Gemeinde will mit B-Plan rund um Wasserareal weiter an der Erfolgsgeschichte schreiben

Wieltsee bald näher am beliebten Radweg?

Wünschen sich laut Gemeinde Planungssicherheit: Vereine am Wieltsee.
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Wünschen sich laut Gemeinde Planungssicherheit: Vereine am Wieltsee.

Weyhe – Vor zehn Jahren hat die Gemeinde den Wieltsee gekauft und seither den Naturraum an der Weser für jedermann erschlossen. Nun soll der nächste Schritt folgen: Politik und Gemeinde wollen einen Bebauungsplan aufstellen. Erst vor einer Dekade sei der Gemeinde bewusst geworden, welchen touristischen Schatz sie am Wieltsee und am Naturraum Weser hat.

Alt-Bürgermeister Edmund Irmer blickt zurück: Über viele Jahre seien Freizeitaktivitäten am Wieltsee eher ein Stiefkind der Gemeinde gewesen, räumt Irmer ein. Der Wieltsee sei vor mehr als 20 Jahren vom Rathaus nicht nur sprichwörtlich weit weg gewesen: Man habe Freizeitsportler gewähren lassen. Vereine und eine Marina hatten sich am Wasserareal angesiedelt. Vor einem Jahrzehnt nutzte die Gemeinde anlässlich einer Insolvenz die Gelegenheit, den See zu erwerben, um ihn der Bevölkerung für touristische und Naherholungszwecke zur Verfügung zu stellen. Damit hat die Gemeinde laut Rainer Zottmann, Fraktionsvorsitzender der SPD, den Grundstein für eine Erfolgsgeschichte gelegt. Die Gemeinde kaufte bekanntlich weiteres Land und entwickelte den Rundwanderweg an der Alten Weser sowie den Reisegarten am Dreyer Hafen und schaffte Parkraum. An diese Geschichte wollen Politik und Verwaltung weiter schreiben. Mit einem Bebauungsplan „Wieltesee“ und der 19. Änderung des Flächennutzungsplans will die Gemeinde in einem sogenannten Parallelverfahren Konflikte unterschiedlicher Nutzer des Wieltsees bewältigen. „Die Zeit ist reif“, findet Steffen Nadrowski, zuständiger Fachbereichsleiter der Gemeinde. Er erklärt, was mit „Konflikten“ gemeint sei. Es gebe viele Interessen rund um den Wieltsee, aber kein Gesamtkonzept. Mit einem B-Plan kann man diese vielen Interessen gegeneinander abwägen. So habe ein Angler zum Beispiel das gleiche Recht am Wasser, Fische zu fangen wie ein Sportbootbesitzer, der dort Erholung sucht, oder ein Naturliebhaber, der nicht möchte, dass Greifvögel aus diesem Biotopraum verschwinden.

Aber die Vereine, die sich angesiedelt haben, möchten sich laut Nadrowski weiterentwickeln dürfen und Perspektiven bekommen. Für so manchen Anbau habe es in zurückliegenden Jahren nur Einzelgenehmigungen gegeben. Diese Bauten genießen zwar Bestandschutz, dürfen aber nicht erweitert werden. Vereine möchten allerdings Planungssicherheit bekommen, um sich vergrößern zu dürfen. Andererseits nehme jedes Gebäude Raum weg und begünstige so mögliche Hochwasser. Dieses Areal liege hinter dem Deich und sei ein Überschwemmungsgebiet.

Der Wieltsee habe sich nach Darstellung der Gemeinde im Laufe der vergangenen Jahre zu einem gefragten Standort für wassergebundene Freizeitaktivitäten entwickelt. „Der Ankauf und die Verpachtung der Flächen der Marina an einen professionellen Betreiber waren ein bedeutender Schritt, um den Wieltsee für die Allgemeinheit und für eine öffentliche Freizeitnutzung zugänglich zu machen“, heißt es in der Sitzungsvorlage des Bauausschusses, der am 23. Februar tagt. Die Gaststätte Smokey Island sowie der Jachthafen als Ziel auch für auswärtige Bootsbesitzer seien attraktive Ausflugsziele geworden, so Rainer Zottmann.

Diese Gaststätte ersetze für Dreyer Bürger sogar die eine Dorfgaststätte. „Die bedienen jeden. Da musst du keinen Liegeplatz haben“, sagt Baudirektor Nadrowski.

Vor dem Ankauf sei die Marina-Anlage „nicht schön gewesen und es habe jede Menge Ärger mit dem Zutritt gegeben“, erklärt Zottmann. Mit dem B-Plan soll der Wieltsee attraktiver werden. Möglich sei, dass der beliebte Weserradweg am Ende der Planungen sogar näher an Smokey Island liegen wird, damit sich die Radtouristen dort erfrischen könnten. Aber auch sonst sollte jeder Bürger sich dort erholen dürfen, um das Urlaubsflair des Wieltsees zu genießen. Der Pächter von Smokey Island habe die Gaststätte gut etabliert.

Mit dem Erfolg sei laut Nadrowski die Zahl der Erholungssuchenden gestiegen. Deshalb habe der Marina-Pächter Anlagen von der Gemeinde übernommen und selbstständig erweitert, Parkplätze und Abstellflächen für Trailer geschaffen. Wohnmobile stünden auf dem Parkplatz. Es gebe Hausboote auf dem Wasser. Das alles soll rechtlich abgesichert und in einen Plan gegossen werden.

Im Rahmen dieses Verfahrens müsse man auch überlegen, wie die Verkehre gelenkt werden müssten. Im Sommer lockt der Wieltsee viele Ausflügler an, die nicht alle zu Fuß oder mit dem Fahrrad kommen. Man müsse schauen, wo diese Menschen umweltverträglich ihren Wagen abstellen dürfen.

Für die CDU-Fraktion sei es wichtig, dass das Wieltsee-Areal deshalb überplant wird, damit festgelegt wird, wo sich die Natur weiter entwickeln kann und wo man zum Beispiel Segelsport betreiben kann, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende Dietrich Struthoff. Wichtig sei auch zu wissen, wo man legal baden darf. Camping-Wildwuchs sollte seiner Meinung nach unterbunden werden. Man könnte durchaus diskutieren, ob ein Campingplatz ausgewiesen werden könnte.

Wichtig ist für Antje Sengstake, Fraktionsvorsitzende der FDP, dass der Wieltsee stets frei zugänglich bleibt.

Von Sigi Schritt

Zeigt einen Teil der Marina: Ein Anleger, an dem ein Hausboot festgemacht ist.

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