Morgen vor zehn Jahren wurde Adelina ermordet in Leeste aufgefunden

„Wir lassen nicht locker“

Trauernde haben den Fundort des Mädchens im „Pastorenwäldchen“ mit Kerzen und Stofftieren geschmückt. ·
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Trauernde haben den Fundort des Mädchens im „Pastorenwäldchen“ mit Kerzen und Stofftieren geschmückt. ·

Weyhe - Von Philipp KösterLEESTE/BREMEN · „Cold Case – kein Opfer ist je vergessen“ heißt eine amerikanische Krimiserie, in der es um die Lösung unaufgeklärter Kriminalfälle geht. Ein solcher „kalter Fall“ könnte auch der Mord an Adelina aus Bremen im Sommer 2001 werden.

Morgen ist es genau zehn Jahre her, dass Adelina im „Pastorenwäldchen“ in der Leester Marsch von einer Pilzsammlerin tot aufgefunden wurde. Adelina war Ende Juni 2001 in der Nähe ihrer Wohnung in Kattenturm entführt und ermordet worden. Das Sexualverbrechen an dem damals zehnjährigen Mädchen ist bis heute nicht aufgeklärt.

Das zuständige Fachkommissariat wird die Akte wohl in Kürze schließen, sagt Polizeisprecher Dirk Siemering, damals Leiter der Ermittlungsgruppe. Dann ist es an der Staatsanwaltschaft zu entscheiden, ob ein anderes Team den Fall noch einmal von Grund auf anpackt, eben als „Cold Case“. „So weit sind wir aber noch nicht“, sagt Oberstaatsanwalt Uwe Picard. „Die Akte ist noch nicht im Archiv. Es gibt keinen Stillstand der Ermittlungen, sondern noch Spuren, denen wir nachgehen.“

Doch in jedem Fall haben die Polizei und Staatsanwaltschaft eine Botschaft für den Mörder: „Wir lassen nicht locker. Wir bleiben am Ball. Der Täter darf sich nicht zu sicher sein“, betont Siemering. Er schließt nicht aus, dass die Polizei über die Medien aktiv wird, zum Beispiel via Fernsehsendung „Aktenzeichen XY“. Der Kriminalist baut aber auch auf „Kommissar Zufall“: Vielleicht änderten sich die Lebensumstände des Täters und die ehemalige Lebensgefährtin offenbare sich der Polizei, weil ihr „Ex“ beim Thema Adelina stets in Schweiß ausgebrochen sei, entwirft Siemering ein gänzlich fiktives Beispiel.

Fieberhaft suchte in der Folgezeit des Verbrechens eine zeitweilig 40 Polizisten starke Sonderkommission nach dem Täter und verfolgte Spuren. So fahndete sie zunächst nach einem sogenannten Fetisch-Transvestiten, der im Leester Wäldchen Frauenkleidung vergraben hatte.

Im Jahr 2005 geriet auch der Mörder von Levke und Felix, der Bremerhavener Marc Hoffmann, ins Visier der Ermittler, doch konnte ihm das Verbrechen nicht nachgewiesen werden. Auch einen jungen Mann, der 2003 in Kattenturm, ebenfalls an der Theodor-Billroth-Straße, eine Neunjährige in sein Auto gezerrt, es aber nach zwei Stunden wieder freigelassen hatte, mussten die Beamten aus Mangel an Beweisen wieder freilassen.

Rätsel geben der Polizei auch mysteriöse Funde von Tierknochen in den Bäumen des Pastorenwäldchens auf. Außerdem hat jemand über Jahre Äste zu tor- und tipi-ähnlichen Gebilden aufgestellt. Und vor einem solchen Ast-Gerüst hatte der Mörder mutmaßlich auch einen Sack mit dem Körper des toten Mädchens abgelegt.

Von Zeit zu Zeit sucht die Bremer Polizei auch heute noch das Wäldchen auf. Ob sie sich zudem frühere Verdächtige erneut vorknöpft – dazu wollte sich Uwe Picard nicht öffentlich äußern. Der unlängst verhaftete Jungenmörder und ehemalige Bremer Martin N. scheidet laut Polizeisprecher Dirk Siemering aber als Täter aus.

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