Weyher Bürgermeister in Bremische Bürgerschaft?

CDU will Bovenschulte den Weggang ausreden

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Andreas Bovenschulte in seinem Weyher Rathausbüro. 

Weyhe - Von Sigi Schritt. Ein Paukenschlag für die Weyher Politik: Sie befürchtet, ihren kompetenten und beliebten Bürgermeister Andreas Bovenschulte an das Nachbarbundesland zu verlieren. Der Verwaltungschef folgt nämlich – seit Montag offiziell – dem Ruf des Bremer Regierungschefs Carsten Sieling, das SPD-Team für die Wahl im Mai 2019 zu verstärken und für die Bremische Bürgerschaft zu kandidieren.

„Nach reiflicher Überlegung habe ich mich dafür entschieden, mich um ein Abgeordnetenmandat zu bewerben. Der Vorstand des SPD-Unterbezirks Bremen-Stadt hat mich daraufhin als Seiteneinsteiger für die Wahlliste nominiert“, sagte Bovenschulte am Montag Abend. 

„Ich möchte in einer für die SPD sehr schwierigen Gesamtlage mithelfen, dass meine Partei, der ich mich als ehemaliger Landesvorsitzender immer noch eng verbunden fühle, die führende politische Kraft in Bremen bleibt. Denn die Verbindung von hanseatischer Weltoffenheit und sozialer Verantwortung muss auch künftig die bremische Politik prägen.“

Bovenschulte möchte aus seiner langjährigen Tätigkeit als Erster Gemeinderat und Bürgermeister in Weyhe „viele Erfahrungen und Kompetenzen in die Arbeit in der Bürgerschaft einbringen.“ Er nannte seine Schwerpunkte, für die er sich interessiert: die Bereiche „Wirtschaft und Verkehr“ sowie „Bauen und Stadtentwicklung“. 

„Die gerechte Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums ist mir ein Herzensanliegen, aber klar ist auch: Bevor etwas verteilt werden kann, muss es erst einmal erwirtschaftet werden.“

Parteikollegen sind überrascht

Für die Christdemokraten kommt diese Entscheidung „überraschend“, kommentierte der Fraktionsvorsitzende Dietrich Struthoff. „Wir gingen davon aus, dass er seine Amtszeit vollmacht und sogar wieder kandidiert.“ Struthoff hofft auf eine Möglichkeit, Bovenschulte umzustimmen.

„Ich wünsche ihm alles Gute“, sagte Annika Bruck, Fraktionsvorsitzende der Grünen. „Für Weyhe ist es ein Verlust.“ Auch die Grünen-Vertreterin hätte es gerne gesehen, wenn er abermals für eine neue Amtszeit angetreten wäre.

Ähnlich äußerte sich auch Antje Sengstake von der FDP: „Andreas Bovenschulte schätzen wir sehr, auch wenn wir mal anderer Meinung sind.“ Er sei ein guter Bürgermeister, der in den Ortsteilen viel und oft präsent ist. Sengstake lobte Bovenschulte und nannte ihn „bürgernah“. „Noch schöner wäre es jedoch gewesen, wenn er aus dem Bremer Viertel nach Weyhe gezogen wäre.“

Wahlkampf will Bovenschulte in seiner Freizeit machen

Noch ist er nicht weg, betonte Frank Seidel. „Außerdem muss er erst noch gewählt werden“, so der SPD-Fraktionsvorsitzende. Davon geht Seidel allerdings aus, zumal Bovenschulte in der Hansestadt „sehr bekannt ist und einen Namen hat. Vielen Bremern wird nicht entgangen sein, was er hier geleistet hat“.

Der Weyher Verwaltungschef versprach, bis zuletzt in seinem Amt „Vollgas“ zu geben, um weiterhin einen guten Job zu machen. Nach Feierabend, in seiner Freizeit und im Urlaub werde er für das Sieling-Team kämpfen, kündigte er an.

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