Gemeinden laden zu Sommerkirche ein

Zeit für viele bewegende Momente

Pastor Ulrich Krause-Röhrs hält einen Literaturgottesdienst über das Thema Glück. Seine Kollegin Gudrun Müller bringt ihre Urlaubserfahrungen aus Dänemark auf die Kanzel. - Foto: Ehlers

Weyhe - Von Philipp Köster. Gut besuchte Gottesdienste in den Sommerferien: Das klingt nach Quadratur des Kreises. Doch den beiden Weyher evangelischen Kirchengemeinden gelingt es seit 2014, die Gläubigen in der Urlaubszeit in die Kirche oder an besondere Gottesdienstorte zu locken.

Die Aktion an den Feriensonntagen steht in diesem Jahr unter dem Motto „Was mich bewegt“. Die Pastoren und die Pastorin offenbaren etwas Persönliches oder es geht sehr berührend und emotional zu. So gleich am kommenden Sonntag um 10 Uhr in der Felicianuskirche bei einem Segnungsgottesdienst, den Pastor Karsten Damm-Wagenitz hält.

Mit diesem Angebot des persönlichen Zuspruchs im Namen Gottes treffen die Geistlichen ins Schwarze. „Die Menschen kommen mit Tränen in den Augen zu uns“, sagt die Sudweyher Pastorin Gudrun Müller. Sie und ihr Leester Kollege Ulrich Kraus-Röhrs haben vor einiger mit diesen individuellen Segnungen bei den Paar-Gottesdiensten angefangen. „Das ist immer sehr bewegend“, erinnert sich Krause-Röhrs. „Die evangelischen Gottesdienste gelten gemeinhin ja als intellektuell. Und es ist etwas anderes, wenn ein Wort über den Kopf das Herz berührt, als wenn man jemanden die Hand auf den Kopf zum Segnen legt“, sagt Müller.

An zwei Sonntagen steht das Thema Literatur auf der Agenda. Am 3. Juli predigt Krause-Röhrs über das Buch „Wo geht’s denn hier zum Glück“ von Maike van den Boom. Die Autorin hat Menschen in den 13. glücklichsten Ländern der Welt befragt und aufgezeigt, was wir von ihnen lernen können. Auch Krause-Röhrs ist ein „Glückspilz“, zumindest hat er schon Seminare zum Thema gegeben. Der zweite Literaturgottesdienst mit Pastor Albert Gerling-Jacobi dreht sich am 24. Juli um Mark Twains Figur Huckleberry Finn und trägt den Titel „Lügen kann man nicht beten“.

Wie im vergangenen Sommer steuert „Pilgerexperte“ Karsten Damm-Wagenitz beim Wandergottesdienst „Auf dem Weg“ am 10. Juli von der Felicianuskirche aus die Hache und den Ellernbruch an. Pastor Holger Tietz befasst sich am 17. Juli unter dem Titel „Weißt du, wie viel Sternlein stehen?“ mit dem Thema Sterne und Kosmologie. Über ihre frischen Erfahrungen eines Kajak-Urlaubs in Dänemark schließlich spricht Gudrun Müller am 31. Juli.

Die besonderen Gottesdienste werden gut von den Leuten angenommen, sagen Müller und Krause-Röhrs, auch von denen, die sonst selten in die Kirche gehen. „Die Menschen gucken, was sie thematisch interessiert, und danach suchen sie sich einen Gottesdienst aus. Für die Pastoren bedeutet es etwas mehr Arbeit als sonst. Kein Vergleich aber zu den Gottesdiensten an besonderen Orten im vergangenen Jahr, so im Theater, in der Tanzschule Reiners oder im Autohaus Brandt. „Das erfordert den zehnfachen Aufwand an Organisation und Logistik“, sagt Ulrich Krause-Röhrs.

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