„Die wollen das so“

Laut, aufdringlich und manchmal auch liebenswürdig frech: Holland-Markt in Leeste

32 Marktstände aus den Niederlanden verliehen dem Hollandmarkt in Leeste das passende Flair.

Bevor die Gänse an den Marktbesuchern vorbeiziehen, hört man von weither schon den Marschrhythmus, den ein holländischer Trommler an der Spitze dieses „Gänsemarsches“ vorgibt. Lachend lassen die Besucher die zwölf Gänse an sich vorbei watscheln, denen noch ein Meisje mit einer Trillerpfeife folgt, und spontan gibt es Applaus für diese wunderschöne Szene.

Leeste - Der Leester Hollandmarkt hat auch in seiner dritten Auflage noch nichts von seinem Reiz verloren und hebt sich deutlich von den Herbstmärkten in der Region ab. Dafür sorgen nicht allein die Gänse und die großen gelben Holzschuhe, in denen sich Besucher fotografieren lassen können. Dafür sorgen auch die holländischen Marktbeschicker. Laut, aufdringlich, manchmal auch liebenswürdig und frech scheuen sie keine Berührungsängste mit den Besuchern.

„Kumm ran mit de Schubkarre“ ruft der Wurstverkäufer einem Herrn im Rollstuhl zu und reicht ihm eine Wurstprobe. Mit Vorliebe radebrechen sie mit ihren Kunden. „Das wollen die so“, erklärt einer der holländischen Händler, der an seinem Fruchtstand „zoete Plumen“, „Aardbaien“ und „mooie dikke Nekta“ verkauft und tatsächlich sehr gut Deutsch spricht. Es macht ihnen und den Kunden Spaß, sich verständigen zu müssen.

Vielfältig war das Angebot.

Insgesamt hat Marktmeister Marcel Marquardt 63 Stände gezählt, darunter 32 Stände aus den Niederlanden. Viel Fantasie ist nicht erforderlich um sich vorzustellen, wie der Leester Herbstmarkt ohne die Beschicker aus dem Nachbarland aussehen würde.

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Glücklicherweise haben auch die Leester Standbetreiber trotz der größeren Konkurrenz einen sehr positiven Eindruck von ihrem Markt. Monika Bianchi aus der Lahauser Tiffany-Werkstatt hatte einige Jahre mit der Teilnahme am Leester Herbstmarkt ausgesetzt. „Als die Holländer kamen, habe ich es mal wieder probiert, und das hat sich gelohnt“, stellt sie zufrieden fest. Auch das Ehepaar Henken aus Stuhr, das „schon lange bevor die Holländer kamen“ in Leeste Poffertjes verkauft hat, empfindet die Gäste nicht als Konkurrenz. „Unsere Poffertjes schmecken sowieso besser.“

Dass alle so zufrieden waren, lag nicht nur am schönen Wetter. Inzwischen hat sich der Gänsemarkt in der Region herumgesprochen. Aus Steinhude war das Ehepaar Kopp mit seiner hübschen Hündin Nina gekommen. Nina ist ein holländischer Rassehund, der in den Niederlanden auch bei der Gänsejagd eingesetzt wird. Aber Nina beachtete die vorbeiziehende Gänseschar überhaupt nicht. „Sie ist satt“, erklärte ihr Herrchen.

Mehr Klischee geht nicht. Käse aus Holland.

Aus Bremen ist eine Familie gekommen, die sich als „Holland-Fans“ vorstellte und begeistert davon war, „was die hier in Leeste auf die Beine gestellt haben“. Sie standen an dem Stand mit den „Specerijen en Thee“ und wollten auch noch „Rosinen-Bollen“ mitnehmen.

Der Besucherandrang sorgte in der Schminkecke vom Jugendrotkreuz ebenso für mehr Betrieb, wie die Bungee-Seile und die Wasserräder im Erlebnispool, die ständig im Betrieb waren.

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Weyhe
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