Ein Streifzug mit Förster Heinz-Dieter Tegtmeier durch sein Revier / Spurensuche im Schnee / Viele Tiere sind unterwegs

Wildschweine haben die Ruhe weg

Kreiszeitung Syke

Syke - Von Florian NeuhaussSYKE (neu) · Deutliche Spuren sind im festen Schnee zu sehen. „Das ist ein Hase gewesen“, weiß Heinz-Dieter Tegtmeier (50). Dann zeigt der Revierförster auch noch Spuren von Rehen, Wildschweinen und einem Fuchs. „Das man die Tiere nicht sieht, heißt nicht, dass sie nicht trotzdem im Wald unterwegs sind.“

Einige von ihnen halten zwar derzeit Winterschlaf beziehungsweise -ruhe. Wie zum Beispiel Fledermäuse oder der Igel. „Klassische Insektenfresser finden im Winter einfach keine Nahrung“, erklärt der Förster. Viele Vogelarten hat es außerdem längst in den wärmeren Süden gezogen.

Doch andere Tiere durchleben gerade eine harte Zeit. Die Rehe fahren ihren Stoffwechsel extra herunter, weil die Nahrung, die sie in diesen Monaten finden können, nicht viel Energie liefert. Hauptsächlich Knospen und Blattreste stünden derzeit auf dem Speiseplan, berichtet Tegtmeier. „Das ist natürlich kein Zuckerschlecken, aber sie sind das gewohnt.“ Von Zufütterung hält er deshalb gar nichts.

Immer wieder ist im Wald der Schnee zur Seite geschoben worden. „Da haben Rehe versucht, noch an Gräser zu kommen“, sagt der Experte. Gleiches haben auch die Wildschweine in unmittelbarer Nähe probiert. Die Spuren sind aber ungleich deutlicher: Überall liegt Laub auf dem Schnee, der Boden ist großflächig freigelegt.

Die Wildschweine haben sich in den vergangenen Jahren stark vermehrt. „Weil sie sich an den Menschen gewöhnt haben, gibt es schlicht mehr Platz für sie“, erzählt Tegtmeier. Außerdem finden sie aufgrund des großflächigen Anbaus von Mais immer mehr Nahrung. „Längst lassen sich die Tiere auch nicht mehr vom Menschen stören, wenn der auf 30 oder 40 Meter herankommt.“ Erst wenn die Wanderer die normalen Wege verlassen, würden sich die Wildschweine bedroht fühlen und flüchten.

Durch sie entstünden mitunter große Schäden an der Ernte. Aber auch die Gefahr der Ausbreitung von Krankheiten (zum Beispiel der Schweinepest), die dann auf Nutztiere überspringen könnten, sei nicht von der Hand zu weisen. Fälle habe es in Syke aber schon länger nicht mehr gegeben.

Anders ist es bei den Rehen. Die sowieso von Natur aus scheuen Tiere, brauchen im Winter besonders viel Ruhe. Müssen sie flüchten, wird Energie verbraucht, die sie eigentlich dringend zur Futtersuche bräuchten. – Just in dem Moment brechen zwei Rehe aus dem Unterholz und springen über den Weg. – Deshalb sei es wichtig, dass die Rehe abseits der Hauptwege Gebiete hätten, in denen sie die Menschen nicht stören, sagt Tegtmeier.

Da haben es die Dachse besser. Sie lassen sich im Winter kaum aus ihrer Ruhe bringen. In der sogenannten Dachsburg, einem Hügel in der Westermark, befinden sich viele Dachsbauten, die bis zu vier Meter tief sind. Im Erdreich befindet sich ein Tunnelsystem, dass mehrere Eingänge miteinander verbindet. „Dort am Baueingang sind Eiskristalle zu sehen und der Schnee ist weggetaut. Da ist auf jeden Fall ein Dachs drin“, erkennt der Förster mit geschultem Auge. Die aufsteigende Körperwärme und Atemluft hinterlässt deutliche Spuren.

Tegtmeier veranstaltet auch in den Wintermonaten mit Schul- oder Kindergartenkindern ab und an Führungen durch den Wald. „Das gehört mit zu meinen Aufgaben.“ Dafür hält er sich in Sachen Jagd im Winter zurück.

Plötzlich ist ein lautes Klopfen zu hören. Und da ahnt auch der Laie – es handelt sich um einen Specht. Doch auch hier weiß der Experte mehr: „Das ist ein Buntspecht.“

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