Monster siegen bei Bremer Landesmeisterschaft: „Verdammt, wir haben den Rucola vergessen“

BBQ Monster siegen bei Bremer Landesmeisterschaft: „Verdammt, wir haben den Rucola vergessen“

„Fridays for Future“: Filmer begleiten Klima-Aktivisten für Dokudrama

„Fridays for Future“: Filmer begleiten Klima-Aktivisten für Dokudrama

Zwei Betriebe wollen erweitern

Zwei Betriebe wollen erweitern

Kommentare