In der Corona-Krise das Duo „Marcel Schlager & das Dele Unterhaltungsorchester“ gegründet

„Wir wollen Stimmung in die Bude bringen“

Treten gemeinsam auf: Marc Plate (l.) und Andreas Lange auf den Spuren der legendären ZDF-Hitparade mit Dieter-Thomas Heck.
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Treten gemeinsam auf: Marc Plate (l.) und Andreas Lange auf den Spuren der legendären ZDF-Hitparade mit Dieter-Thomas Heck.

Weyhe – Lockdown in der Corona-Krise: Beschäftigte der Unterhaltungsbranche rufen derzeit „Alarmstufe Rot“ und weisen auf ihre prekäre Situation hin. Mitten in dieser Krise, in der Solo-Selbstständige wie hauptberufliche DJs und Musiker gezwungen sind, zur Arbeitsagentur zu gehen, weil sie ihren Lebensunterhalt nicht mehr bestreiten können, gründen zwei bekannte Weyher Persönlichkeiten ein Duo.

Der eine ist neben seiner Hauptbeschäftigung ein Solokünstler und steht seit vielen Jahre auf der Bühne, war Schauspieler des Weyher Theaters. Der andere ist mit seinem Party-Blasorchester, den Bubingas, weit über die Grenzen der Wesergemeinde hinaus bekannt: Die Rede ist von Andreas Lange (52) und Marc Plate (48), die sich unter „Marcel Schlager & das Dele Unterhaltungsorchester“ einen Namen machen wollen.

Es sei schon ein wenig verrückt, so etwas zu wagen, müssen der Künstler Marc Plate und der Musiker Andreas Lange zugeben. Doch offenbar treffen beide den Geschmack der Zuhörer, denn erste Auftritte seien – wie sie sagen – vielversprechend gewesen.

Während des Corona-Lockdowns im Frühjahr hätten Lange und Plate nicht nur viel Zeit gehabt, sondern auch gemeinsam viel Musik gehört: Immer wieder Schlager, berichten die beiden Melchiorshauser, die in der gleichen Straße wohnen.

Beide teilen die Begeisterung für dieses Genre seit Jahrzehnten, und so kamen sie gemeinsam auf den Einfall, ein eigenes Projekt zu starten: Marc Plate, der unter dem Namen Marcel Schlager bereits seit 14 Jahren Auftritte absolviert und Andreas Lange, der mit dem Saxofon die Bläserstimme oder das Solo spielt, während aus einem großen Lautsprecher Mp3-Lieder ertönen.

Eine Bühne benötigen sie nicht, sagen sie. Ihr Verstärker und Lautsprecher seien transportabel. Ihre Geräte bieten die Möglichkeit, Funk-Mikrofone hineinzustecken und ein Laptop anzuschließen – fertig.

Beim Testauftritt anlässlich eines Geburtstages hätten die Gäste gejohlt und das Duo beklatscht, berichten die beiden. Das habe sie angespornt, ernst zu machen.

„Wir wollen Stimmung in die Bude bringen und möchten, dass alle fröhlich sind“, sagt Plate. Er und sein Partner möchten die Musik „nicht veralbern“, sondern die Originale etwa von Roland Kaiser, Howard Carpendale und die vieler weiterer Interpreten, die in der legendären TV-Sendung „Hitparade“ im ZDF aufgetreten sind, möglichst so interpretieren, wie die Sänger die Stücke einst gesungen haben.

Die alten Songs aus vergangenen Jahrzehnten zu „verballermannisieren“, wie Andreas Lange es nennt, das sei nicht das gemeinsame Ziel.

Schlagermusik sei nämlich ein besonderes Kulturgut, das sich um eine heile Welt dreht, in der die Menschen unbeschwert leben. Wenn die Zuhörer in die Musik eintauchen, mitgehen, lautstark mitklatschen und mitsingen, dann schwingt laut Plate ein besonderer Zauber mit. Er glaubt, dass die Zuhörer es nicht zwar aussprechen, aber wenn sie es täten, sagen würden, dass ihnen „etwas fehlt“. Was er damit meint? In der Pandemie sei es zum Beispiel der davor gewohnte Alltag sowie die Sehnsucht nach einem Idealbild einer friedlichen Umgebung und einer unbeschwerten Zeit.

Das Duo absolvierte weitere Auftritte – unter Wahrung der Abstands- und Hygieneregeln – wie Plate und Lange betonen, die ebenfalls sehr gut angekommen seien. „Wir haben über 20 Songs im Repertoire“, so Plate.

Ein Auftritt fange schon mit der Ankunft an. Nachbar Detlef fahre sie zum Einsatzort. „Wir sitzen bereits in voller Montur im Auto. Wenn der Fahrer die Tür aufmacht, geht es los“, so Lange. Das sei zunächst ein Gag gewesen, werde aber zum Markenzeichen. „Die Gastgeber wissen Bescheid, dass es bereits dann losgeht, wenn das Auto auf den Hof kommt.“ Es werde auch nicht lange dauern, bis das Musik-Feuerwerk ertönt: „Musik ist Trumpf“, „Ein Bett im Kornfeld“, „Eine neue Liebe“ und „Über den Wolken“.

Das Thema Schlager sei für beide offenbar nicht nur eine Laune der Zeit, sondern hätte sie seit der Kindheit begleitet: Marc Plate, geboren 1971 in Bremen, hatte früher in seinem Elternhaus in Riede viel Roy Black gehört. „Bin also schlagergeschädigt. Es gab viele Ariola-Platten von Udo Jürgens und Heintje.“

„Bei meinem Vater war Heino angesagt und die Musik von Max Gregor und James Last“, so Lange.

Früh zog es beide ins Rampenlicht: „Auf Klassenfesten habe ich immer für Stimmung gesorgt“, blickt Plate zurück. Bühnenauftritte folgten. Schließlich fand er den Weg über die Lahauser Bühne ins Weyher Theater und dort auch die Liebe. Der zweifache Familienvater arbeitet seit 25 Jahren als Versicherungskaufmann in Leeste. „Jetzt nicht, Liebling“ von Ray Cooney sei sein letztes Stück gewesen.

Andreas Lange, geboren 1968 in Bremen, sei ebenfalls als Schüler ein Entertainer gewesen. Damals sei er von seinen Mitschülern „Dele“ genannt worden. Dieser Spitzname schaffte es in den Duo-Namen. Andreas Lange setzte seinen Schwerpunkt konsequent in die Musik, habe aber nie eine Profi-Karriere angestrebt, sondern stieg in den Tischlereibetrieb der Familie ein.

Der Melchiorshauser spielte in der KGS Leeste in der Big Band und musizierte im Orchester des TSV Blau-Weiß Melchiorshausen. Nach einem entsprechenden Dirigentenlehrgang leitete er das Orchester und gründete mit Teilen des Klangkörpers ein Partyorchester: die Bubingas. Bei diesen Auftritten, etwa beim Brokser Heiratsmarkt oder beim Rieder Karneval, stand er mit den Bubingas gemeinsam mit Marcel Schlager auf der Bühne. „In einer Bierlaune hatte n wir bereits 2014 eine Kooperation überlegt, aber dann haben wir die Idee schleifen lassen“, so Lange.

Das Duo ist per E-Mail an macelschlager@email.de erreichbar.

Von Sigi Schritt

Tausende Theaterbesucher haben Marc Plate (r.) auf der Bühne erlebt und über seine Gags gelacht. Archivfoto: Ehlers
Bringt mit seiner Partyband ganze Zeltgesellschaften zum Kochen: Andreas Lange (2. v. r.).

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