Marienkirche: Bürgerkanzel am Sonntag, 5. Juni, mit Löwenherz-Chefin Gaby Letzing

„Woran glaubst du?“

Auf den Weyher Kommissariatschef Johann-Dieter Oldenburg folgt in der Bürgerkanzel Gaby Letzing, Leiterin des Kinder- und Jugendhospizes Löwenherz. Pastor Ulrich Krause-Röhrs bespricht Details für den Gottesdienst. - Foto: Ehlers

Leeste - Von Sigi Schritt. Wo kommen christliche Themen im Alltag vor? Gelten die zehn Gebote auch beim Volkswagen-Vorstandschef Martin Winterkorn? Welche Rolle spielt der Glaube bei Christen, die beispielsweise bei einer Bank die Geschicke leiten? Das sind Fragen, auf die der Pastor Ulrich Krause-Röhrs Antworten sucht und deshalb die Bürgerkanzel ins Leben gerufen hat. Das Projekt wird in diesem Jahr am Sonntag, 5. Juni, um 10 Uhr mit Gaby Letzing vom Kinder- und Jugendhospiz Löwenherz fortgesetzt.

Der Pastor erinnert zunächst an die erfolgreiche Premiere im vergangenen Jahr: Damals hatte der Kommissariatschef Johann-Dieter Oldenburg die Kanzel in Uniform betreten. Er hatte berichtet, dass er in seiner 45-jährigen Dienstzeit viel Leid und Elend kennengelernt habe.

Die Schicksalsschläge und auch die ihm anschließend von Angehörigen oft gestellte Frage nach dem „Warum?“ hatte der Ordnungshüter in der Leester Marienkirche in den Mittelpunkt seiner Ausführungen gestellt.

Die nächste Bürgerin, die die Kanzel betritt, Gaby Letzing, hat wie Oldenburg ebenfalls viel Leid gesehen, denn in ihre Syker Einrichtung kommen Menschen, die wie sie es ausdrückt, „eine lebensbegrenzende Krankheit“ haben.

Wer jetzt denkt, dass sie in Leeste tränenreiche Geschichten übermitteln will, irrt. Im Gegenteil. Die Gottesdienstbesucher sollen schließlich eine Hoffnungsbotschaft mit aus der Marienkirche nehmen. Allerdings will Letzing ihre Zuhörer berühren und deshalb an diesem Sonntag von Nico aus Stuhr berichten, wie reich für alle ein kurzes Leben sein kann.

Er starb im November 2014 an den Folgen eines inoperablen Gehirntumors und gehörte zu den neuen 75 Gästen des Jugendhospizes. Im Kampf gegen seine Krankheit prägte er laut Letzing bei seinen Freunden und den Löwenherz-Mitarbeitern den Satz „Die Hoffnung stirbt zuletzt, und meine schon mal gar nicht.“ Deshalb hat die Löwenherz-Leiterin den ersten Teil als Motto für den Gottesdienst gewählt.

„Der 17-jährige hatte viel vor“, sagt sie. Er wollte zu einem Auslandsjahr in die USA aufbrechen, und musste wegen starker Kopfschmerzen ins Krankenhaus. Doch er machte zwei Rechnungen auf, berichtet sie. Obwohl es ihm von Tag zu Tag schlechter ging, glaubte er bis zuletzt an ein Wunder. Er konfrontierte auch die Löwenherz-Mitarbeiter mit der Frage: „Woran glaubst du?“

„Bei uns ist die Nähe zum Tod ein starker Türöffner, sich über spirituelle Dinge zu unterhalten“, so Letzing. Für Nico habe sie schließlich einen sehr persönlichen Brief über ihren Glauben geschrieben.

Sie habe ein eigenes Gottesbild, verrät sie. Sie habe zwar als Gemeindeschwester gearbeitet und auch im Kirchenchor gesungen, habe aber eine kritische Haltung zur Institution Kirche. Deshalb sei sie auch hocherfreut über die Einladung von Pastor Ulrich Krause-Röhrs gewesen, ohne Vorgaben vor der Gemeinde sprechen zu können. Fragen können im Gottesdienst gestellt werden.

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