Zwei Leester Kunstleistungskurse stellen ihre Werke aus drei Semestern aus

Mehr als 100 Bilder für den oberen Rathausflur

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Die Lehrerinnen Lena Carstens und Karin Reske (r.) bringen erste Exponate ins Rathaus.

Weyhe - Von Sigi Schritt. „GegenwART“ lautet der Titel der Ausstellung, die zwei Kunstleistungskurse der KGS Leeste am Mittwoch, 10. Februar, im Obergeschoss des Rathauses um 19 Uhr eröffnen.

Unter Anleitung ihrer Lehrerinnen Lena Carstens und Karin Reske haben insgesamt 27 angehende Abiturienten mehr als 100 Exponate für die Schau zusammengestellt, die sie in den vergangenen drei Halbjahren angefertigt hatten. „Jeder Schüler darf maximal vier Werke präsentieren“, kündigte Reske an. Die Schüler haben selbst eine Auswahl getroffen“, sagt die KGS-Lehrerin. Sie will mit den Nachwuchskünstlern am kommenden Montag und Dienstag sowohl Acrylbilder als auch gerahmte Fotos und Plakate an die Wände im oberen Rathausflur hängen. Die Arbeiten spiegeln die Vorgaben des niedersächsischen Zentralabiturs wider, so Reske.

Eine Aufgabe beispielsweise war das Thema „Plakate im Spannungsfeld zwischen Kunstwerk und Massenmedium“. Dazu zählten auch die von ihren Schülern entwickelten Werbeplakate, die jetzt die Gemeinde für diese Ausstellung verwendet, berichtet die Pädagogin.

Eine Auswahl

der besten Werke

Das sei auch eine Art von Gebrauchskunst, die einen konkreten Anlass in den Fokus nehme.

Reske habe ihren Schützlingen freie Wahl gelassen, wie sie die Motive gestalten. „Ein Mädchen hatte ein Praktikum in einer Werbeagentur absolviert und ihr Plakat am Computer erstellt. Das geht auch.“ Aber Aquarell- und Acrylfarben waren möglich.

„Licht und Atmosphäre“ sei ein weiteres Thema gewesen. Die Schüler hätten sich ab dem Mittelalter Bilder vorgenommen, bei denen der Goldrand eine Rolle spielt, weil sich das Licht darin spiegelt. Allerdings stießen die Leester Schüler auf dem Weg in die Gegenwart nur bis zu den Werken von Vincent van Gogh vor. Die Aktionen der Bremer Lichtkünstler von „Urbanscreen“, die weltweit ihre Projektion an Fassaden anbringen, hätten sie aber nicht regulär im Unterricht behandeln dürfen. Das sehe das Zentralabi eben nicht vor, erklärt Reske.

Außerdem geht es in der Rathausschau um Sichtweisen im Umfeld von „Mensch und Stadt“. Dazu informierten sich die Zwölftklässler über verschiedene Stilrichtungen im Laufe der Jahrhunderte und analysierten, wie historische Ereignisse wie Kriegshandlungen Einflüsse auf die Bilder genommen haben. Die Kunst folge dem Wandel des Menschenbildes, erklärt Reske.

Wie sich ein Mensch auf unterschiedliche Art und Weise darstellen kann, zeigen die experimentellen Fotos, die die Gäste ebenfalls betrachten können.

Zuschauer werden allerdings diesmal dreidimensionale Werke vermissen, glaubt Reske. Auch das habe das Zentralabitur nicht vorgesehen, kritisiert sie. Sie könne nicht verstehen, weshalb das Ministerium in Hannover dieses aus ihrer Sicht so wichtige Themenfeld diesmal nicht berücksichtigt hat. Das sei in den vergangenen Jahren ganz anders gewesen: Es sei nämlich stets eine Auflage gewesen, Arbeiten zur Architektur und zum Design anzufertigen. Karin Reske glaubt, die Beschäftigung mit Formen und Design im Unterricht habe zwei Schülerinnen den letzten Kick gegeben, um das Fach Architektur zu studieren.

Bürgermeister Andreas Bovenschulte freut sich auf die Ausstellung. „Sie belebt das Rathaus und macht es auch für die Öffentlichkeit interessanter.“

Der Musikleistungskurs der KGS unter Leitung von Maike Diedrichs umrahmt die Veranstaltung musikalisch.

Gäste sind willkommen. Die Ausstellung ist bis Mittwoch, 24. Februar, zu sehen.

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