Ausstellung in der Wassermühle Sudweyhe

„Wir sind von der Wurzel her alle gleich“

TingTing Han und Thomas Franck hängen die ersten Werke auf. Eines zeigt sogar die Wassermühle Sudweyhe.

Sudweyhe - Von Sigi Schritt. Mit dem Titel „Selbstverständlich: Abstrakt“ ist die neue Ausstellung umschrieben mit einer Vernissage, zu der die Gemeinde für Samstag in die Wassermühle Sudweyhe einlädt. Die Kulturbeauftragte Hedda Stock will die Besucher mit auf eine philosophische Reise schicken.

TingTing Han und Thomas Franck haben aus ihrem Atelier in Bücken (Hoya) 24 Großformate und eine Reihe kleinere Bilder mitgebracht, die sie gestern im ersten Stock positionierten. Ihre Werke sind bis zum 3. November zu sehen.

Beide Künstler wollen eine Brücke zwischen der östlichen und westlichen Kultur schlagen. Sie sind seit acht Jahren ein Paar und seit 2018 verheiratet.

TingTing Han ist 1979 in Peking geboren und hat bereits einen künstlerischen Lebenslauf, der bis in die Kindheit hineinreicht. Kunstkenner sagen, dass ihre Arbeiten deutlich machen, dass sie selbst als eine Meisterin ihres Faches zu werten ist. In jungen Jahren hatte sie bereits Unterricht bei einem in China bekannten Künstler und studierte traditionelle Malerei. Sie beschäftigte sich mit Gedichten, Siegel und der Kalligrafie. Ihr besonderes Interesse galt den Porträts des klassischen Realismus. Sie war längst eine Expertin im Umgang mit Kohle, Bleistift, Gouache, Wasserfarben und Ölmalerei, als sie die Aufnahmeprüfung von Chinas Zentralen Akademie der Schönen Künste für sich entschied. Nach ihrem Abschluss arbeitete sie als Dozentin. Vier Jahre lebte sie in Hongkong. Dort stand Produkt- und Grafikdesign im Vordergrund. Ein Stipendium führte sie nach Deutschland, wo sie auch ihren späteren Mann kennenlernte.

Für ihre erste gemeinsame Ausstellung haben beide – wie es TingTing Han formuliert – eine besondere Botschaft: „Wir sind von der Wurzel her alle gleich“, sagt sie. Die 40-Jährige möchte mit ihren Werken die traditionsbewusste chinesische Denkweise näherbringen und thematisiert in ihren Großformaten Sprichwörter wie diese: „Der Weise kennt keine Zweifel“, „Der Menschenfreund kennt kein Leid“ und „Der Tapfere kennt keine Furcht“. Die Motive zu den Bildern entstammen aus ihrem Leben, sagt sie.

Thomas Franck, geboren 1973 in Lübeck, ist IT-Spezialist und baut Computer-Netzwerke und Systeme für Superjachten. Er studierte Kalligrafie in China und schloss es dort ab. Mit der Hilfe dieser Schriftzeichen sieht das Ehepaar eine Möglichkeit, die Kulturen zu verschmelzen. Besucher können in Bildern auf Seide oder Reispapier kunstvoll geschwungene Schriftzeichen sehen. Wie würde ein deutsches Wort als chinesisches Zeichen aussehen? Franck gibt eine Antwort darauf, wie sich lateinische Buchstaben schwungvoll darstellen lassen.

Außerdem dürfen Besucher sich selbst einmal daran versuchen.

Die Vernissage beginnt um 16 Uhr. Gerd Bastigkeit untermalt die Veranstaltung musikalisch. Der Eintritt ist frei.

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