Wohngemeinschaft Erichshof macht Jugendliche seit zehn Jahren fit für die Erwachsenenwelt

Zuspruch und Stärkung für junge Leute

Geschäftsführerin Friederice Kley (hinten, 2.v.l.) und die Pädagogen Peter Herrmann (hinten links), Christine Lückenjans (4.v.r.), Marei Püttmann (3.v.r) und Stephanie Seeber (vorne Mitte) freuten sich bei der Feier des zehnjährigen Bestehens der Jugendwohngemeinschaft Erichshof über den Besuch zahlreicher Ehemaliger. - Foto: bt

Erichshof - Bereits seit zehn Jahren gibt es die Jugendwohngemeinschaft in Erichshof. Am Wochenende hat die Einrichtung den Geburtstag dank des guten Wetters im Garten unter großen Pavillons und auf der angrenzenden Wiese gefeiert.

Die pädagogische Leiterin Stephanie Seeber begrüßte Friederice Kley, die Geschäftsführerin der Reisenden Werkschule Scholen, zu der auch das Jugendwohnheim gehört. Auch Mitarbeiter der Jugendämter Bremen und Diepholz waren gekommen, um zu gratulieren, am meisten aber freute sich Stephanie Seeber über den Besuch zahlreicher ehemaliger Bewohner des Hauses.

Dass sich diese inzwischen älter gewordenen Jugendlichen noch immer gern an das Wohnheim an der B 6 erinnern und den Kontakt dorthin nicht abreißen lassen, wertete Seeber als einen Beweis dafür, dass es gelungen sei, die jungen Leute behutsam an ein eigenverantwortliches Leben heranzuführen. „Jugendliche, die zu uns kommen, haben in ihrem Leben häufig Ablehnung und Enttäuschung erlebt. Wir wollen mit unserer Arbeit ihr Vertrauen in die Erwachsenenwelt und in sich selbst wieder stärken“, erklärte sie den pädagogischen, sozialen und erzieherischen Auftrag.

Die Ehemaligen haben einen schulischen Abschluss erreicht und lernen jetzt, ein eigenständiges Leben zu gestalten, eine berufliche Zukunft aufzubauen und einen eigenen Haushalt zu führen. Wie lange die bis zu sechs Jugendlichen in Erichshof bleiben, ist nicht festgelegt, sie können auch, wenn sie das Wohnheim verlassen haben, weiterhin durch Pädagogen ambulant betreut werden.

Die Jugend-WG ersetzt die Familie. Zwar bleiben die Eltern juristisch weiter für sie verantwortlich, doch die unabhängige Jugendhilfe-Einrichtung hat von ihnen das Sorgerecht und den Erziehungsauftrag übertragen bekommen, der 24 Stunden am Tag erfüllt wird.

Verschiedene Jugendämter übergeben dem Wohnheim die jungen Leute. Allerdings gehen einem Umzug nach Erichshof zunächst Gespräche voraus, in denen sich die Beteiligten „beschnuppern“ und in deren Verlauf die neuen Gäste auch das Regelwerk kennen lernen. Erst wenn diese Voraussetzungen passen, kommen die Jugendlichen und lernen dann auch, die Gemeinschaft mitzugestalten und zu pflegen.

Die Pädagogen Christine Lückenjans, Peter Herrmann, Marei Püttmann und Stephanie Seeber kümmert sich um die jungen Leute, ein Team aus Studenten der Sozialwissenschaft und Pädagogik betreut sie nachts.

Die Geschäftsführerin der Reisenden Werkschule Scholen, Friederice Kley, freute sich, dass die vor einer Dekade begonnene Arbeit so erfolgreich verlaufen sei.

In den vergangenen zehn Jahren hat das Team nach Erinnerung von Stephanie Seeber etwa 25 Jugendliche auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben begleitet wurden. - bt

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