BASF-Tochter lädt für Sonntag zum Tag der offenen Tür mit Grillfest ein

Wintershall will Gas unter Lahauser Siedlung fördern

Das Erdgasfeld Barrien mit der geplanten Bohrung. · Grafik: ps
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Das Erdgasfeld Barrien mit der geplanten Bohrung. · Grafik: ps

Leeste - Von Sigi SchrittWintershall, größter deutscher Produzent von Erdöl und Erdgas, fördert im Betrieb Barrien seit 1965 in einer Tiefe von 2200 bis 2600 Metern Gas aus dem Bundsandstein. Die Gesamtfördermenge umfasst bisher 12,5 Milliarden Kubikmetern Erdgas. Aus gegenwärtig acht Bohrungen – auch auf Weyher Gebiet – holt das Unternehmen der BASF täglich 170 000 Kubikmeter Erdgas an die Oberfläche. Jetzt soll in Leeste am Standort „Zur großen Riede 29“ eine weitere Bohrstelle dazukommen. Ab Oktober beginnen die Arbeiten dazu. Sie sollen zwei Monate später beendet sein.

Experten der BASF-Tochter wollen am Leester Standort am Sonntag von 11 bis 16 Uhr bei einem Grillfest für Fragen zur Verfügung stehen. Mit der neuen Bohrung will das Unternehmen zusätzliche Gasreserven im mittleren Buntsandstein erschließen. Die ideale Stelle für den Anstich des Gesteins, in dem sich die Gasbläschen befinden, liegt eigentlich – laut einem Experten – in einem Wohngebiet. Laut Karte wäre dieser Anschlagpunkt in Lahausen zwischen den Straßen Am Wasserturm, Am grünen Kamp und Siedlungsweg. Deshalb will die Gesellschaft mit der „Barrien 15 T“-Bohrung zunächst gerade in die Tiefe gehen, dann später Richtung Bahnhof „abknicken“. Die Horizonte sind die Ober- und Unterbank des sogenannten Detfurth-Sandsteins sowie die sogenannte Avicula- und Hardegsen-Sandsteine.

Das Feld Barrien, das an einer anderen Stelle angestochen wird, zählt nach Auskunft eines Wintershall-Ingenieurs im nationalen Vergleich zu den größeren Feldern.

Bei der Realisierung des Projektes kommt – laut Wintershall – „eine der leisesten Bohranlagen Europas“ zum Einsatz. Sie sei extra dafür konzipiert, in bewohnten Gebieten zu arbeiten. Sie zeichne sich durch einen schnellen Auf- und Abbau aus. Insgesamt 50 Lastwagen bringen die benötigte Ausrüstung in die Wesergemeinde. Allerdings seien keine Schwertransporte vorgesehen, versichert das Unternehmen. 65 Tage lang will Wintershall seine Bohrer in die Tiefe treiben.

Die Geräusch-Emission in 100 Metern Entfernung soll bei 55 Dezibel liegen – die Wohnbebauung fängt erst bei 300 Metern an. Ein angeregtes Gespräch habe 70 Dezibel, sagte ein Wintershall-Ingenieur bei der Vorstellung des Projektes im Weyher Rathaus (wir berichteten). Außerdem sorge der Gasförderer für Schallschutz. Der Förderbeginn ist für Januar geplant. Nach den Berechnungen des Unternehmens könnte die Gasförderung bis zum Jahr 2030 fortgesetzt werden.

Aus einer Tiefe von 2 350 Metern sollen aus dem neuen Bohrloch bis zu 8 000 Kubikmeter Erdgas pro Stunde fließen. „Damit können 24 000 Einfamilienhäuser mit Gas versorgt werden“, sagte der Wintershall-Mitarbeiter. Der Betrieb Barrien in Weyhe arbeite bis heute an 17 000 Tagen unfallfrei, heißt es weiter.

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