Wrestling-Event in Dreye: Gar furchterregende Gestalten gingen sich im Sportcenter Dassbeck gegenseitig an den Kragen

Riesenspektakel harter Kerle mit sehenswerter Akrobatik

„Big German“ Eddy Steinblock (r.) langt zu.
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„Big German“ Eddy Steinblock (r.) langt zu.

Dreye - Wrestling – kein Sport für Feingeister und Ästheten, aber die rund 400 Besucher, die am Sonnabend das Sportcenter Dassbeck füllten, wussten, was sie erwartet: ein Riesenspektakel, eine Show, viel Lärm und heiße Luft. Harte Kerle prallten dort im Ring und nicht selten schon davor aufeinander. Sie brüllten und beschimpften sich und gingen sich gegenseitig an den Kragen.

Zuschauer in den vorderen Reihen wurden in die Auseinandersetzungen mit einbezogen, wenn plötzlich einer der Kämpfer aus dem Ring flog und sich vor ihren Füßen mühsam wieder aufrappelte.

Was zeitweise brutal schlimm aussah, war vor allem eine Show mit einigen sehenswerten akrobatischen Leistungen. Fußtritte und Faustschläge klatschten laut, aber trafen selten. Selbst wenn ein Wrestler mit gewaltigem Getöse auf den Ringboden krachte und sich dramatisch im „Staub“ wälzte, erhob er sich wenige Sekunden später wieder, schüttelte Kopf und Körper und nahm furchtbar Rache.

Eddy Steinblock („Big German“), der noch mit dem legendären Otto Wanz gecatcht hatte, flocht seinen Gegner in die Ringseile. Andere Kämpfer ließen sich in die Seile fallen und katapultierten sich von dort aus auf ihren Kontrahenten, der dann schwer getroffen zu Boden ging. Doch wenn der Angreifer dann in Siegerpose einen Fuß auf sein „Opfer“ stellte, konnte er im nächsten Augenblick selbst auf der Matte liegen, weil ihm der Gegner mit letzter Kraft das Knie verdrehte und ihn von den Beinen riss. Es ging drunter und drüber, und die Zuschauer gingen mit. Sie belachten „ängstliche“ Kämpfer, feuerten ihre Lieblinge an und buhten den „Fiesling“ aus, wenn dieser seinen Gegenüber erniedrigte. Auch das gehörte zur Dramaturgie.

Den Höhepunkt des Riesenspektakels bildete der Teamkampf. Die „Bösen“ waren schnell ausgemacht. Schon optisch hatten sie gegenüber dem „Absoluten Andy“ und „Bad Bones“ John Klinger wenig zu bieten: Sie trugen Bart und lange, struppige Haare, die schwarzen Trikots wurden von roten Hosenträgern gehalten. Von ihnen war kein fairer Kampf zu erwarten, zumal der muskelbepackte „Bad Bones“ freundlich ins Publikum winkte. Der „Absolute Andy“ musste im Kampf damit leben, dass ihm sein Blechgürtel, der ihn als „World Champion“ irgendeines Verbands auszeichnete, an den Kopf gedrückt wurde. Das Publikum quittierte dies mit gellenden Pfiffen.

Zum Ritual der Teamkämpfe gehört es, dass immer nur zwei Gegner im Ring stehen und sich nur per Handberührung von ihrem Partner ablösen lassen dürfen. Allerdings hat der Kollege nicht immer Gelegenheit dazu, weil er sich gerade außerhalb des Ringes mit dem anderen Gegner prügelt. Dem Ringrichter geht es ebenfalls an den Kragen, in Dreye etwa musste er einige Schläge und Tritte wegstecken.

Als die „Bösen“ zum Handtuch griffen und damit ihre Gegner würgten, der Ringrichter sie auch noch zu Siegern erklärte, gab es ein gellendes Pfeifkonzert. Noch nach der Ehrung ging die Keilerei zum Vergnügen des Publikums weiter. Die Sieger wurden aus dem Ring geprügelt, während die Besucher die Unterlegenen feietrten.

Auf den Ringseilen stehend präsentierte „Bad Bones“ mit erhobenen Fäusten sein Sixpack. „Wir sind beschissen worden“ brüllte der „Absolute Andy“ ins Mikrofon, und „Bad Bones“ John Klinger versprach bei nächster Gelegenheit „fürchterliche Revanche“. Diese Gelegenheit bietet sich am Kampftag der „Westside Xtreme Wrestling“ (wXw) am 28. Februar 2015.

Obwohl in Leeste jüngere Männer im Publikum die Mehrheit bildeten, waren auch viele junge Frauen und zahlreiche ältere Besucher gekommen. Es scheint, als hätte die Wrestling-Szene in Weyhe eine Zukunft. Das bestätigte auch Heiko Dassbeck, der nicht abgeneigt war, Wrestling als zusätzliches Angebot zu etablieren: „Das ist auf jeden Fall im Gespräch.“

bt

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