Umjubeltes Konzert von Justus Frantz und der Philharmonie der Nationen in Ehrenburg

„Wir werden zusammenbleiben“

Kreiszeitung Syke

EHRENBURG (mks) n „Wie hat es Euch denn gefallen?“ Die Frage von Justus Frantz in die Runde der Fans war rein rhetorisch: Das Publikum lag dem Maestro zu Füßen, bat ihn und seine Philharmonie der Nationen mit lauten Bravo-Rufen und Ovationen schon nach dem ersten Teil um Zugabe.

Gleich zu Beginn des Abends hatte Justus Frantz Gerüchte aus dem Weg geräumt: „Sie sehen: Uns gibt es. Und wir werden zusammenbleiben“, hieß die unmissverständliche Botschaft des Impresario, der in der Vergangenheit nicht nur als genialer Dirigent und Pianist die Schlagzeilen gefüllt hatte. Am Sonnabend trat er bestens gelaunt vor das Publikum „auf der wunderbaren Domäne“: aus Respekt und Freude an der guten Tradition und den freundschaftlichen Beziehungen zu den Gastgebern Barbara und Burchard Upmeyer.

Auf den bedeutendsten Bühnen der Welt zu Hause und an fachkundiges Publikum gewöhnt, sucht das Orchester – 60 hochbegabte Musiker aus 25 Nationen – immer wieder unkonventionelle Wege, um neue Zuhörerkreise zu erschließen. Philharmonie und Publikum schätzen die Gutsscheune, die in punkto Akustik den Vergleich mit großen Konzerthäusern nicht scheuen muss, auch wegen ihrer besonderen Atmosphäre.

Frantz suchte den Kontakt zu seinen Zuhörern, gab als Einführung zu den Stücken „Wegweiser“, ließ das Orchester zum besseren Verständnis der Gesamtwerke vorab einige Passagen spielen. Felix Mendelssohns Ouvertüre zu Shakespeares „Sommernachtstraum“, ein frühes Meisterwerk des „Genies“, war eines von drei Konzertwerken, die die mit üppigem Birkengrün geschmückte Festscheune bis in den letzten Winkel mit Klang füllten.

„Unbeschreiblich herrlich“, nannte er das Klavierkonzert Nr. 5 von Ludwig van Beethoven, das er selbst am Flügel begleitete. Eine „Sternstunde“ nicht nur für Klassikfans: Frantz brillierte als Pianist, führte gleichzeitig das Orchester souverän durch das anspruchsvolle Konzert, vermittelte durch Gestik und Mimik eine genaue Tempogestaltung.

Die von Justus Frantz scherzhaft als „Beethovens 10. Sinfonie“ vorgestellte Sinfonie Nr. 1 von Johannes Brahms füllte den zweiten Teil des Konzerts. Ob vor 7 000 Zuhörern in Dubrovnik oder vor 600 in Ehrenburg: Die Philharmonie wirbt für die Musik, und man lässt gern zu, was einem „selten von so prominenter Seite so hautnah geboten wird“, wie es ein Zuhörer formulierte.

„Wir auf der Bühne haben den Eindruck, Sie wollen noch mehr“, forderte Frantz das Publikum nach einem dreieinhalbstündigen Konzert heraus, bevor er das Orchester vor einer zweiten Zugabe zu Konzentration mahnte. Als dritte Zugabe empfahl er das Folgekonzert am Sonntag mit „mindestens genauso schönem Programm.“

Das „Konzert unterm Scheunendach“ wird auch als Live-DVD zu haben sein. Das Film-Team von Dieter Bub (InMedia), das den Maestro und sein Orchester bereits an vielen Orten festhielt, war der Einladung von Familie Upmeyer gefolgt und hatte die Aufführung für die Ewigkeit festgehalten.

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