„Zu 90 Prozent startklar“

Freibad Weyhe im zweiten Pandemie-Jahr: Saisonbeginn hängt von Corona-Verordnung ab

17,3 Grad Celsius: Für manchen Sportler ist die Wassertemperatur, die Schwimmmeister Markus Kuske misst, mehr als ausreichend.
+
17,3 Grad Celsius: Für manchen Sportler ist die Wassertemperatur, die Schwimmmeister Markus Kuske misst, mehr als ausreichend.
  • Jahr für Jahr ist die Freibad-Saison in Weyhe immer Anfang Mai gestartet. Im zweiten Corona-Jahr läuft es anders. Der Beginn hängt aber nicht von von der Gemeinde ab.

Weyhe – Wie warm ist das Wasser im Freibad Weyhe? Schwimmmeister Markus Kuske kniet am Rand des Kinderbeckens und hält einen Temperaturfühler ins Wasser. Der Chef des Freibads schaut aufs Display seines Geräts. Das Ergebnis: Die Wassertemperatur beträgt 17,3 Grad Celsius. „Die Sonne hat das Wasser erwärmt, das Freibad wird noch nicht beheizt“, sagt er.

Das würde erst passieren, wenn die Gemeinde den Saisonstart einleitet.

Eine Antwort auf die Frage, wann das Freibad öffnet, kann die Gemeinde noch nicht geben. Wie sie auf Instagram informiert, wartet sie auf Signale, ab wann geöffnet werden darf. Nach der jetzigen Corona-Verordnung sei ein Saisonstart noch nicht möglich.

Sollte in wenigen Tagen eine neue Corona-Verordnung in Kraft treten, werde die Verwaltung intern beraten, wie man damit umgeht, kündigt Sebastian Kelm an. Der Pressesprecher der Gemeinde sagt, dass die Kommune gespannt sei, welche Signale aus Hannover kommen.

Es gebe Fragen, die in der Corona-Pandemie geklärt werden müssten, so Kelm. Er zählt einige auf: Wird das Konzept aus dem vergangenen Jahr greifen? Kuske erinnert, dass 2020 zum Beispiel eine Besucherzahl-Grenze eingeführt worden ist. Außerdem mussten Badegäste Schwimmzeiten buchen, sagt Kuske. Aber vor einem Jahr gab es weder Corona-Tests noch Impfungen, so Kelm. Wie geht die Verwaltung mit negativ getesteten Menschen und mit den Bürgern um, die bereits eine Corona-Impfung bekommen haben? Wie entscheidet man, wer kommen darf? „Das liegt nicht in unserer Hand“, sagt Sebastian Kelm. Der Rathaus-Mitarbeiter ist sich sicher, dass die Verwaltung die entsprechenden Regeln umsetzen werde.

Ist das Freibad Weyhe grundsätzlich startklar? Markus Kuske will sich nicht auf den Tag festlegen. Das Bad sei für die Eröffnung der Saison zu 90 Prozent fertig. Er glaubt, dass eine Vorlaufzeit von ein bis zwei Wochen völlig ausreicht.

Immerhin: Alle Becken sind bereits vollständig mit Wasser gefüllt. Das Team sei fleißig gewesen und habe bereits alle Beete hergerichtet, sodass das Freibad eine ansprechende Optik hat. Es stehen auch wieder die bei Badegästen beliebten Strandkörbe herausgeputzt bereit. Das Bad sei gut aus dem Winter gekommen, sagt der Schwimmmeister. Deshalb hätten auch keine Fliesen oder andere Sachen an den Becken repariert werden müssen.

Gleiches gelte auch für den Service-Trakt neben dem Haupteingang. Dort hätten alle Umkleiden, Gänge und Duschen lediglich eine Generalreinigung erhalten. Auch die Toiletten seien gereinigt und stünden uneingeschränkt zur Verfügung.

Was muss noch getan werden? „Wenn am Wochenende Saisonstart gewesen wäre, dann hätte zuvor das Wasser zwei Wochen lang beheizt werden müssen.“ Die Wärme würde auch in dieser Saison von der Biogasanlage aus Sudweyhe kommen, die auch die KGS Kirchweyhe mit Fernwärme versorgt, erklärt Markus Kuske.

Eine Solar-Anlage, wie es sie auf zahlreichen privaten Dächern gibt, zur Unterstützung der Erwärmung des Freibad-Wassers gebe es nicht und sei bislang auch nicht vorgesehen. Solar-Pionier Kurt Reinhard aus Lahausen, der seit mehr als 40 Jahren Kollektoren zur Wasser-Erwärmung konstruiert, hatte vorgeschlagen, dass auch Freibäder die Kraft der Sonne stärker ausnutzen sollten. Eine Abdeckung, damit die Wärme nachts nicht nach oben entweicht, gibt es zwar in manchen privaten Schwimmbecken, aber nicht im Gemeindebad.

Um das Bad aber startklar zu bekommen, müsse die Chemie „komplett hochgefahren werden“. Außerdem seien dann Wasseranalysen nötig. „Wir schicken Proben in spezielle Labore ein“, erklärt Kuske. Damit Besucher im Wasser schwimmen dürfen, müssten spezielle Werte eingehalten werden.

Bis zum Start würde die Reinigung der Sandflächen abgeschlossen sein. Ein Bagger mit einer speziellen Sieb-Trommel nimmt den Sand auf und sorgt dafür, dass Grünpflanzen und auch Verunreinigungen entfernt werden.

Markus Kuske kann auch für die anstehende Saison auf ein bewährtes Team zurückgreifen. Neben den vier Schwimmmeistern, drei Badewärterinnen und einem Azubi werden im Sommer drei Kassenkräfte die Mannschaft verstärken. „Das sind alles Angestellte der Gemeinde“, erklärt Kuske.

Einen Tipp hat der Schwimmmeister noch für die künftigen Besucher: Die Karten vom vergangenen Jahr können wiederverwendet werden. Sie müssten an der Kasse nur noch reaktiviert werden. „Zehner-Karten behalten ihre Gültigkeit.“

Von Sigi Schritt

Diese Arbeiten sind noch nicht abgeschlossen: Die Reinigung der Sandflächen mit einem Bagger, der den Sand durch ein Drehsieb durchleitet.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Reiserückkehrer rausgerechnet: Landkreis Diepholz lockert Corona-Regeln

Reiserückkehrer rausgerechnet: Landkreis Diepholz lockert Corona-Regeln

Reiserückkehrer rausgerechnet: Landkreis Diepholz lockert Corona-Regeln
Unfall endet tödlich: Lkw erfasst Radfahrer zwischen Bassum und Harpstedt

Unfall endet tödlich: Lkw erfasst Radfahrer zwischen Bassum und Harpstedt

Unfall endet tödlich: Lkw erfasst Radfahrer zwischen Bassum und Harpstedt
Aus dem Sulinger Land 4000 Kilometer durch den Balkan für den guten Zweck

Aus dem Sulinger Land 4000 Kilometer durch den Balkan für den guten Zweck

Aus dem Sulinger Land 4000 Kilometer durch den Balkan für den guten Zweck
Bilanz nach Open-Air-Sommer: „Jeden Abend ein Fest für die Leute”

Bilanz nach Open-Air-Sommer: „Jeden Abend ein Fest für die Leute”

Bilanz nach Open-Air-Sommer: „Jeden Abend ein Fest für die Leute”

Kommentare