Gewerbegebiet in Kätingen im Bauausschuss / Anwohner protestieren

„Wir sind genug gebeutelt“

Auf dieser Ackerfläche möchte die Firma „GS agri“ eine landwirtschaftliche Verkaufsstelle bauen. Das Waldstück im Hintergrund könnte Gewerbegebiet werden. Zumindest möchte die Verwaltung die Möglichkeit prüfen lassen. ·

Bassum - Von Frauke AlbrechtNach dem Motto „Wehret den Anfängen“ protestieren die Anwohner aus Kätingen gegen ein Gewerbegebiet an der B 51 und somit gegen den Antrag der Firma „GS agri“, dort eine landwirtschaftliche Verkaufsstelle zu bauen. Ihre Sorgen äußerten die Anwohner am Donnerstagabend im Ausschuss für Bau, Planung, Landwirtschaft und Umwelt.

Der Antrag stößt auch bei einigen Politikern auf Skepsis, die Abstimmung endete mit drei Ja-Stimmen, drei Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen. Wie bereits berichtet, hat die Firma „GS agri“ einen Antrag auf Änderung des Flächennutzungsplans gestellt. Die Fläche liegt direkt an der B 51 und rechts von der Zufahrtstraße zur GAR (Gesellschaft für Abfall und Recycling). In diesem Zusammenhang möchte die Verwaltung prüfen, ob sich die derzeit als Sondergebiet „Pitch & Putt“ ausgewiesene Fläche links der Zufahrtstraße als Gewerbegebiet eignen würde.

„GS agri“ möchte auf einer rund zwei Hektar großen Fläche eine Lagerhalle für Sackwaren, eine Düngerhalle, einen Tank für Flüssigdünger, vier Getreidesilos, eine Tankstelle mit Autogas sowie eine öffentliche Fahrzeugwaage errichten.

Bauamtsleiter Michael Junge machte eingangs deutlich, dass noch nichts geplant sei, man ganz am Anfang der Überlegungen stünde und es derzeit nur darum ginge, ein Planverfahren in Gang zu setzen. „Dieses prüft die Verträglichkeit des Vorhabens“, so Junge. Der Ausgang sei völlig offen. Beteiligt würden alle Träger öffentlicher Belange, unter anderem das Straßenbauamt, die Untere Naturschutzbehörde, Wasserschutzbehörde, Polizei, um nur einige zu nennen – und, nicht zu vergessen, die Anwohner. Die Anlieger jedoch möchten es gar nicht soweit kommen lassen. Ihrer Meinung nach eigne sich das Gebiet überhaupt nicht für Gewerbebetriebe, vor allem, weil es sich um ein Landschaftsschutzgebiet mit Naherholungscharakter handelt.

Befürchtet werden zudem erhebliche Lärmbelästigung durch zusätzlichen Verkehr. Hinzu komme, dass die Straßenführung an der B 51 (Linksabbieger) für ein derartiges Fahrzeugaufkommen gar nicht ausgelegt ist. „Wir erleben doch jetzt täglich Rückstaus durch die Lastwagen, die zur GAR wollen“, meinte beispielsweise Kirsten Frage.

„Wir sind doch schon genug gebeutelt durch den Sandabbau und die GAR, die erhebliche Umweltprobleme mit sich bringt. Es stinkt und lärmt und jetzt soll da auch noch Gewerbe hin“, appellierte Uwe Hartmann an den Ausschuss, den Plan nicht umzusetzen.

Ein weiterer Anwohner kann nicht verstehen, warum es ihm nicht erlaubt wurde, eine normale Kleinkläranlage auf seinem Grundstück zu bauen. Er wurde dazu „verdonnert“, eine große Pflanzenkläranlage zu errichten, weil sein Grundstück zum Einzugsgebiet des Ristedter Wasserwerkes gehört. „Wie passt da plötzlich eine Firma für Düngemittel ins Bild?“ Auch die Ausschussmitglieder sehen dem Plan skeptisch entgegen. Walter Nüstedt, stellvertretender Fraktionsvorsitzender des Bürgerblocks sieht wenig Chancen, den Plan auf den Weg zu bringen. Auch würden die zu erwartenden Gewerbesteuereinnahmen einen solchen Eingriff nicht rechtfertigen. Er enthielt sich der Stimme, ebenso wie Horst Husmann. Ihr Parteikollege Hermuth Straßburg hingegen möchte zumindest die Möglichkeit prüfen lassen. Er stimmte dem Aufstellungsbeschluss zu, auch Hans-Georg Weidenhöfer (CDU) und Hagen Böhringer (CDU) möchten die Möglichkeiten prüfen lassen. Die SPD stimmte dagegen. Nun wird sich am 4. Mai der Verwaltungsausschuss des Themas annehmen. Die Sitzung ist nicht öffentlich.

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