Nach dem Tod von Daniel S.

Bürgermeister beschimpft und bedroht

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Am Tatort, der Bushaltestelle am Kirchweyher Bahnhof , drängen sich 1 500 Menschen zur Trauerkundgebung.

Weyhe - E-Mails, Briefe, Faxe: Die Gemeinde Weyhe war nach dem tragischen Tod von Daniel S. mit extremen Kommentaren und Stellungnahmen überflutet worden. Das bestätigte gestern Bürgermeister Frank Lemmermann – und genauso, dass er mehrfach massiv bedroht worden war.

Deshalb wertet Gemeinde-Justiziar Dr. Matthias Lindhorst jetzt alle Beiträge sorgfältig aus. „Wir prüfen, was strafrechtlich relevant ist“, begründet der Bürgermeister diesen Schritt. Die Gemeinde behält sich vor, Anzeige bei der Polizei zu erstatten.

Wie bereits berichtet, war im Internet sogar zur Lynch-Justiz gegen den mutmaßlichen Mörder von Daniel S. aufgerufen worden.

Ein aufmerksamer Leser verwies gestern auf einen Grundsatz-Kommentar von Bundespräsident Joachim Gauck: „Beim Blick ins Internet schauen wir in einen Spiegel, in dem wir all das Wissen kluger Zeitgenossen finden, aber leider eben auch, geschützt durch Anonymität, menschliche Abgründe.“

Daniel S. hatte auf dem Rückweg von einer Wildeshauser Diskothek in Kirchweyhe einen Streit schlichten wollen und war dabei zu Tode getreten worden. Sein mutmaßlicher Mörder, ein Weyher mit türkischen Wurzeln, sitzt in Untersuchungshaft und schweigt zu den Vorwürfen.

Daniel starb nach einem Tritt in den Rücken. Das habe die Obduktion ergeben, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft gestern.

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Wann die Staatsanwaltschaft Anklage erhebe, stehe noch nicht fest. Die Ermittler prüfen derzeit, ob weitere Personen an dem Angriff beteiligt gewesen seien, sagte der Behördensprecher.

Die Gemeinde Weyhe hat mittlerweile ein Spendenkonto für die Familie eingerichtet: Konto 116 000 4477 bei der Kreissparkasse Syke, BLZ 291 517 00, Verwendungszweck „Daniel S.“

sdl/dpa

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