DRK Kleidershop in Kirchweyhe zieht nach drei Monaten Öffnung Bilanz

Wie eine Wundertüte

Ein rosafarbenes Abendkleid oder lieber eine rote Jacke? Die ehrenamtliche Helferin Elisabeth Müller (links) und DRK-Vorsitzende Ingrid Söfty bieten den Kunden im DRK Kleidershop in Kirchweyhe viel Auswahl an.
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Ein rosafarbenes Abendkleid oder lieber eine rote Jacke? Die ehrenamtliche Helferin Elisabeth Müller (links) und DRK-Vorsitzende Ingrid Söfty bieten den Kunden im DRK Kleidershop in Kirchweyhe viel Auswahl an.

Kirchweyhe – Ingrid Söfty und Elisabeth Müller sind zufrieden. Vor rund drei Monaten durfte der Kleidershop des Kirchweyher Ortsverbandes des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) am Drohmweg 37 wieder die Türen für seine Kunden öffnen.

Die DRK-Vorsitzende und die ehrenamtliche Helferin ziehen Bilanz: Es laufe gut und die Kunden würden sich an die Regeln halten. Die sehen wie folgt aus: Es dürfen sich maximal drei Kunden und drei Ehrenamtliche gleichzeitig in dem Geschäft aufhalten. Ohne Maske dürfe keiner in den Laden, betont Söfty. Zudem müssen sie sich die Hände desinfizieren. Dafür haben die ehrenamtlichen Helferinnen einen Tisch mit Desinfektionsmittel vor die Eingangstür gestellt. Die Kunden müssen sich ebenso an die Abstandsregelung halten.

Nachdem der Kleidershop wieder öffnen wurde, sei der Andrang „extrem“ gewesen. Sowohl von Leuten, die ihre Kleidung abgeben wollten als auch von Kunden. Müller erzählt: „Ende Mai bis Juni hatten wir ein Mordsaufkommen von Klamotten. Das war für alle Beteiligten hart an der Grenze.“ Sie begründet es damit, dass einige wegen Corona viel Zeit hatten und diese zum Aussortieren und Ordnungschaffen genutzt hätten. „Das ging etwa drei Wochen so. Danach wurde es wieder ruhiger“, sagt sie.

Von den Kunden bekämen sie viel Wertschätzung. „Die finden das Konzept gut und wissen zu schätzen, dass es uns gibt“, berichtet die DRK-Vorsitzende.

„Die Kunden waren froh, dass wieder geöffnet war und dass es überhaupt weiterging“, ergänzt Müller. Mittwochvormittags – außerhalb der Öffnungszeiten – sortieren die ehrenamtlichen Helferinnen die Kleidungsstücke. Das Hauptkriterium sei dabei die Qualität. „Wichtig ist, dass die Kleidung in die heutige Mode passen sollte und sie nicht zu alt sein darf. Die Kundschaft ist auch sehr modebewusst und weiß, was in ist“, erzählt Söfty. Leute, die ihren Kleiderschrank ausgemistet haben und einige Teile abgeben möchten, können diese dienstags und donnerstags von 14 bis 17 Uhr vorbeibringen. Vor der Tür des DRK Kleidershops stehen Körbe bereit, in die sie ihre Klamotten reinlegen können – bis auf Unterwäsche, betont die DRK-Vorsitzende. Müller sagt: „Jede Abgabe ist wie eine Wundertüte. Und das macht den Reiz aus.“ Über Spenden freuen sich die Damen immer.

Wie viele Kunden besuchen innerhalb der drei Stunden das Geschäft? „Das können 20 sein. Einige kaufen recht schnell ein. Andere lassen sich Zeit und suchen sich gezielt etwas aus“, erzählt Müller. „Manch andere wollen eigentlich nur stöbern, aber finden dann doch etwas“, so die beiden Frauen mit einem Lachen. Müller erinnert sich an ein lustiges Erlebnis: „Eine Kundin war nicht mehr hier rauszukriegen. Die hat gefragt: ,Könnt ihr mich nicht einschließen?‘“.

Und für die Kunden, auf deren Armen sich schon ein kleiner Kleiderhaufen türmt, gibt es in der linken Ecke des Flures eine Umkleidekabine. Beratungen bieten die ehrenamtlichen Helferinnen im Moment aber nicht an. „Weil man dann zu dicht wäre“, erklärt Söfty. Von Abendkleidern über Hosen, Jeans, Röcken bis hin zu Schuhen und T-Shirts in allen Größen ist etwas in dem 120 Quadratmeter großen Geschäft dabei. Darunter auch einige Markenartikel. Damen bekommen am Drohmweg aber nicht nur Kleidung, sondern auch Accessoires, Schmuck, Schals und Handtaschen.

Söfty lobt das Engagement der Ehrenamtlichen: „Da steckt viel Arbeit und Liebe drin. Ohne sie geht das nicht.“ Wer den Laden betritt, kann es sehen. Die Klamotten sind ordentlich auf Stangen aufgehängt oder liegen sauber gefaltet auf Regalen. Zudem sind sie nach Größen sortiert. Für Männer bietet der Shop Hemden, Hosen und Pullover an. Die Mode sei für jedermann, sagt Söfty. „Jeder kann kommen. Das Stichwort ist auch Nachhaltigkeit“, fügt Müller hinzu. Klamotten in allen Größen werden angeboten.

Das Alter der Kunden sei gemischt. „Es kommen Erwachsene oder Eltern mit ihren Teenies. Oder es kommt auch mal die Oma mit“, berichtet Söfty. Das teuerste Stück, ein Abendkleid, koste 14 Euro. „Für kleines Geld gibt es hier eine top Auswahl“, sagt Müller. Söfty fügt hinzu: „Etwas Geld müssen wir nehmen. Wir müssen auch die Miete zahlen.“ Die günstigsten Stücke gibt es aber schon für einen Euro.

Öffnungszeiten

Dienstags und donnerstags in der Zeit von 14 bis 17 Uhr

Von Lara Terrasi

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