Wiebke Claßen strickt mit Schauspielerkolleginnen Kleidung für Babys in Uganda

In den Auftrittspausen klappern die Stricknadeln

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Wiebke Claßen, Maren Rogge und Antje K. Klattenhoff (v.l.) häkeln und stricken für Uganda.

Weyhe - Von Heiner Büntemeyer. Im Dezember verbrachte die Diplom-Psychologin und Schauspielerin am Weyher Theater, Wiebke Claßen, gemeinsam mit ihrem Mann, der als Kinderarzt im Krankenhaus Links der Weser tätig ist, einen Urlaub in Uganda.

Aus beruflichem Interesse besuchten sie in Kabale, der Hauptstadt des gleichnamigen Distrikts im Südwesten des Landes, die Kinderklinik im Rugarama-Hospital. Das Krankenhaus ist eine kirchliche „Non-profit“-Einrichtung das heißt, es finanziert sich aus Spenden und kirchlichen Zuschüssen. Unter anderem stehen hier Inkubatoren für zu früh Geborene, die als Spende der Kirchengemeinde Habenhausen an das Hospital gingen.

Kabale liegt auf rund 1000 Metern Höhe, wo es nachts empfindlich kühl wird. Da Uganda große wirtschaftliche Probleme hat, ist selbst in Krankenhäusern in den größeren Städten die Stromversorgung nicht gesichert. Dann ist warme Kleidung für die Babys überlebensnotwendig. Doch Wiebke Claßen sah junge Mütter, die nach der Entbindung für ihre Babys überhaupt keine Bekleidung besaßen.

Um diesen Kindern zu helfen, erinnerte sie sich ihrer Strickkünste und begann, Mützen, Pullover und winzige Schuhe zu fertigen. Weil sie im Theater vor und zwischen den Auftritten oft Zeit hat, nahm sie ihr Strickzeug mit hinter die Bühne und begann, die Pausen strickend zu überbrücken. Auch ihre Schauspielerkolleginnen Antje K. Klattenhoff und Maren Rogge begeisterte sie für ihre Idee. Wohlgemerkt: Ihr Schaffen hindert sie nicht daran, dem Fortgang der Aufführung zu folgen. Ihren Auftritt verpasst sie nie.

Inzwischen spornen sich die Akteurinnen gegenseitig an. Allerdings häkelt Antje Klattenhoff lieber. „Ich habe gestern noch zwei Schühchen gestrickt“, berichtet Maren Rogge, die das Stricken für Uganda auch als Projekt an der Grundschule in Varel vorbereitet hat.

Geplant ist, dass im Rugarama-Hospital jede Mutter eine Garnitur für ihr Baby erhält. Dabei sind die Farben das kleinste Problem. Geschlechter-spezifisches Rosa und Blau wie in Deutschland ist dort unbekannt, bunte Kleidung ist bei den Müttern besonders beliebt.

Wiebke Claßen ist ihren Kolleginnen dankbar für die Unterstützung und würde sich freuen, wenn noch weitere Frauen Lust hätten, Bekleidung für Babys und Kinder im Alter bis zu fünf Jahren zu stricken, zu häkeln oder zu schneidern. „Hauptsache, es hält warm.“ Sie will die Kleidung gesammelt nach Uganda schicken. Wer an dieser Aktion teilnehmen möchte, kann Wiebke Claßen unter Ruf 0171/9927350 erreichen.

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