Wolfgang Meyer beendet Trilogie über seinen Onkel, U-Boot-Fahrer Willy Meyer

Viele Informationen aus dem alten Kirchweyhe

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Eine offizielle deutsche Postkarte. Zufällig ist auf dem Foto ein Porträt von Willy Meyer abgelichtet. Repros: Hellmers

Weyhe - Von Sandra Hellmers. Ein Weyher als Autor: Wolfgang Meyer komplettiert in Kürze die Trilogie über das Leben seines Onkels Willy, der im Zweiten Weltkrieg als U-Boot-Fahrer viel erlebte.

Nach dem großen Erfolg von Band 3, der als erstes Buch der Trilogie im Juni erschienen war (wir berichteten), hat Wolfgang Meyer in den vergangenen Monaten die Veröffentlichung der beiden anderen Bände weiter vorangetrieben. Nun werden beide fast gleichzeitig erhältlich sein. Die Dokumentation wurde kürzlich auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt – auf dem Messestand des Verlags Tredition und in einer Podiumsdiskussion.

Dass Meyer in seinen Büchern einen Mann aus der Region porträtiert, macht die Werke besonders interessant. „Vor allem Band 1 enthält viele Informationen aus dem alten Kirchweyhe“, sagt Meyer. Akribisch sammelte er Material aus verschiedenen Quellen, allen voran seinem eigenen privaten Archiv. Die Bilder vom Moordamm, der alten Eisenbahnersiedlung, dürften viele Kirchweyher ganz besonders erfreuen.

Willy Meyer, der 1915 geboren worden war, wuchs dort in einer funktionierenden Nachbarschaft mit seinen beiden Geschwistern auf und trat nach seinem Schulabschluss zunächst eine Lehre als Frisör in Syke an. Diese Zeit ist es, die Wolfgang Meyer in Band 1 darstellt. „Darin erzähle ich viele Geschichten, an die sich mein Vater Karl-Heinz bis heute noch erinnern kann“, beschreibt Meyer. Das Leben am Moordamm zu Beginn des 20. Jahrhunderts wird eindrücklich dokumentiert und mit vielen Anekdoten und Bildern angereichert.

In Band 2 wird aus dem Frisörgesellen der U-Boot-Fahrer. Willy Meyer hatte 1934 bei der Marine angeheuert und eine umfangreiche nautische Ausbildung absolviert. Er landete schließlich 1939 als Bootsmannsmaat direkt beim legendären U-Boot-Kapitän Günther Prien auf U-47. Dort war Meyer auch beim berühmten Angriff auf den Naturhafen der britischen Home-Fleet, Scapa Flow, dabei. 1939 wurde dort in einer nächtlichen Aktion das britische Schlachtschiff HMS Royal Oak getroffen und versenkt. „Scapa Flow ist natürlich ein Schwerpunkt von Band 2“, erklärt Wolfgang Meyer. Die Attacke auf den britischen Kriegshafen wurde später von den Nationalsozialisten zu Propagandazwecken ausgenutzt. Auch aus diesem Grund ist U-47 das wohl am besten dokumentierte U-Boot in der Geschichte des Zweiten Weltkriegs. Die Royal Oak liegt noch heute auf dem Meeresgrund inmitten der Orkney-Inseln.

Als U-47 im Jahr 1941 von einem Einsatz nicht zurückkehrte und die gesamte Besatzung ums Leben kam, war Willy Meyer zum Glück nicht an Bord. Er absolvierte gerade weitere Lehrgänge an der Steuermannschule in Gotenhafen, heute Gdingen (Polen). Für Prien jedoch war er offenbar immer ein besonderes Besatzungsmitglied gewesen – in dessen Autobiografie „Mein Weg nach Scapa Flow“, das 1940 erschien und damals ein Bestseller war, wurde Willy Meyer mehrfach erwähnt und teilweise wörtlich zitiert. „Priens Texte habe ich in meinem Buch natürlich ebenfalls untergebracht. Sie sagen viel über meinen Onkel aus“, sagt Wolfgang Meyer. Doch auch die Geschichten von seinen Heimatbesuchen dokumentieren den Menschen Willy Meyer – und so gibt es auch in Buch 2 immer wieder viel aus Kirchweyhe zu erfahren.

1943 ist auch Willy Meyer ums Leben gekommen. Sein Boot U-509 wurde westlich von Madeira von Flugzeugen des amerikanischen Flugzeugträgers USS „Santee“ beschossen und versenkt. „Meine Oma Käthe war bis zu ihrem Tod der Überzeugung, dass er noch lebt“, erzählt Wolfgang Meyer. Zumindest in den Büchern seines Neffen tut er das tatsächlich.

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