Gemeinde prüft mehr als 1000 Zuschriften

„Wir lassen uns nicht bedrohen“

Weyhe - Von Anke Seidel16 Tage nach der letzten Mahnwache für Daniel S. beschäftigen sich die Gemeinde Weyhe und ihre Gremien noch immer intensiv mit den Folgen der grausamen Tat. Am Kirchweyher Bahnhof war der 25-Jährige, der einen Streit schlichten wollte, zu Tode getreten worden.

Die Folge: Ungezügelter Hass, fast ausschließlich aus dem rechten Lager. Mehr als 1 000 E-Mails und Zuschriften waren allein bei der Gemeinde Weyhe eingegangen. Sie kamen aus der gesamten Bundesrepublik. „Alles braune Suppe“, war gestern von Dr. Andreas Bovenschulte, allgemeiner Stellvertreter des Weyher Bürgermeisters, zu erfahren. Jeden einzelnen Beitrag prüft der Justiziar der Gemeinde Weyhe zurzeit auf strafrechtliche Relevanz.

Unabhängig davon waren in den Tagen nach Daniels Tod täglich Dutzende von Hass-Anrufen im Rathaus Weyhe eingegangen – an einem Tag sogar 200. Es seien fast ausschließlich rechte Hass-Tiraden gewesen, so hieß es.

„Wir lassen uns nicht beschimpfen und bedrohen“, kündigte Bovenschulte rechtliche Schritte gegen die Kommentatoren an, die so schnell wie möglich erfolgen sollen. Er stellt klar: „Wir wollen eine sichere und tolerante Gemeinde sein“.

Genau deshalb will die Gemeinde das Thema Jugendgewalt sorgfältig aufarbeiten. „Das ist vor allem Aufgabe des Präventionsrates“, so Bovenschulte. Welche Ursachen hat Gewalt unter Jugendlichen? Was muss dringend verbessert werden? Konkrete Antworten und Handlungsmaßnahmen sollen erarbeitet werden – in Zusammenarbeit zwischen Gemeinde, Präventionsrat, Polizei und Bürgern. Die Entwicklung von Jugendgewalt und ihre Erscheinungsformen soll Professor Christian Pfeiffer, Experte der Kriminalprävention, erläutern. Wann er in Weyhe referiert, steht noch nicht genau fest.

Am Donnerstag sendet das Nordwestradio von 15.05 Uhr bis 16 Uhr live aus dem Ratssaal der Gemeinde. In einer öffentlichen Gesprächsrunde geht es um das Thema Hetze und Vorurteile.

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