Freude bei Nabu und Gemeinde über aktuellen Zustand des Böttchers Moors

Wieder ein kleiner See statt einer verlandenden Pfütze

Bild von Anfang März: Die Februarniederschläge hatten den Pegel deutlich ansteigen lassen. - Foto: Wilfried Meyer

Weyhe - „Aus einer verlandenden Pfütze ist wieder ein kleiner See geworden. Wir haben zumindest vorübergehend ein richtig tolles Biotop.“ Manfred Böcker von der Ortsgruppe Weyhe im Naturschutzbund Deutschland (Nabu) freut sich über den aktuellen Zustand des Böttchers Moors.

Grund dafür, dass Böcker mit der Frühlingssonne um die Wette strahlt, ist der Wasserspiegel, „der höchste seit 15 Jahren“. Für ihn liegt auf der Hand, dass die hohen Niederschläge im Winter ursächlich dafür sind. Der viele Regen hat den Pegel auf 68 Zentimeter an der Messlatte am Ufer steigen lassen. Binsen stehen unter Wasser, das Nass am Ufer könne sich nun rascher aufwärmen. Und das sei die beste Voraussetzung dafür, dass Amphibien und Fische zu laichen beginnen und damit für Leben im Gewässer sorgen.

Apropos Leben: Blässrallen (im Volksmund: Blässhühner genannt) und Stockenten bevölkerten den See. „Am Donnerstag und Freitag waren sogar 20 Nonnengänse als Durchzügler da.“ Die Vögel, die sonst aus Sibirien nach Schleswig-Holstein und an die Küste reisen, hätten am Ufer gegrast. Doch die Gäste seien eben nur auf der Durchreise gewesen. Sie würden wie auch andere Tiere von Hunden gestört, die am Böttchers Moor laufen. „Ich will das den Haltern noch nicht einmal verdenken. Aber in der Vergangenheit hat sich rund ums Moor ein Trampelpfad gebildet.“ Böcker hat darum eine Eingabe an die Gemeinde gemacht, dass Teile gesperrt werden. Zugänge von der Böttcherei und der Rumpsfelder Heide sollten ihm zufolge ausreichen, um ans Wasser zu gelangen. Die Störungen hätten schon zur Folge gehabt, dass es keine Haubentaucher mehr am Gewässer gibt. Zwar habe er Verständnis dafür, dass sich Kinder und Hunde am Böttchers Moor aufhielten, doch gelte es, das Biotop als Landschaftsschutzgebiet zu bewahren.

Auch Baudirektor Steffen Nadrowski bittet die Halter von Bello, Fiffi & Co. um besondere Rücksichtnahme. Eine etwaige Sperrung von Teilbereichen beträfe aber nicht nur das Böttchers Moor, sondern auch zum Beispiel die Alte Weser und den Mühlenkamp. „Dafür bräuchte die Verwaltung aber zuvor einen breiten politischen Konsens. Das ist keine kurzfristige Angelegenheit.“ Außerdem ziehe ein Verbot auch immer die Frage nach der Kontrolle nach sich.

Auch der Leiter des Fachbereichs Bau, Planung und Umwelt im Rathaus führt den Wasserspeigel auf die Regenfälle zurück, bringt aber auch die Entschlammung vor zweieinhalb Jahren und die Rodung von Ufergehölzen in Erinnerung, die sich positiv ausgewirkt hätten. Zudem ist die Gemeinde laut Nadrowski in Gesprächen mit dem Landkreis, was das langfristige Beweissicherungsverfahren (Monitoring) zur Grundwasserentnahme durch die Harzwasserwerke anbelangt. Grundsätzlich habe sich das Moor „hervorragend entwickelt“.

Kurzfristiger Gradmesser für eine Klärung der Frage, ob die Brunnen der Wasserwerke eine drastische Absenkung des Spiegels verursachen, könnte für Manfred Böcker schon der kommende Sommer sein: „Wenn der Spiegel dann rapide absinkt, deutet das darauf hin, dass abgepumpt wird.“

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