Gesundheitsamt: Worauf Urlauber nach ihrer Rückkehr aus tropischen Gefilden achten sollten

WM-Mitbringsel Malaria und Co.

Wer sich rechtzeitig vor der Fernreise um die nötigen Impfungen gekümmert hat, erspart sich im Nachhinein oftmals viele Unannehmlichkeiten.Archiv-

LANDKREIS (kat) · Ist der Koffer erst wieder ausgepackt, bleiben meist schöne Erinnerungen an die Reise. Wer allerdings seinen Urlaub in Afrika, Asien oder tropischen Ländern verbracht hat, ist gut beraten, sich und seine Familie nach den „schönsten Wochen des Jahres“ im Auge zu behalten. Nur so lassen sich unerwünschte „Mitbringsel“ in Form von Krankheiten frühzeitig zu entdecken, weiß Dr. Ulrike Weiß, Leiterin des Gesundheitsamtes im Landkreis Diepholz.

So rechnen Dr. Ulrike Weiß und ihr Team derzeit mit dem vermehrten Auftreten von Masern und Malaria als späte Folgen der Fußball-Weltmeisterschaft, die Besucher aus aller Herren Länder nach Südafrika lockte. Diese Reisenden sind nun wieder in ihren Heimatorten – und haben möglicherweise die eine oder andere Erkrankung eingeschleppt.

Grundsätzlich gilt: „Jeder, der wiederkommt und Symptome hat, sollte lieber einmal mehr als einmal zu wenig zum Hausarzt gehen – und auf jeden Fall auf die Reise oder den Auslandsaufenthalt hinweisen“, betont die Medizinerin mit Nachdruck. Werde die Reise nicht erwähnt, sei es sehr schwer, eine präzise Diagnose zu erstellen, weiß Weiß. Auch die Art der Reise sowie andere Besonderheiten sollten erwähnt werden. „Das gilt auch für Sexualkontakte“, ergänzt die Ärztin. „Immerhin gefährdet man im Falle einer Infektion damit nicht nur sich selbst, sondern auch den Partner“, stellt sie klar. Es komme immer wieder vor, dass Reisende versuchen, ihr „Abenteuer“ zu verheimlichen und so eine präzise Diagnose unmöglich machen. Wie das niedersächsische Gesundheitsamt mitteilt, reisen jährlich rund 40 Millionen Menschen ins Ausland – Tendenz steigend. Durch Fernreisen und Rucksacktourismus in entlegene Gebiete nimmt den Behörden zufolge auch der Import exotischer Krankheiten hierzulande zu. Zu den häufigsten Erkrankungen gehören Malaria, Hepatitis, HIV/Aids, Influenza und virusbedingtes häorrhagisches Fieber wie Lassa oder Marburg. Besonders tückisch: Während sich beispielsweise die Anzeichen einer Malaria-Erkrankung in den meisten Fällen bereits binnen zehn Tagen zeigen, schätzen Experten die Inkubationszeit bei invasiven Amöben etwa auf mehr als 21 Tage.

Entscheidend ist, genau zu beobachten: Experten nennen Diarrhoe, Fieber und Hautveränderungen als erste Alarmzeichen. Die Betroffenen sollten so rasch wie möglich einen Arzt aufsuchen. Kinder und alte Menschen sind besonders gefährdet. Der Hausarzt muss dann unterscheiden, ob hinter dem Fieber ein grippaler Infekt, Malaria, bakterielle Infektionen oder sogar ein beginnendes häorrhagisches Fieber stecken.

Betroffene sollten neben dem Arztbesuch grundsätzlich „viel Flüssigkeit zu sich nehmen, auch etwas Salziges essen, um die verlorenen Mineralstoffe und den Flüssigkeitsverlust auszugleichen“, ergänzt Weiß. Bei Kindern und Älteren sollte auch darauf geachtet werden, ob ihr Kreislauf stabil ist.

Im Landkreis Diepholz sind solche Fälle bislang nicht gemeldet worden, bestätigt die Ärztin. „Derzeit dominieren viele Campylo-bacter-Infektionen, die sind vergleichbar mit Salmonellen“, sagt Weiß. Ursache hierfür sei wiederum der laxe Umgang mit der Hygiene beim Grillen.

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