Felicianus-Kantorei übt für den „Elias“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy

Wilde Begeisterungsschreie sind denkbar

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Rund 120 Mitwirkende stehen am 6. November auf der Bühne. Das Bild zeigt die Aufführung von Schuberts B-Dur-Messe im vergangenen Jahr.

Kirchweyhe - Von Philipp Köster. Bei der Uraufführung 1846 in Birmingham ging es hoch her: Überliefert sind „wilde Schreie der Begeisterung“. Das Publikum in der Felicianuskirche kann sich am Sonntag, 6. November, ab 19 Uhr also auf einiges gefasst machen, wenn es das Oratorium „Elias“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy zu hören bekommt.

Der Meister selbst war damals übrigens lange nicht zufrieden mit seinem Werk, das vom Leben des alttestamentarischen Propheten handelt. Ganze zehn Jahre hatte der Komponist an der Arbeit gefeilt. Und selbst nach der Premiere nahm er noch Veränderung vor, so dass die entgültige Fassung auf das Jahr 1847 datiert, das Todesjahr Mendelssohns, der mit nur 38 Jahren nach mehreren Schlaganfällen starb.

Zehn Jahre wird die Kantorei unter Elisabeth Geppert bis zur Aufführung nicht geübt haben, aber immerhin zehn Monate. Schon im Januar starteten die ersten Proben – parallel zu Mozarts Krönungsmesse, die Ende Mai erklang. In den vergangenen Wochen seit den Ferien geht es an den Feinschliff, zuletzt bei einem Probenwochenende in Bad Zwischenahn, dem noch ein Intensivseminar unmittelbar vor der Aufführung folgt.

Wie immer verlangt Elisabeth Geppert ihren Sängerinnen und Sängern einiges ab, um die Schönheit des Oratoriums zur Geltung zu bringen. Denn das wird die Chorleiterin nicht müde zu betonen: wie schön er ist – der „Elias“. „Das Stück ist Balsam für die Seele, geht ins Herz“, versichert sie und erinnert sich an manche Träne in den Augen ihrer Schützlinge während der Proben. Die Arien und Chorstücke vermittelten eine besondere dramatische Tiefe.

Gänsehaut pur

Gänsehaut pur sei zum Beispiel das „Heilig ist Gott der Herr Zebaoth“. „Die Sopranistin fängt an, es folgt die Altisiten a cappella und dann – Ruuuums, volle Pulle!“, begeistert sich Geppert beim Blick ins Notenbuch. Jedes dort aufgeführte „Fortissimo“ und jedes „Crescendo“ lässt sie fasst schon jubilieren. Bekannt seien auch die Stücke „Er hat seinen Engeln befohlen“, „Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser“ und „Hebe deine Augen auf zu den Bergen“.

Das Ensemble probt mit Begeisterung, Anke Duwe zum Beispiel outet sich als echten Mendelssohn-Fan, schon sein Oratorium „Paulus“ hatte es ihr vor fünf Jahren angetan. Auch für Betty Zander und Margot Brozio ist es ein „Vergnügen mitzusingen“.

Insgesamt rund 120 Mitwirkende sind an der Aufführung beteiligt. Neben der Kantorei hat Geppert wieder die Kammer-Sinfonie Bremen und den Tenor Clemens C. Löschmann gebucht. Auch die junge Leipziger Sopranistin Henrike Henoch war schon im vergangenen Jahr bei Schuberts B-Dur-Messe mit dabei. „Die wird noch richtig Karriere machen, sie hat viele Anfragen“, sagt Geppert. Geneviève Tschumi dürfte dem Publikum noch vom Mai-Auftritt bei der Krönungsmesse in guter Erinnerung sein. Erstmals dabei ist Prof. Henryk Böhm, Hochschullehrer aus Hannover. Der Bass verkörpert den Elias.

Karten für das Oratorium gibt es in den Geschäftsstellen der Kreiszeitung, im Kirchenbüro, bei Nordwestticket, im Teekontor am Markt und an der Abendkasse, ab sofort aber nicht mehr bei Schüttert. Die Tickets kosten je nach Kategorie 23, 20 und 12 Euro, ermäßigt 18, 15 und 7 Euro.

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