Wetterdienstplakette für Willi Schlüter aus Wagenfeld für phänologische Beobachtungen

Wirken für das Allgemeinwohl

Joachim Horn überreichte Willi Schlüter die Wetterdienstplakette nebst Urkunde.

Wagenfeld - (hwb) · „Viele wissen immer noch nicht, was ich eigentlich wirklich mache“, schmunzelte gestern Morgen Willi Schlüter aus Wagenfeld. Doch der Deutsche Wetterdienst weiß die ehrenamtlichen Dienste des 74-Jährigen zu schätzen.

In Anerkennung einer über 25-jährigen Mitarbeit im Beobachtungsdienst des Deutschen Wetterdienstes hat der Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung dem Wagenfelder die Wetterdienstplakette verliehen. Die Auszeichnung nebst Urkunde, einem Buch und einem guten Tropfen Rotwein wurde dem Jubilar vom Leiter der Regionalen Messnetzgruppe Hamburg, Joachim Horn, überreicht, verbunden mit dem Dank des Präsidenten des Deutschen Wetterdienstes.

Willi Schlüter führt im Raum Wagenfeld bereits seit über 25 Jahren so genannte phänologische Beobachtungen durch. Das bedeutet, dass er besondere Stadien von Pflanzenentwicklungen beobachtet, anhand derer die fortschreitenden Jahreszeiten erkennbar werden. „Diese Beobachtungen sind insbesondere wichtig für die Landwirtschaft. Sie liefern ihr wichtige Informationen, zum Beispiel über den Pollenflug“, sagte Horn.

„Mich hat die Natur schon immer interessiert und fasziniert“, erzählte Willi Schlüter. Auf seinen ausgedehnten Spaziergängen sei er nahezu stets auf Lehrer Schmidt aus Wagenfeld gestoßen. Dieser habe seinerzeit für den Deutschen Wetterdienst die Beobachtungen durchgeführt. „Irgendwann hat er mich gefragt, ob ich das nicht für ihn übernehmen will. Der Mann war damals um die 80 Jahre alt“, erinnerte sich Schlüter.

Die Pflanzenarten, die er zu beoachten hat, werden ihm vorgegeben: landwirtschaftliche Nutzpflanzen, Ziergehölze, Obstbäume. Den Roggen zum Beispiel beobachtet er von der Aussaat bis zur Ernte. Sein „Revier“ umfasst eine festgelegte Tour von etwa sechs bis sieben Kilometer. Er ist täglich unterwegs. Über 180 Beobachtungsphasen hat er auf seinem Tableau. „Hinzu kommen die Sofortmelder, das sind noch mal so um die 80“, erläuterte Schlüter.

Auch im Zeitalter modernster Techniken mit Satellitensondierungen der Atmosphäre und computergestützten Vorhersageverfahren könne der Wetterdienst auf die Mitarbeit der vielen freiwillig und ehrenamtlich tätigen Helfer nicht verzichten, unterstrich Joachim Horn. Allein die ehrenamtlich Tätigen könnten das umfangreiche Beobachtungsmaterial liefern, das die Grundlage für die vielfältigen Aufgaben des Wetterdienstes bilde. „Es ist das große Verdienst von Herrn Schlüter, an dieser dem Allgemeinwohl dienenden Aufgabe mitgewirkt zu haben“, dankte Horn dem Jubilar.

Dieser selbst bedauert, dass sich immer weniger für solche Aufgaben interessieren. „Es wird schwierig, einen Nachfolger zu finden“, meinte der Ausgezeichnete.

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