750 Zuhörer bei neun Veranstaltungen / Kritik am Verkehr wie ein roter Faden

Bürgergespräche: Andreas Bovenschulte zieht ein positives Fazit

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Andreas Bovenschulte löste sein Wahlversprechen ein, alle Ortsteile zu besuchen, um mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen. Das Bild zeigt ihn in der KGS Leeste. Archivfoto: Schritt

Weyhe - Von Sigi Schritt. Rund 750 Bürger haben sich an den Bürgergesprächen in allen neun Weyher Ortsteilen beteiligt. „Es gab 400 schriftliche Rückmeldungen“, sagte Bürgermeister Andreas Bovenschulte, der am Dienstagabend im Finanzausschuss ein erfreuliches Fazit zog. Er berichtete von einer positiven Grundhaltung der Bürger. Sie würden gerne in der Wesergemeinde leben. „Es besteht eine große Zufriedenheit.“ Bestimmte Kritikpunkte hätten sich aber wie ein roter Faden durch alle Veranstaltungen gezogen. „Die kommen nicht zum Lobhudeln, sondern um die Finger in die Wunde zu legen.“

Der Verkehr und die damit verbundene Sicherheit, der Lärm und der Parkdruck sowie die Staubildung bildeten einen dominierenden Themenkomplex. „Das Grundproblem liegt in der schieren Menge. Wollen wir die Verkehrsbewegungen verringern, müssen wir die -führung besser aufeinander abstimmen.“ Das ginge nur, wenn man beispielsweise den ÖPNV ausbaue.

Bovenschulte plädiert, den Verkehrsentwicklungsplan zu überarbeiten. Er soll aufzeigen, wo der Verkehr (ab-)fließen und wo -beschränkungen eingerichtet werden könnten. Angesichts der „problematischen Parkraumsituation müssen wir auch höhere Anforderungen an Stellplätzen“ vereinbaren.

Der Bürgermeister erläuterte, dass die Gemeinde eine Stellschraube hat: Die Politik könnte beschließen, dass künftig nur die Mehrfamilienhäuser genehmigt werden, die nicht 1,5 sondern zwei Stellplätze je Wohnung aufweisen. Die Kehrseite: Das würde den bebaubaren Raum verknappen.

CDU-Chef Dietrich Struthoff pflichtete ihm bei: „Wer sich ein Auto anschafft, muss sich auch einen Stellplatz anschaffen. Der öffentliche Raum ist kein privater Parkplatz. Mit Blick auf die geplanten Mehrfamilienhäuser mit Geschäftsräumen an der Leester Straße mahnte er, dort ausreichend Stellplätze zu schaffen. Sonst habe das Projekt „keinen Erfolg“.

Die Kritik einer Zuhörerin im Ratssaal, die Gespräche seien nicht repräsentativ, mochten Bovenschulte und der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank Seidel nicht stehen lassen. „Man nimmt die Anregungen auf und diskutiert“, sagte der Bürgermeister. Solche Kritikpunkte kann man „nicht wegwischen, sondern muss sie ernst nehmen“. Dem stimmte Seidel zu. Er hofft ebenso wie Elmar Könemund (Grüne), dass die Bürgergespräche fortgesetzt werden.

„Der Dialog mit Bürgern ist wichtig. Wir sind auf Anregungen angewiesen“, sagte der FDP-Chef Günther Borchers. Er lobt die Idee, den Verkehrsentwicklungsplan zu aktualisieren.

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