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Indre Busar: Der Zufall spielt Künstlerin in die Hände

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Indre Busar hängt ihr Bild „Old Mary 2“, ein vergleichsweise gegenständliches Gemälde, auf. - Foto: Husmann
Indre Busar hängt ihr Bild „Old Mary 2“, ein vergleichsweise gegenständliches Gemälde, auf. - Foto: Husmann

Sudweyhe - Von Katharina Schmidt. Indre Busar überlässt vieles dem Zufall. Wenn die Künstlerin aus Asendorf anfängt zu malen, hat sie noch kein Motiv im Kopf – geschweige denn den Bildaufbau in irgendeiner Weise geplant. Die 45-Jährige lässt ihrer Kreativität einfach freien Lauf. Was dabei rauskommt, können Kunstfreunde vom 18. März bis zum 1. Mai in der Sudweyher Wassermühle sehen. Busar präsentiert dort rund 30 Gemälde und etliche hölzerne Skulpturen.

Die Ausstellung läuft unter dem Namen „Die Echtheit des Zufalls in Farbe“. Ein passender Titel, findet Hedda Stock vom Kulturbüro der Gemeinde Weyhe. Laut der Organisatorin ist Busar „ein durchweg kreativer Mensch“.

Ein Blick in den Lebenslauf der Asendorferin bestätigt diese Einschätzung. Busar war viele Jahre lang als Puppenspielerin „Olga Owen“ unterwegs – mit selbst gebauten Figuren und eigenen Stücken. Außerdem fertigt die aufgeweckte Frau Skulpturen aus Strandgut und verkauft diese unter anderem beim Bremer Schlachtezauber. Damit nicht genug: Busar gibt Kunstkurse, schreibt ein Kinderbuch und singt im Chor.

Das Malen ist eine ihrer jüngsten Leidenschaften. „Ich wusste gar nicht, dass ich malen kann“, erzählt sie und lacht. Angefangen habe sie im Jahr 2011, nach dem Tod ihres Mannes. Die Kunst habe ihr Kraft gegeben.

Busars farbenfrohe Bilder verbinden abstrakte Flächen mit gegenständlichen Details. Wenn in ihren Skulpturenbau-Kursen Farben übrig bleiben, streicht und kleckst sie diese willkürlich auf Passepartout-Reste. Kommt dann irgendwann die Lust auf ein neues Gemälde, betrachtet die Künstlerin die so entstandenen Werke und schaut, ob ihr etwas ins Auge springt. Die Umrisse von einem Tier zum Beispiel. Ist das der Fall, arbeitet sie das Motiv heraus. Sie ergänzt Augen, fügt Gesichter hinzu oder Ähnliches. Manchmal muss die Asendorferin erst mit Tusche und Aquarell nachhelfen und weitere Farbschichten auftragen, bis die Ideen kommen.

Am liebsten den ganzen Tag lang malen und modellieren 

„Vögel, Drachen und Fische springen mich am häufigsten aus dem Zufall an“, berichtet Busar. Aber ihrer Kreativität scheinen keine Grenzen gesetzt zu sein. Auf einem ihrer Bilder hat sie eine turnende Kuh herausgearbeitet. Ein anderes zeigt einen Otter, der mit einem Fisch kuschelt. Laut der Asendorferin kommt es darauf an, zu sehen, „was entstehen will“. Am liebsten würde sie den ganzen Tag lang malen und modellieren, schwärmt sie.

Dem Zufall sind nicht nur ihre Werke zu verdanken, sondern auch die Ausstellung an sich. Hedda Stock hatte nach einem Künstler für eine Ausstellung in der Mühle gesucht. Beim Zeitunglesen stolperte sie dann über einen Bericht, der von Busars Schaffen erzählte. Zugleich hatte sich die Künstlerin überlegt, dass sie ihre Werke mal wieder ausstellen könnte.

„Indre Busars Bilder drücken oft Zwischenmenschliches aus und lassen erahnen, dass eine Geschichte darauf wartet, gelüftet und weitergesponnen zu werden“, heißt es in der Einladung zu der Vernissage am Sonnabend, 18. März, um 16 Uhr. Dann erwarten Besucher neben der Kunst auch Gesang und Gitarrenklänge von Gregor Friedenreich und Peter Schott.

Nach der Eröffnung ist die Ausstellung zu den Öffnungszeiten der Wassermühle zu sehen: samstags von 15 bis 18 Uhr, sonntags von 11 bis 17 Uhr und an Feiertagen von 11 bis 17 Uhr. Wer dann zufällig in der Gegend ist, kann gerne vorbeischauen.

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