Andreas Bovenschulte ruft Bürger auf, gegen Hass einzutreten

Zentrale Gedenkfeier zum Volkstrauertag im Weyher Rathaus

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Zahlreiche Menschen gedenken im Weyher Rathaus der Toten der Weltkriege.

Weyhe - In einer eindrucksvollen Zentralfeier haben im Weyher Rathaus zahlreiche Bürger und die Vertreter von Vereinen und Verbänden der Opfer von Kriegen und Gewalt gedacht. Diese Gedenkfeier sei in diesem Jahr notwendiger denn je, und sollte die Zuhörer mahnen, ein Zeichen für den Frieden zu setzen.

Dabei sollte nicht nur der eigenen Toten, sondern auch der der Gegner gedacht werden, sagte der Vorsitzende der Ortsgruppe Leeste des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge, Helmut Raddatz.

Bürgermeister Andreas Bovenschulte formulierte es ähnlich: Es sollte ein „einschließendes Gedenken“ sein. Er bezog sich dabei auf die erste Volkstrauertagsfeier im Jahre 1922, als der damalige Reichstagspräsident Paul Löbe Versöhnung und Abkehr vom Hass forderte. In den Jahren danach sei der Volkstrauertag dazu missbraucht worden, den Kriegseinsatz der deutschen Soldaten heldenhaft zu stilisieren, bis der Volkstrauertag 1934 schließlich sogar zum „Heldengedenktag“ umbenannt wurde. 

Erst 1950 habe man sich wieder darauf besonnen, am Volkstrauertag aller Opfer von Krieg, Terror und Gewalt zu gedenken. Wie notwendig das ist, zeigen laut Bürgermeister die 49 Kriege und kriegerischen Konflikte, die in diesem Jahr weltweit ausgetragen wurden, wobei die Gewaltakte und terroristischen Verbrecher noch nicht einbezogen sind, „weil sie zu zahlreich sind“.

"Zeichen für gute Nachbarschaft setzen"

Hass und Intoleranz hätten Zulauf, Extreme beider Richtungen verstärkten sich. Dem müssten die Bürger entgegentreten und deutlich machen, dass sich die Gesellschaft nicht spalten lasse. „Wir müssen ein Zeichen für Toleranz und gute Nachbarschaft setzen und Respekt vor der Würde eines jeden Menschen zeigen“, so Bovenschulte.

Er wies auch darauf hin, dass die Gedenkfeier zum Volkstrauertag in Weyhe kein erstarrtes Ritual, sondern lebendige Tradition ist und bedankte sich dafür bei Helmut Raddatz.

„Unser Leben steht in Zeichen der Hoffnung und Versöhnung“, erklärte Pastorin Gudrun Müller in ihrer Andacht, die noch ganz im Zeichen der eindrucksvollen Liedtexte stand, die Sören Tesch und Leo Kirchner vorgetragen hatten. Begleitet wurden diese Lieder von einer Fotoschau mit verstörenden und mahnenden Bildern, die den Irrsinn der Kriege dokumentierten. Hermann Greve informierte die Zuhörer über die Entstehung dieser Lieder und der darin geschilderten zeitlichen und geschichtlichen Zusammenhänge.

Handelte es sich bei den drei ersten Liedern noch um schreckliche Erlebnisse aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg, so erinnerten die Songs „Hero of the War“ und das von Sören Tesch gesungene „Gott steh mir bei!“ daran, wie gewalttätig Menschen auch gegenwärtig noch wüten und dabei sind, die Schöpfung zu vernichten.

Zum Schluss mahnte der ehemalige Gemeindedirektor Werner Streich, die Eindrücke von dieser Feier mit in den Alltag zu nehmen und sie in sich wirken zu lassen. - bt

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