Rinder und Schafe verhalten sich auffällig

Wolf oder ein ähnliches Tier

Josef Teupes Hunde, die bei der Suche halfen. - Foto: JT

Ahausen - Von Philipp Köster. Beweise hat Josef Teupe nicht. Aber Vorkommnisse der jüngsten Zeit in Ahausen und Riede machen den Forstwirt stutzig: Los geht die Geschichte am 27. Mai. Teupe erhält einen Anruf von einem Ahauser Landwirt, dass 100 Milchkühe von ihrer Weide ausgebüxt seien. Der Bremer macht sich sofort auf den Weg, um nachzuschauen. Der Eigentümer führt die Tiere zurück auf den heimischen Hof.

Nur wenige Stunden später brechen die Tiere wieder aus. Der Deichverband, der den Deich mähen lassen wollte, hatte den Landwirt informiert. Teupe bringt sie mit seinen drei Hunden wieder zurück. „Dass Milchkühe weglaufen, verwundert. Denn wenn die Kühe Stress haben. laufen sie in der Regel zum Boxenlaufstall.“

Am selben Tag ein ähnliches Phänomen: Ein Großteil der Schafherde des Rieder Schäfers Matthias Läpple stehen in Ahausen mitten in der Kuhherde. 40 bis 50 Schafe hatten sich zudem von der Hauptherde entfernt und waren fünf Kilometer durch die Feldmark gelaufen. Teupe findet sie im Rahmen einer Nachsuche wieder, informiert den Schäfer und führt auch sie mit seinen Hunden zurück.

Einen Tag später, am 29. Mai, trifft Teupe bei einer Abschlussbegehung im Boller Holz (Samtgemeinde Thedinghausen) auf zwei verängstigte Rinder, die wiederum dem Ahauser Milchbauern gehören.

Am 2. Juni dann will Klaus Runow, Mitarbeiter des Reiterhofs Rendings in Ahausen, gegen 22 Uhr nach einer Stute und seinem Fohlen auf der Weide sehen. Da huscht ein grau-schwarzes Tier vorbei. Ein Schäferhund? Ein Wolf? Der eilig informierte Josef Teupe rät zur Vorsicht und dass Runow das Fohlen und seine Mutter reinholen soll. Denn die gefährliche Begegnung des Fohlens mit einem Wolf würde es sein Leben kosten oder für das Ende seiner Tage schocken, sagt der Diplom-Forstwirt und Wolfsexperte.

Schäfer Läpple installiert derweil Fotofallen in Ahausen. Im Ortsteil geht die Angst um die Pferde um, zumal drei junge Frauen beim abendlichen Ausritt ebenfalls das Tier gesehen haben wollen.

Es gibt Überlegungen im Dorf, das Tier zu beobachten und im vermuteten Unterschlupf, einer alten Tongrube in Sudweyhe, aufzuspüren. Teupe mahnt zur Besonnenheit und erinnert daran, dass der Wolf streng geschützt ist. Wer ihn ohne Erlaubnis tötet oder vergrämt, kann bis zu fünf Jahre ins Gefängnis kommen.

Ob es sich um einen Wolf handelt, vermag der 62-Jährige nicht zu sagen. Doch er hat Spuren gesammelt. An einem Stacheldraht, den die beiden Rinder in der Feldmark niedergetrampelt hatten, klebten Haare. Untersuchungen in einem Labor sollten Aufschluss geben, ob es sich eventuell um einen Wolf oder „nur“ um einen wolfsähnlichen Hund handelt.

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