77-Jähriger startet heute als „Roter-Radler-Rentner“ auf eine Fernfahrt durch Irland

Wolfgang Pankalla will’s noch einmal wissen

Der 77-jährige Wolfgang Pankalla in rotem Outfit und auf dem Laufband im Fitnessstudio in Weyhe mit seinem Trainer Andre Klück

Weyhe - Wolfgang Pankalla aus Weyhe-Ahausen will es noch einmal wissen: Der 77-Jährige, der bekannt ist durch außergewöhnliche Exkursionen und Unternehmungen, über die immer wieder auch an dieser Stelle zu lesen gewesen war, startet heute in ein weiteres Abenteuer: Als „Roter-Radler-Rentner“ begibt er sich nach eigener Auskunft auf eine Fernfahrt durch Irland.

„Eigentlich“, so holt Pankalla aus, „fing alles mehr oder weniger harmlos mit der typischen Alte-Männer-Krankheit an – mit Problemen beim Wasserlassen“. Nach zweimaliger Laser-Behandlung und dem zweiten Krankenhaus-Aufenthalt samt feingeweblicher Untersuchung erfuhr er, dass er ein Prostata-Karzinom hat. Sein Arzt: „Herr Pankalla, Sie machen sich zu große Sorgen. Sie werden eines Tages mit dem Krebs sterben, aber nicht durch den Krebs!“

„Eine solche Nachricht haut wohl jeden aus den Socken und ich habe natürlich auch gleich von persönlichen Kontakten über das Internet und der Mitgliedschaft in einer Verdener Selbsthilfegruppe alle Hebel in Bewegung gesetzt, um weitere Informationen zu erhalten. Durch hochkarätige Referenten der Universitätsklinik in Hamburg-Eppendorf oder aus anderen Kliniken, die die Gruppe als Referenten verpflichtet hatte, ließ ich dort nach einem neuen Verfahren eine Biopsie machen“, spricht Pankalla über seine Ärzte-Tour. Von zehn Proben hätten sieben den Hinweis auf Krebs ergeben, so der Rentner. Allerdings: Es habe sich um einen „sehr gefährlichen Typ“ gehandelt, über den es in der Diagnose wörtlich geheißen habe: „Aufgrund der Hoch-Risiko-Konstellation des Gleason-Grades mit einem Gesamtscore von 8 (die Tabelle geht nur bis 10) empfehlen wir …“

Pankalla will seine Geschichte aufarbeiten und dazu beitragen, dass andere Betroffene „den Kopf nicht in den Sand stecken“. „Totaloperation oder Strahlenbehandlung mit der Gabe von weiblichen Hormonen sind da nicht alles“, so Pankalla: „Ich bin jedenfalls, so lange es dauern mag, erst einmal aus dem Gröbsten heraus und belohne mich mit einer mehrmonatigen Rad-Fernfahrt durch Irland.“

Aufgrund der Vorgeschichte sei das nach eigener Einschätzung ein Vorhaben, „bei dem es keineswegs gesichert ist, ob ich es erfolgreich beenden kann oder ob ich früher wieder zu Hause bin, als ich zu diesem Zeitpunkt denke“, erklärt der Abenteurer, der insgesamt 3 000 Kilometer bewältigen und in einem Zelt schlafen will – und das mit seinen 77 Jahren. Das sei laut Pankalla eine Herausforderung, die es ihm quasi unmöglich gemacht habe, Mitfahrer zu finden.

Natur, Kultur und natürlich das Bild von Landschaft und Menschen habe bei Pankalla stets eine große Rolle bei allen Vorhaben mit den Hachetaler Naturfreunden gespielt. Bei seinen extremeren Plänen würde sich kein Mitfahrer wohlfühlen, wenn „er dauernd anhalten müsse, um zu warten, bis ich diese Blumen, jenen Schmetterling oder aber die Landschaft richtig ins Bild gesetzt habe“.

Der selbsternannte „Rote-Radler-Rentner“ – mit rotem Rad und roter Kleidung, um stets gut zu erkennen zu sein – will den ganzen Tag unterwegs sein und „vielleicht um 20 Uhr ins Zelt kriechen“. Aufzustehen gedenkt er um 5 Uhr, um dann – wenn es nicht gerade in Strömen regnet – gegen 6.30 Uhr wieder in den Sattel zu steigen. „Selbst bei meinen ständigen Pausen könnte ich dann an guten Tagen auch bei stark gegliedertem Relief durchaus mal auf 100 Kilometer am Tag kommen“, so der Weyher.

Wie bei allen seinen großen Abenteuer-Touren habe er sich im Weyher Fitnessstudio bei Andre Klück vorbereitet. Dieses Training sei aber wegen des Aufwands im Zusammenhang mit seiner Erkrankung in diesem Jahr eher „schwach ausgeprägt“ gewesen. Pankalla, trotz körperlicher Defizite: : „Der Geist ist jedenfalls willig!“ - hen

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