Die wichtigste Trophäe im Weltfußball ist nur zum Gucken, nicht zum Anfassen

Högschde Vorfreude

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Vor dem DFB-Truck bildet sich eine lange Besucherschlange.

Weyhe - Von Andreas Hapke. Im Inneren des schwarzen und 184 PS starken Trucks sieht man die Hand vor Augen nicht. Dann eine bekannte Stimme: Bundestrainer Joachim Löw fordert die Besucher in dem langen Gang vor der Leinwand zu „högschder Konzentration“ auf. Es ist der Anfang eines Trailers mit Kommentatorenstimmen vom Finale der Fußball-Weltmeisterschaft 2014.

Das am Ende mehrfach beschrieene Tor von Mario Götze dient aber nur als Warm-up für das, weshalb sich die Menschen aus Weyhe und Umgebung gestern zur Zentralsportanlage aufgemacht haben. Sie wollen den WM-Pokal sehen, der im nächsten Raum des Lastwagens auf sie wartet. „Holt euch das Ding“, sagt Löw noch, bevor sich die Tür zum Heiligtum des Deutschen Fußballbunds (DFB) öffnet. Dort heißt das Motto zwar „Nur gucken, nicht anfassen“, da der DFB die Trophäe in einer Glasvitrine aufbewahrt. Doch das kann Familie Fritzsche aus Leeste verschmerzen. Sie ist nach ihrer „Ehrenrunde“ – so heißt die Aktion in bundesweit 63 Orten – hellauf begeistert. „Wahnsinn, ein Knaller“, sagt Andrea Fritzsche. „Mein Herz pocht immer noch. Ich hätte nur gedacht, der Pokal sei größer.“

„Diese Chance haben wir

so schnell nicht wieder“

Viele Besucher stehen schon deutlich vor dem Beginn der Veranstaltung vor dem Truck. Ihre Stimmung ist von högschder Vorfreude geprägt, so auch bei den Fritzsches. Die WM hätten sie natürlich verfolgt in jenem denkwürdigen Sommer 2014. „Mehr ging gar nicht. Die Nerven lagen blank“, erinnert sich Andrea Fritzsche. „Und jetzt bin ich wieder aufgeregt.“

Maximale Anspannung auch bei Stephan Riemer, der bei der Organisation vor Ort die Fäden in der Hand gehalten hat: „Mein Haare stehen ein wenig auf“, verrät er zum Auftakt der Veranstaltung. „Dem WM-Pokal so nahe zu sein wie die Nationalspieler: Diese Möglichkeit haben wir so schnell nicht wieder.“ Riemer erinnert an die „große Anstrengung“, die nötig gewesen sei, „um eine der begehrtesten Trophäen der Welt zu präsentieren“.

Weyhes Bürgermeister Andreas Bovenschulte ist „stolz, dass der heutige Tag hier stattfinden kann“. Der Verwaltungschef gehört zu der Gruppe von Ehrengästen, die den Pokal als Erste in Augenschein nehmen dürfen. Doch Ehrengast hin oder her: Niemand darf die Trophäe selbst fotografieren – zur großen Enttäuschung von SPD-Fraktionschef Frank Seidel, der das gerne mit seinem Handy getan hätte. Der DFB macht die Bilder von den Fans am Pokal selbst und stellt diese zum Herunterladen auf Fußball.de zur Verfügung.

Sicherheitskräfte und Betreuer der Ehrenrunde legen högschde Disziplin an den Tag. Ein Journalist wird sehr bestimmt darauf hingewiesen, dass seine Akkreditierung eigentlich keinen Presseausweis ersetze. Und die nette Dame am Ausgang der Ausstellung dürfen wir nicht namentlich mit der Information zitieren, dass der Truck auf dem Weg von Hinte bei Emden nach Hambergen im Landkreis Osterholz in Weyhe Station gemacht hat.

Auskünfte wie diese darf nur Marco Sforzin geben, Teamleiter Ehrenrunde beim DFB. Von ihm ist auch zu erfahren, dass „wir mit unserer Taktung maximal 2014 Menschen durch den Truck schleusen können“. Im Schnitt haben bislang 1600 bis 1700 Besucher die Ehrenrunde gedreht. Zwischenfälle im Pokalzimmer gab es laut Sforzin keine. „Eher außerhalb, wenn die Leute bei großer Hitze 60 bis 90 Minuten auf den Einlass warten mussten. Da hatten einige mit dem Kreislauf Probleme.“ Insofern stand einem störungsfreien Ablauf gestern Nachmittag nichts im Wege.

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