Kunden beachten die Regeln

Nachfrage auf dem Wochenmarkt Kirchweyhe größer als vor Corona

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Weyhe - Der Kirchweyher Wochenmarkt macht richtig Spaß. Lange Warteschlangen bilden sich vor den Marktständen, und die Kunden müssen aufpassen, dass sie dort, wo sich diese Schlangen kreuzen, nicht falsch abbiegen. Fast alle tragen Masken, niemand drängelt.

„Obgleich alle die Abstände einhalten, herrscht eine erstaunliche Nähe“, berichtet Mario Kampe. Er lobt seine Kunden für das große Verständnis und die Geduld, die sie wegen der Corona-Krise zeigen. Zuverlässig befolgen sie seine Bitte, dass nicht mehr als zwei Personen gleichzeitig an seinem Stand einkaufen.

Anfangs hätten einige Kunden noch befürchtet, dass es Engpässe bei der Versorgung geben könnte, erinnert Kampe sich. Aber das habe sich längst erledigt, obgleich die Nachfrage sogar größer als vor der Krise geworden sei. Das bestätigt auch „Piet“ Wittrock in seinem Fischgeschäft. Er nimmt an, dass in vielen Haushalten wieder mehr selbst gekocht und gebraten wird. „Die Rezepte finden sich im Internet oder bei den Kochsendungen im Fernsehen“, vermutet er.

Abstände auf dem Wochenmarkt werden eingehalten

Um die vorgeschriebenen Abstände einhalten zu können, hat Brigitte Brüning vor ihrem Verkaufswagen zwei zusätzliche Warentische aufgebaut. Sie hat den Umsatz ebenfalls gesteigert und die größere Nachfrage nach frischem Gemüse auch in ihrem eigenen Hofladen in Lahausen bemerkt. Dabei weist sie ihre Kunden immer wieder darauf hin, dass Brünings diesen Hofladen noch lange nicht zu schließen gedenken, auch wenn Gerd Brüning im Sommer die Landwirtschaft aufgeben wird.

Auf dem Weyher Marktplatz: Die Kunden tragen beim Wochenmarkt Mundschutz und halten Abstand. Niemand drängelt.

Jörn Petersohn aus Steyerberg schiebt sich den Mundschutz wieder zurecht, obgleich er als Anbieter im Gegensatz zu seinen Kunden gar keinen Mundschutz zu tragen brauchte. Er trägt ihn „aus Solidarität mit den Kunden“. Er darf den Wochenmarkt erst wieder seit zwei Wochen beschicken und betont, wie wohl er sich auf dem Weyher Wochenmarkt fühl. Es herrsche ein sehr angenehmes Betriebsklima.

Viele Familien beginnen zu gärtnern

Neben dem üblichen Angebot an Blumen und Kräutern bringt er inzwischen mehr Jungpflanzen mit, denn er hat festgestellt, dass viele Familien wieder zu gärtnern beginnen. Für Kunden, denen dafür nur ein Balkon zur Verfügung steht, hat er Gemüsepflanzen gesät, die nur wenig Platz benötigen. Dazu zählen seine Zuckererbsen, die nur wenige Zentimeter hoch werden, nicht rankeln und mit der Schale gegessen werden können. Er verzichtet auf Plastikverpackungen und bietet Kunden kleine wiederverwendbare Pfandkisten an.

Die Anbieter hoffen, dass die Kunden, die den Wochenmarkt jetzt für sich entdeckt haben, ihnen auch nach dem „Lockdown“ treu bleiben und dass sich der Trend, Produkte aus der Region zu verarbeiten, weiter fortsetzt.

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