Wrestling in Dreye: Sportliche Eleganz trifft auf rüpelhaftes Macho-Verhalten

„Bad Bones“ Klinger war der Publikumsliebling

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Mit lauten Rufen feuern die Zuschauer die Wrestler an.

Dreye - Von Heiner Büntemeyer. Zwar war beim Wrestling-Abend am Sonnabend die aufpeitschende Musik noch immer das lauteste Geräusch in der Dassbeck-Sporthalle, doch in einigen besonders spektakulären Szenen hielten die grölenden, kreischenden, schimpfenden und jubelnden Zuschauer durchaus mit.

Wie so oft beim Wrestling waren die Sympathien und Antipathien der Zuschauer schon vor Beginn der Kämpfe ungerecht verteilt, denn meistens stehen sich Gut und Böse gegenüber, sportliche Eleganz gegen rüpelhaftes Macho-Verhalten.

Der Kampf beginnt schon vor dem Wettstreit, wenn die Wrestler den Ring betreten: Sie präsentieren sich in großer Pose, würdigen den Gegner keines Blickes oder mit herablassenden Gesten. Sie zeigen den Besuchern mit einem Sprung auf das Seilviereck ihre muskulösen Körper, andere, die ihren Sixpack durch eine Speckschicht schützen, stampfen durch den Ring. Sofort reagiert das Publikum, der Adrenalinpegel steigt, die Show kann beginnen.

Ganz egal, ob die Kämpfe abgesprochen sind, ob Tritte und Schläge treffen: Die Kämpfer müssen fit und durchtrainiert sein. Es ist zweifellos eine sehr athletische Performance, wenn sie in die Ringseile fallen, um sich auf die Herausforderer katapultieren zu lassen, wenn sie ihn mit den Füßen voran anspringen oder auf den am Boden liegenden Wrestler springen. Es kracht gewaltig, es sieht schlimm aus, doch spätestens wenn der Ringrichter zum zweiten Mal auf den Boden schlägt, kommt wieder Bewegung in die Körper. Denn beim dritten Schlag wäre der Kampf beendet. Das darf aber nicht sein, denn zunächst ist ja meistens der Böse im Vorteil. Er ärgert den Guten so lange, bis dieser endlich explodiert und seinen Gegner so schlägt, tritt und würgt, dass es für die Zuschauer eine wahre Freude ist. Sie sind außer sich, wenn dieser Wrestler dann auch zu vermeintlich unfairen Mitteln greift und der Ringrichter keine Möglichkeit hat, mäßigend in dieses furiose Duell einzugreifen. Dann fliegt der Gegner auch schon mal aus dem Ring vor die Füße der Zuschauer, wo die Keilerei fortgesetzt wird.

Beim Teamkampf erwarteten die Gebrüder Schild lässig am Ringseil lehnend die eher schmächtigen „Hot & Spicys“, den farbigen Da Mack, der den Gegner mit artistischen Salti unter Druck setzte, und Axel Dieter Junior. „Let‘s go Axel!“ oder „Axel Dieter Junior“ skandierten die Zuschauer und buhten die pöbelnden Schild-Brüder aus. „Fehlentscheidungen“ des Ringrichters heizten die Stimmung weiter auf, und die Besucher waren erst zufrieden, als „Hot & Spicy“ die gewichtsmäßig weit überlegenen Gegner aus dem Ring geprügelt hatten.

Der erwartete Kampf zwischen dem Irgendwie-Weltmeister Kim Ray und dem „Kran vom Balkan“ Sasa Keel kam nicht zustande. Statt dessen kämpfte der Weltmeister gegen Aaron Insane, der keine Siegchance hatte. Er wollte sogar in die Umkleidekabine flüchten, doch davor stand „Big German“ Eddy Steinblock, beeindruckende zwei Meter groß und 142 durchtrainierte Kilogramm schwer. Der schickte ihn zurück in den Ring, wo Kim Ray ihn „pinnte“, indem er ihn drei Ringrichterschläge lang mit beiden Schultern im Ringstaub festnagelte.

Schließlich wurde noch ein Kampf Drei gegen Drei ausgetragen, in dem der wohl beliebteste Wrestler in Deutschland, „Bad Bones“ John Klinger, in mit zwei Teamkameraden gegen ein Trio antrat, das sich zwar wehrte, aber keine Chance hatte. Provozierend lässig setzte sich „Bad Bones“ zu den Zuschauern in die erste Reihe. Er schaute zu, wie seine beiden Teamkollegen die drei Gegner verprügelten. Spektakulärer Höhepunkt war ein Hechtsprung über das Seil hinweg auf einen außerhalb des Ringes am Boden liegenden Gegner. Die Zuschauer tobten vor Begeisterung. Sie werden sich den 19. März 2016 vormerken, wenn der nächste Wrestlingabend bei Heiko Dassbeck veranstaltet wird.

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