Zugreisende verärgert über den nassen Weg zum Kirchweyher Mittelbahnsteig / Bahn leitet Fachprüfung ein

Zu früh gefreut: Pfützenproblem ungelöst

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Der Weg zum Zug führt bei Regenwetter vor dem Aufgang zum Mittelbahnsteig (rechts) durch eine Pfütze.

Kirchweyhe - Von Sigi Schritt. Pendler und Zugreisende beschweren sich über Pfützen, die sich bei Regenwetter vor dem Treppenaufgang zum Mittelbahnsteig bilden. Dabei sollten solche Wasserflächen eigentlich seit Weihnachten der Vergangenheit angehören. Doch das ist nich der Fall. Die Bahn kündigt an, eine Fachprüfung einzuleiten.

Das Dauerproblem im Rückblick: Bei windigem Regenwetter bildete sich im Tunnel regelmäßig eine mehrere Quadratmeter große Pfütze. Fahrgäste – insbesondere Frauen mit flachen, offenen Schuhen – bekamen nasse Füße. Die Deutsche Bahn (DB) reagierte: Sie stellte für ein Jahr ein Behelfsgerüst auf (wir berichteten). Sie glaubte, Glaswände als Einhausung des Treppenaufgang könnten das Problems lösen. Der Weyher Baudirektor Steffen Nadrowski äußerte sich skeptisch. „Schauen wir mal“, kommentierte er den Einbau.

Zwei Monate später: Das alte Problem erzürnt erneut die Fahrgäste: Zuletzt mussten Pendler gestern und vorgestern eine Wasserlache überwinden. „Es hat sich nichts geändert“, teilt Fahrgast Henning Wolter gestern seine Verärgerung sowohl der Deutschen Bahn als auch Bürgermeister Andreas Bovenschulte mit. „Die Seenplatte ist wieder da. Die Abläufe scheinen nicht korrekt zu funktionieren“, schimpft Wolter.

Auch der Zugreisende Christian Riesebeck berichtet von vielen Pfützen, die sich seit Weihnachten trotz der Glaswände gebildet hatten. Ihm fehlt die Versiegelung nach oben. Ein eigenes Dach wie beim Treppenabgang auf der „Leester“ Seite gibt es dort nämlich nicht. Und bis zum vorhandenen Metalldach ist noch viel Luft. Deshalb könne Regen weiterhin über die volle Länge des Abgangs in den Tunnel eindringen, sagen Pendler. Riesebeck ergänzt, dass durch den Windzug auf den 26 Stufen und auf dem Treppenplateau häufig Sand und Dreck zu finden sei.

Seinen Eindruck bestätigt auch Pendler Tristan Schumacher. Der 22-Jährige sagt, dass die Pfützen sogar bis zu drei Zentimeter tief sind. Am Treppenaufgang zum Mittelbahnsteig gibt es nur eine rund vier Meter lange Verdunstungsrinne – eine Hebeanlage oder eine Versickerungsgrube war konstruktionsbedingt nicht vorgesehen. Bahnpendler fragen sich, weshalb diese Rinne so kurz ist. Die für die beiden Auf- und Abgänge auf „Leester“ und Kirchweyher Seite sind dagegen rund 30 Meter lang – sie können also viel mehr Wasser aufnehmen.

Auf das Problem einer tropfenden „Tropentunnel“-Decke weist Henning Wolter außerdem hin. Er will wissen, an wen er mögliche Schadensersatzansprüche für seine verunreinigte Kleidung richten kann. Die Gemeindeverwaltung winkt ab.

Baudirektor Steffen Nadrowski und Bürgermeister Andreas Bovenschulte antworten ihm sofort per E-Mail. Dieser Schriftverkehr liegt der Redaktion vor. Beide verweisen darauf, dass die Bahn für „die Personenunterführung“ zuständig sei. Konkret sei dies die DB Station&Service AG.

Die Deutsche Bahn nimmt die neuen Beschwerden zum Anlass, eine Prüfung durch einen Fachplaner einzuleiten.

Wie Sprecherin Sabine Brunkhorst auf Anfrage mitteilte, „ergibt sich aufgrund der veränderten Tunnelsituation eine Veränderung der natürlichen Durchlüftung, was sich bei entsprechender Witterung und Luftfeuchtigkeit in Schwitzwasserniederschlag äußert“. Für aufgetretene Schäden haftet laut Brunkhorst ihr Unternehmen „entsprechend der geltenden Rechtslage“. Sie verwies auf die Haftpflichtstelle ihres Konzerns.

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