Bauhof beseitigt Unkraut umweltfreundlich

„Das Wundermittel ist stinknormales, heißes Wasser“

+
Unkraut vergeht nicht? Doch, sagen Ina Pundsack-Bleith und der Bauhofleiter Detlef Laabs-Wrieden. Der Gemeindemitarbeiter Majid Bastankhah zeigt, wie es geht und sprüht heißes Wasser auf die Fugen des Kopfsteinpflasters vor dem Rathaus.

Weyhe - Von Sigi Schritt. Im Kampf gegen Wildwuchs hat die Gemeinde viel ausprobiert. Der Bauhof setzte laut Leiter Detlef Laabs-Wrieden eine Motorsense oder Stahlbürsten ein, die über das Pflaster fegen. Doch diese Gerätschaften erwiesen sich als nachteilig, weil sie zu schwer und zu laut waren oder die Steine schädigten. Nun geht die Gemeinde einen neuen, leiseren und umweltfreundlichen Weg.

„Das Wundermittel ist stinknormales, heißes Wasser“, sagt die Bürgermeister-Stellvertreterin Ina Pundsack-Bleith. Sie hat auf ihrer eigenen Terrasse einen erfolgreichen Selbstversuch absolviert und mit ihrem Wasserkocher so viel Flüssigkeit erhitzt, dass Moos und Halme keine Chance hatten.

Nun können die Bauhof-Mitarbeiter nicht mit einem handelsüblichen Küchenkocher losziehen, um Bänke und Spielgeräte zu reinigen und im Straßenraum oder wie gestern auf dem Rathausvorplatz Wildkräuter zu beseitigen. Die Gemeinde hat daher bei einem holländischen Hersteller ein Heißwassergerät für rund 17.000 Euro gekauft, das auf einen Pritschenwagen montiert werden kann. „Das neue Gerät hat einen Wassertank mit einem Fassungsvermögen von 500 Litern und wird mit einem Benzin-Motor angetrieben“, erklärt Laabs-Wrieden. 

Wasser wird auf 102 Grad erhitzt

An einer selbstauflaufenden sogenannte Edelstahl-Federzughaspel befindet sich ein 20 Meter langer Arbeitsschlauch. Durch ihn pumpt die Maschine das auf 102 Grad erhitzte Wasser und arbeitet bei den Wildkräutern drucklos. Am Ende ist eine Arbeitspistole mit einer Lanze befestigt, an der ein Sprühknopf oder eine Hochdruckdüse angebracht werden kann.

Die vergangenen zwei Wochen hätten dem Bauhof-Leiter gezeigt, dass das Unkraut „sogar ganz prima mit dem Heißwasser vergeht“.

Das Prinzip der thermischen Wildkrautvernichtung beruht auf einer Grundregel, die Ina Pundsack-Bleith erläuterte. „Die meisten Eiweiße denaturieren ab einer Temperatur von 42 Grad Celsius.“ Das heiße Wasser aus der Sprühlanze bewirkt aufgrund der Wärmeleitfähigkeit und der Tiefenwirkung, dass die Eiweiße ihre Funktion nicht mehr erfüllen können. „Selbst wenn die Wurzeln nicht sofort komplett vernichtet werden, wird das Wildkraut bei jeder Anwendung geschwächt.“

Lesen Sie auch: Neben Weyhe haben unter anderem auch die Stadt Syke sowie die Kommunen Oyten und Ottersberg heißes Wasser als Unkrautvernichter für sich entdeckt. Kleinunternehmer Jan Meyer aus Ottersberghält sogar ein Patent für diese Technik.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Neues von Thomas Cook: Fokus auf Familien und höhere Preise

Neues von Thomas Cook: Fokus auf Familien und höhere Preise

Grusellabyrinth und Horror-Fest: Halloween in Deutschland

Grusellabyrinth und Horror-Fest: Halloween in Deutschland

Wie werde ich Winzer/in?

Wie werde ich Winzer/in?

Zu Tisch! - Große Tafeln brauchen Raum zum Wirken

Zu Tisch! - Große Tafeln brauchen Raum zum Wirken

Meistgelesene Artikel

„Sperrung könnte auch länger dauern“

„Sperrung könnte auch länger dauern“

„Wir werden uns auf dem Ergebnis nicht ausruhen“

„Wir werden uns auf dem Ergebnis nicht ausruhen“

Rat: Das nördliche Bruch wird geschützt

Rat: Das nördliche Bruch wird geschützt

Motorradfahrer bei Sturz nach Notbremsung schwer verletzt

Motorradfahrer bei Sturz nach Notbremsung schwer verletzt

Kommentare