Gemeinde sucht für zwei Grundstücke Investor, der einen Kriterienkatalog erfüllen soll

Wunsch: Arztpraxen für die Leester Mitte

Fordern Investoren auf, bis Ende August ein Angebot vorzulegen: Steffen Nadrowski (links) und Christian Silberhorn.  
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Fordern Investoren auf, bis Ende August ein Angebot vorzulegen: Steffen Nadrowski (links) und Christian Silberhorn. Foto: Sigi Schritt
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Weyhe – Für das neue Leester Quartier zwischen Kirchstraße und Leester Straße sucht die Gemeinde einen Investor, der dort Arztpraxen und andere Einrichtungen ansiedeln will, die der Gesundheitsvorsorge dienen. Dazu plant die Gemeinde – wie der zuständige Fachbereichsleiter Steffen Nadrowski und der Stadtplaner Christian Silberhorn ankündigen – zwei Grundstücke zu veräußern.

Der beabsichtigte Verkauf hat es in sich: Die Grundstücke sind 1833 und 2277 Quadratmeter groß und sollen gemeinsam verkauft werden. Das an sich ist noch nichts Ungewöhnliches. Der Bebauungsplan weist für das urbane Gebiet eine zweigeschossige Bauweise aus. Die maximale Gebäudehöhe beträgt 13 Meter. An den Kauf setzt die Gemeinde aber einige Bedingungen, die über das reine Baurecht hinaus gehen. Das sei deshalb rechtlich möglich, weil die Gemeinde die Flächen im Rahmen eines Zwischenerwerbs gekauft hat und es nun in der Hand hat, an wen sie die Areale übergibt und welche Kriterien sie erfüllt wissen will, erklären die Rathaus-Mitarbeiter.

Mit den neuen medizinischen Angeboten will die Gemeinde hinsichtlich des Themas Gesundheit und Pflege eine Teilfunktion eines Mittelzentrums wahrnehmen, nämlich Nachbarkommunen auf dem Gesundheitssektor mit versorgen. Außerdem möchte die Gemeinde den Leester Ortskern stärken. Gesundheitsdienstleister ohne diese zentrumstärkende Funktion wie etwa Pflegedienste könnten daher keinen Zuschlag erhalten. Es fehlen in der Region laut Fachbereichsleiter Nadrowski zum Beispiel Diabetologen und Radiologen.

Die Verwaltung will für seine beiden Grundstücke städtebauliche Akzente setzen: Deshalb sollen sie auch eine architektonisch ansprechende Außenhülle bekommen. Die Gemeinde weist darauf hin, dass an den beiden Gebäuden künftig viele Menschen vorbeifahren werden.

Der Eingangsbereich wird sich nicht Richtung Süden, sondern Richtung Norden, zur Marienkirche hin, öffnen. Ein Investor, der sich etwas einfallen lässt, bekommt den Zuschlag.

Die Gebäudehülle ist laut Christian Silberhorn so zu errichten, dass sie repräsentative Fassaden bekommt. Wie Steffen Nadrowski und Christian Silberhorn ergänzen, sind die beiden Gebäude sogar von mehreren Seiten gut sichtbar. Sie befinden sich sowohl an der großen Verbindungsstraße als auch an einer noch zu benennenden Planstraße, die entlang einer Baumallee zu einem großen Parkplatz führt. Bäume müssen auch auf den beiden Grundstücken gepflanzt werden: Auf den Stellplatzanlagen muss je sechs Parkplätze ein Baum gepflanzt werden.

Ob die Gebäude eine Tiefgarage und die Parkplätze Ladesäulen für Elektrofahrzeuge bekommen, wird allerdings den Planern überlassen.

Investoren, die sich für die Flächen interessieren, können bis Ende August ein erstes Angebot abgeben, skizziert Silberhorn die Zeitvorstellungen der Gemeinde. Im Anschluss folgen Gespräche mit der Gemeinde. Sie will noch in diesem Jahr einen Abschluss erzielen. Nach der Unterzeichnung des Kaufvertrages muss der Investor innerhalb eines Jahres die Bauarbeiten starten und drei Jahre später müsse der Betrieb beginnen. „Erst reden wir über die Kriterien, dann über den Preis“, so Nadrowski.

Die Gemeinde erwartet für die beiden Grundstücke keine Bauverzögerungen mehr durch eine archäologische Begutachtung. Diese archäologische Sondierung sei abgeschlossen, teilten die Rathaus-Mitarbeiter auf Nachfrage mit.

Das Archäologen-Team habe Verfärbungen im Boden entdeckt und einige Scherben gefunden. Aber das sei nichts Spektakuläres gewesen, so Silberhorn.

Von Sigi Schritt

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