Verein sucht nach neuen Mitgliedern

SV Dreye besteht seit 50 Jahren: „Wir bleiben auf jeden Fall am Ball“

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Ein historisches Bild: Der SV Dreye weiht sein neues Vereinsheim ein.

Dreye - Von Janna Silinger. Die Gründung war damals ein ziemlicher Kampf, berichtet Ludwig Häfker, ehemaliger zweiter Vorsitzender des SV Dreye. Er erinnert sich gut: Vor genau 50 Jahren habe man nichts gehabt, keinen Sportplatz, keine Halle, kein Vereinsheim. Das hielt die Männer und Frauen aber nicht auf.

Sie trainierten einfach auf einer gemähten Rasenfläche vorm Deich. Der damalige Vereinswirt Günther Erlenbach hat den Sportlern dann die Ackerfläche hinter seinem Haus zu Verfügung gestellt. „Wir mussten noch mal die Fläche mit dem Segelverein tauschen, aber dann nahm alles seinen Lauf“, berichtet Häfker weiter. Ein Jahr nach der Gründung gab es endlich einen Sportplatz an der Dreyer Straße. Und dazu das Vereinsheim. „Wir haben alles selbst gemacht. Das war schon außergewöhnlich.“

Im Jahr 2000 wurden das aktuelle Vereinsheim, die dortige Sporthalle und der Außenplatz an der Sudweyher Straße eingeweiht. „Wir mussten lange dafür kämpfen und haben ohne Ende Anträge bei der Gemeinde stellen müssen“, erzählt Häfker weiter. Das bestätigt auch der ehemalige Schriftführer des Vereins, Hans-Ehrenfried Budde. Dieser Schritt sei für den Verein damals wichtig gewesen, um den Mitgliedern auch in den Wintermonaten die Möglichkeit zu bieten, sich sportlich zu betätigen.

Und die Generierung und das Halten dieser sei einer der wichtigsten Aspekte in der Vereinsarbeit, findet auch Eike Purnhagen, der seit März der erste Vorsitzende ist. „Besonders entscheidend ist es, Jugendliche und Kinder von Anfang an in den Verein zu holen“, sagt der gebürtige Dreyer.

Hans-Ehrenfried Budde (v.l.), Ludwig Häfker und Eike Purnhagen sind stolz auf den 50. Geburtstag des Vereins.

Dafür gebe es mehrere Gründe. Zum einen nennen die drei gesellschaftliche Veränderungen: Ganztagsschulen etwa. „Welches Kind will denn dann am Abend noch zum Sport?“ Außerdem, dass betont Häfker, gebe es in Dreye keine Schule. In anderen Ortschaften würden die Vereine direkt dort einsetzen und die Kleinen in den Verein integrieren.

Ein weiterer Aspekt seien längere Arbeitszeiten beider Elternteile. Die würden dann eher noch mal schnell ins Fitnessstudio gehen.

Insbesondere im Bereich der Mannschaftssportarten sei es schwierig, genügend Mitglieder zu finden. „Aber wir geben nicht auf!“, meint Purnhagen. „Wir bleiben auf jeden Fall am Ball“, bestätigt ihn Häfker. Dafür werden Überlegungen angestellt, auf unbekanntere oder Nieschensportarten zu setzen. „Wir sind einer der wenigen Sportvereine, der Bogenschießen anbietet“, sagt Budde stolz. Diese Sportart sei in der Regel bei den Schützenvereinen untergebracht.

Der SV Dreye bietet zudem neben Fußball auch Korbball, Badminton, Gymnastik, Tanzen, Kinderturnen, Volleyball und Aerobic an.

Dennoch besteht weiterhin Bedarf an Zuwachs: „Früher war das einfach anders. Der Verein war nicht nur zum Sport machen da“, so der ehemalige zweite Vorsitzende. Es sei ein Anlaufpunkt gewesen, um Freunde zu treffen, ein Ort, an dem man auch mal in seiner Freizeit vorbei schaute. Es habe ein großer und intensiver Zusammenhalt zwischen den Mitgliedern geherrscht. „Meine Eltern haben vor der Geburtsurkunde schon meine Vereinsmitgliedschaft unterschrieben“, sagt Purnhagen schmunzelnd. Das gebe es heute nicht mehr.

Doch die drei bleiben optimistisch und wollen ihren rund 350 Mitgliedern für die Treue am kommenden Samstag mit einem Fest danken. Außerdem setzen sie auf ihre Ideen, wollen dadurch mehr Menschen auf die Möglichkeiten beim SV Dreye aufmerksam machen und anlocken.

Im Bereich Bogenschießen klappe das schon gut, sagt Purnhagen. „Wir haben sogar eine deutsche Meisterin mit dabei“, berichtet er stolz. Außerdem kämen Interessierte aus dem ganzen Nordkreis nach Dreye – und sogar aus Bremen. „Das freut uns natürlich“, meint er. Und es lasse hoffen.

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