Leester Künstler Stefan Vogt meißelt Muschelmotiv in Oberkirchner Sandstein

Zwei Stelen für 15 Kilometer langen Weyher Jakobsweg-Abschnitt

Bildhauer Stefan Vogt präsentiert der Gästeführerin Erika Christmann und dem Wirtschaftsförderer Dieter Helms (rechts) eine der beiden neuen Stelen. - Foto: Husmann

Weyhe - Von Angelika Kratz. Einer der vielen europäischen Jakobswege führt unter anderem von Bremen über den Deich gen Süden – also auch durch Weyhe. Die Idee, den Pilgern auf diesem eher kurzen Abschnitt von 15 Kilometern Länge einen „schönen Weg“ zu wünschen und gleichzeitig die touristische Attraktivität der Gemeinde zu steigern, hat vielfältige kreative Vorschläge auf den Tisch gebracht.

Nun sollen bald zwei Stelen den Wanderern zeigen, dass sie auf dem richtigen Weg sind. Einen Entwurf dazu hatte der Künstler Stefan Vogt der kürzlich Gästeführung vorgestellt. Sein Werk ziert das Symbol einer Jakobsmuschel. Was der 72-jährige ehemalige Versicherungskaufmann mit Hammer und Meißel in den Oberkirchner Sandstein haute, „haute“ die Fachjury mit Erika Christmann und Wirtschaftsförderer Dieter Helms vor Begeisterung fast um.

Passend umgesetzt habe er die Idee von einer Begrüßungs- und Verabschiedungsstele, lobten sie. Wo sie genau stehen werden, kann er noch nicht sagen. Schließlich müsste die Verankerung mit den Experten vom Bauhof bei einer Begehung besprochen werden – sowohl am Deich und als auch am Ortsausgang von Lahausen nach Syke.

Allerdings könnten sie in die Nähe der Bänke gerückt werden, die Vereine gestiftetet haben. Erika Christmann und Dieter Helms ergänzten, dass die Stempel mit dem Motiv der Felicianuskirche (älteste Gebäude der Gemeinde) bereit stünden. In einem Kasten sollen auch Broschüren mit Informationen zu Übernachtungsmöglichkeiten liegen.

An einer besonders ausgewiesenen Trinkwasser- und Proviantstation werde gearbeitet, hieß es. Wie kam es zu der Idee? Ausschlaggebend war ein im vergangenen Juli vom SPD-Fraktionsvorsitzenden Frank Seidel eingebrachter Antrag „zur Optimierung der Nutzungsqualität der überregionalen Radwander- und Wanderwege“.

Den Stein ins Rollen brachte indes Barbara Lindenberg, Gästeführerin und Fachfrau für alle Fragen rund um den Jakobsweg. Sie holte den Bildhauer aus Leeste ins Boot. Teamleiterin Erika Christmann glaubt, dass er den Geschmack der Wanderer treffen wird. Denn Christmann hat in den vergangenen zehn Jahren auf ihren Touren einige Gespräche mit Pilgern auf dem Weyher Teil der „baltisch-westfälischen Route“ geführt. Aufkleber auf Laternen alleine seien nicht ausreichend.

Die Broschüre, die das Wandern und Pilgern innerhalb der Gremeindegrenzen thematisiert, ist druckfrisch. Sie soll laut Christmann die Schönheiten der heimischen Landschaft herausarbeiten: Das Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela im spanischen Galicien liegt sehr weit weg, aber viele Kleinode lassen die meist aufmerksamen Wanderer mit ihren Gästeführerinnen ebenso zur inneren Zufriedenheit führen. Somit heißt es am Sonnabend, 17. September, um 14 Uhr bei einer Gästeführung zum Thema „Mit Muschel, Hut und Stab – wie Jakobspilger gehen“.

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