Eisenbahn-Bundesamt startet Bürgerbefragung

Zuviel Lärm auf der Schiene?

Die Schiene – ein wichtiger Transportweg im Landkreis Diepholz für alle nur denkbaren Güter. Am 23. März 2016 waren es Panzer, hier auf dem Bahnhof in Bassum. - Archivfoto: Seidel

Landkreis Diepholz - Von Anke Seidel. Viel Lärm um nichts – oder eine echte Belastung? Die Bahnstrecke Bremen-Osnabrück ist das Rückgrat der Schienenverkehrs-Infrastruktur im Landkreis Diepholz. Pro Jahr rollen zwischen 65 884 und 52 221 Züge über diese Achse. Wie viel Lärm sie verursachen, das hat das Eisenbahn-Bundesamt wissenschaftlich längst dokumentiert. Aber wie empfinden die Bürger entlang dieser Strecke die Situation? Antworten auf diese Frage soll die aktuelle, bundesweite Lärm-Aktionsplanung geben. Stellungnahmen der Bürger sind ausdrücklich erwünscht.

Wer in unmittelbarer Nähe zur Schiene wohnt, für den gehört der schrille, nachhallende Ton bei der Durchfahrt des Intercity zum Alltag. Güterzüge lassen nicht selten die Wände beben. Andererseits ist die Nähe zum Bahnhof ein großer Standort-Vorteil – nämlich dann, wenn im Halbstunden-Tag ein Regionalzug nach Bremen und nach Osnabrück fährt.

Im Schnitt sind es 180 Züge, die pro Tag beispielsweise durch Kirchweyhe rollen. Die Belastung an den größeren Bahnhöfen im Landkreis sind zum Teil unterschiedlich (siehe Info-Kästen unten).

Objektiv habe das Eisenbahn-Bundesamt die Lärmbelastung genau kartiert, sagt dessen Pressesprecherin Heike Schmidt. Sie verweist auf die wissenschaftlichen Berechnungen. „Jetzt geht es um die Frage: Wie empfinden die Menschen den Lärm wirklich?“ In einem Fragebogen können die Bürger systematisch Stellung nehmen zu zwölf Parametern: Wie stark fühlen sie sich gestört? Von welchen Geräuschen und in welchem Zeitraum? Diese und andere Faktoren prüft die Behörde ab. Vor allem aber gibt sie den Bürgern die Chance, eigene Vorschläge zur Lösung zu nennen. Alle Beteiligungen sind im Internet einsehbar und mit einer Karte des betreffenden Schienenabschnitts versehen.

500 Bürger beteiligen sich

Knapp 500 Bürger aus ganz Deutschland hatten bis Montagnachmittag bereits ihre Beteiligungen abgegeben. Ein Blick auf ihre Stellungnahmen zeigt: Es ist vor allem der Güterverkehr, den die Menschen als störend empfinden und der vielen in der Nacht den Schlaf raubt. Wunsch deshalb immer wieder: Lärmschutzwände. Die Antworten zeigen ebenso, dass sich viele Bürger nicht ausreichend über vorhandene und geplante Maßnahmen des freiwilligen Lärmsanierungsprogrammes des Bundes informiert fühlen. Und dass Güterzüge im Fahrbetrieb durch neue Technik am Zug in den vergangenen Jahren leiser geworden sind, haben viele demnach ebenso wenig registriert.

Diese Übersicht zeigt, wie viele Züge die Bahnhöfe im Landkreis Diepholz passieren.

Heike Schmidt hofft auf eine möglichst große Beteiligung an der Aktion. Denn aus der Zusammenführung der wissenschaftlichen Daten und der subjektiven Bürger-Stellungnahmen soll ein „Management-Instrument“ entstehen, das allen Entscheidungsträgern als Handwerkszeug für zukünftige Projekte dienen soll – schon Anfang 2018. Vor allem aber: Für jede Gemeinde an Haupteisenbahnstrecken des Bundes sollen die Ergebnisse einsehbar sein. Damit erhalten die Gemeinde Weyhe, die Städte Syke, Bassum, Twistringen und Diepholz sowie die Samtgemeinden Barnstorf und Altes Amt Lemförde eine konkrete Belastungs-Analyse. Denn diese sieben Kommunen liegen mit ihren Bahnhöfen an der Bahnstrecke Osnabrück-Bremen.

Als Haupteisenbahnstrecke sind übrigens Schienenwege mit mehr als 30.000 Zügen pro Jahr eingestuft. Im Landkreis Diepholz liegen die Werte zum Teil mehr als doppelt so hoch.

Noch bis zum 25. August haben Bürger die Möglichkeit, den Fragebogen auszufüllen – entweder im Internet unter der Adresse

www.laermaktionsplanung-schiene.de oder handschriftlich. In diesem Fall kann der Bogen per Post angefordert werden: Redaktion Lärmaktionsplanung, Postfach 601230, 14412 Potsdam.

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