Stuhrer Nachtwanderer waren von April bis Dezember 35 Mal im Einsatz / Viele Gespräche mit Jugendlichen

„Wir werden mit Namen begrüßt“

Die Nachtwanderer Helmut Hecker (l.), Frank Mindermann (2.v.l.), Sigrid Rother (r.), Peter Strohmeyer (3.v.r.) und Frank Schröder (4.v.r.) mit Polizist Wilfried Heidemann und Hans Schüler vom Team Jugendarbeit.

Stuhr - STUHR (sb) · „Wir sind kein Sicherheitsdienst und wir ersetzen auch nicht die Polizei“, sagen die Stuhrer Nachtwanderer. Ihr Ziel ist es nach eigener Aussage, den Jugendlichen „auf Augenhöhe“ zu begegnen. Für das vergangene Jahr ziehen die Ehrenamtlichen eine positive Bilanz. Sie blicken auf 35 Einsätze zurück.

Die Saison der Nachtwanderer beginnt im April und endet im Dezember. Die Freiwilligen suchen abends und nachts Plätze auf, an denen sich Jugendliche treffen, und sind auch auf Großveranstaltungen präsent. Seit mittlerweile zwei Jahren sind die 20 Stuhrer im Alter von Anfang 20 bis Mitte 60 unterwegs. Drei Nachtwanderer befänden sich zurzeit noch in ihrer Ausbildung, sagt Hans Schüler vom Team Jugendarbeit im Rathaus, der die Einsätze der Ehrenamtlichen koordiniert. „Unser Ziel sind 30 Nachtwanderer.“

Zwar habe es im Laufe des Jahres auch mal die ein oder andere brenzlige Situation gegeben, „aber man muss keine Angst haben, eins auf die Nase zu bekommen“, sagt Helmut Hecker, der im laufenden Jahr insgesamt 26 Mal als Nachtwanderer auf Tour war. „Es waren in diesem Jahr durchweg gute Gespräche mit den Jugendlichen“, berichtet er. Es gehe in erster Linie ums Zuhören, denn oftmals hätten die Jugendlichen oder jungen Erwachsenen niemanden, der sie ernst nimmt, mit ihnen redet.

Aber auch Gespräche mit Erwachsenen seien geführt worden, etwa mit Anwohnern, die sich über ihrer Meinung nach zu laut feiernde junge Menschen beschwert hatten. „Manche Erwachsene reagieren einfach über“, sagt Hecker. In Wochenendseminaren werden angehende Nachtwanderer geschult, lernen Situationen einzuschätzen und das Zugehen auf die Jugendlichen. „Mittlerweile werden wir schon mit Namen begrüßt“, sagt der CDU-Landtagsabgeordnete Frank Mindermann, der ebenfalls regelmäßig als Nachtwanderer aktiv ist.

Bei vielen Gruppen, die anfangs augenscheinlich laut seien, merke man schnell, dass man durch Reden viel auffangen könne, so Mindermann und seine Kollegen.

Seit April verfügen die Ehrenamlichen über ein eigenes Büro über der Bibliothek am Neuen Weg, wo sie sich zur Lagebesprechung treffen und dann in Gruppen zu ihren Touren aufbrechen. Auf dem gleichen Flur sind auch die Streetworker untergebracht, mit denen die Nachtwanderer eng zusammenarbeiten und sich regelmäßig austauschen.

Auch mit der Polizei stehen sie permanent in Kontakt. „Wir werden von Jugendlichen schnell als Obrigkeit wahrgenommen und können anders als die Nachtwanderer nicht auf Augenhöhe mit ihnen sprechen“, sagt Wilfried Heidemann von der Polizei. Durch die Arbeit der Freiwilligen gebe es definitiv weniger Beschwerden von Anwohnern über zu laute Jugendliche, berichtet der Beamte. Aber die Ehrenamtlichen wüssten genau, wann ihr Job beendet sei und sie besser die Polizei einschalten. Auch wenn das laut Helmut Hecker nicht oft passiert. Und es gibt auch viele positive Rückmeldungen von Stuhrer Bürgern. „Sie fühlen sich durch uns sicherer“, hören die Nachtwanderer oft.

Wer Lust hat, sich ebenfalls zu engagieren, der kann sich an Hans Schüler im Rathaus unter der Telefonnummer 0421/56 95 242 wenden.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Sechs Monate Audible inkl. Gratis-Hörbücher für monatlich 4,95 Euro statt 9,95 Euro

Sechs Monate Audible inkl. Gratis-Hörbücher für monatlich 4,95 Euro statt 9,95 Euro

Das sind die Minister und Ministerinnen der Ampel-Koalition

Das sind die Minister und Ministerinnen der Ampel-Koalition

iPhone 13 jetzt schon sichern – zu diesen Hammer-Konditionen

iPhone 13 jetzt schon sichern – zu diesen Hammer-Konditionen

Angela Merkel: die wichtigsten Momente ihrer Karriere

Angela Merkel: die wichtigsten Momente ihrer Karriere

Meistgelesene Artikel

Schwerer Unfall bei Bassum: Drei Personen schwer verletzt

Schwerer Unfall bei Bassum: Drei Personen schwer verletzt

Schwerer Unfall bei Bassum: Drei Personen schwer verletzt
Wagen prallt gegen Laternenpfahl und Zaun an Hausecke in Sulingen

Wagen prallt gegen Laternenpfahl und Zaun an Hausecke in Sulingen

Wagen prallt gegen Laternenpfahl und Zaun an Hausecke in Sulingen
Blitzer im Landkreis Diepholz: Dies sind die aktuellen Standorte

Blitzer im Landkreis Diepholz: Dies sind die aktuellen Standorte

Blitzer im Landkreis Diepholz: Dies sind die aktuellen Standorte
CDU beantragt sofortiges Ende des verlängerten Modellversuchs

CDU beantragt sofortiges Ende des verlängerten Modellversuchs

CDU beantragt sofortiges Ende des verlängerten Modellversuchs

Kommentare