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Sascha Kirchner ist Weyhes neuer Marktmeister

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Von: Sigi Schritt

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Der Weyher Gewerbering hat drei Wochen vor dem Frühlingsmarkt Sascha Kirchner zum Marktmeister bestellt. Die erste Veranstaltung hat er hinter sich gebracht. Er denkt schon an die nächste.
Der Weyher Gewerbering hat drei Wochen vor dem Frühlingsmarkt Sascha Kirchner zum Marktmeister bestellt. Die erste Veranstaltung hat er hinter sich gebracht. Er denkt schon an die nächste. © Sigi Schritt

Weyhe – Der Weyher Gewerbering hat einen neuen Marktmeister: Sascha Kirchner. Er stand 25 Jahre an der Bar und ist seit 15 Jahren Unternehmer. In der Veranstaltungsbranche hat sich der 50-Jährige aus Lahausen mit seinem Bremer Cocktail-Shuttle einen Namen gemacht und hat nun Geschmack an seinem neuen Ehrenamt gefunden.

Mit der Organisation des Kirchweyher Frühlingsmarktes bestand er seine Feuertaufe. „Drei Wochen vor dem Markt habe ich das Amt übernommen“, so Kirchner. Er sei zufrieden mit seiner Arbeit, die ganz im Zeichen einer kurzen Vorbereitungszeit gestanden habe. Der Markt wurde auf ein Datum verschoben, mit dem die Beschicker nicht gerechnet hatten. „Ich hatte mir selbst gesagt, ich schaue, wer kommt.“ Sascha Kirchner will das Marktgeschehen in Kirchweyhe weiter entwickeln und schmiedet bereits reichlich Pläne für den Herbstmarkt des Weyher Gewerberings.

Den Platz vor dem Tedi-Areal will der Marktmeister zu einem Ort ausbauen, der für Kinder bestimmt ist. Die Premiere am Frühlingsmarkt mit einem Stand des Sportvereins TSV Weyhe-Lahausen ist geglückt. Der Verein konnte sein sportliches Angebot präsentieren – das sei gut angekommen. Ähnlich will es Kirchner für den Herbstmarkt halten. Von dem ansässigen Unternehmen hatte er im Vorfeld die Erlaubnis bekommen, den Platz nutzen zu dürfen. „Ich möchte mit der Marktmeile Bahnhofstraße eine Verbindung zwischen der Kleinen Heide und dem Marktplatz ziehen“, so Kirchner. So hätten die Besucher zwei Magnete an den Enden der Bummelmeile. Die Hüpfburg und die DLRG auf dem Vorplatz der Sparkasse hätten sich ebenso bewährt. Ob der Parkplatz der Sparkasse ins Geschehen miteinbezogen werden sollte, müsse man sehen. Dort könnten Flohmarkt-Beschicker ihre Sachen verkaufen, aber nach seinen Vorstellungen sollen sie zunächst woanders untergebracht werden.

Flohmarkt: Kinder und Erwachsene sollen verkaufen dürfen

Die Bahnhofstraße ist lang: Um den freien Raum zwischen den Beschickern zu füllen, könnten Weyher im Rahmen eines Flohmarktes Haushaltsgegenstände verkaufen. Dass Kinder jederzeit ihre Spielzeuge verkaufen dürfen, gilt seit vielen Jahren. Der Frühlingsmarkt hat gezeigt, dass diesmal nur wenige Kinder die Chance wahrgenommen haben, ihr Taschengeld aufzubessern. „Möglicherweise müssen wir Flyer drucken lassen, um sie unter den Schülern zu verteilen“, so Kirchner.

„Ab dem Herbstmarkt sollten auch Erwachsene Flohmarktartikel verkaufen dürfen“, findet er. Wer seine Wohnung in den kommenden Wochen und Monaten aufräumt, könnte also jetzt schon ganz entspannt schauen, ob sich etwas finden lässt, was er verkaufen möchte, so Kirchner.

Beleben möchte Kirchner auch die Parkplatztaschen am Verbindungsweg zwischen Bahnhofstraße und Marktplatz. Dort könnten sich Einsatzkräfte wie die Feuerwehr präsentieren, schlägt er vor. Weiterhin möchte Sascha Kirchner jene Geschäftsleute des Gewerberings stärker in das Marktgeschehen einbinden, die kein Ladenlokal an der Bahnhofstraße haben. „Die möchte ich ansprechen, damit sie sich präsentieren.“

Das sind vorerst einige seiner vielen Ideen, die er noch in ein Konzept gießen möchte, was er dem WG-Vorstand nach den Sommerferien vorlegt. „Mir liegt das Planen und Organisieren“, sagt Sascha Kirchner. Für ihn seien diese Tätigkeiten mehr Spaß als Arbeit. Und seinen Weg in die Veranstaltungs- und Gastrobranche fand er vor einem Vierteljahrhundert – als Quereinsteiger. In vielen Seminaren und Schulungen habe er profundes Wissen erlangt, sagt er.

Dass er in der Veranstaltungbranche landet, war nicht sofort klar.

Sascha Kirchner, 1971 geboren, wächst zunächst in Hamburg, ab Mitte der 1980er-Jahre in Bremen auf. Nach der Schule verpflichtete er sich bei der Bundeswehr und absolvierte eine Ausbildung im Spedtionsgewerbe.

Seit seinem 20. Lebensjahr habe er stets nebenbei im Gastro-Gewerbe gejobbt. Schließlich wurde er Leiter eines Griechischen Restaurants in Delmenhorst, und als Quereinsteiger stand er schon hinter so mancher Bartheke: Lemon Bar, Daisy’s Diner, Feuerwache, Weserhaus und weitere Namen schmücken seinen Lebenslauf. Er habe dort auch sehr viel für seinen späteren Betrieb gelernt.

Quereinsteiger mit langähriger Bartender-Erfahrung

Er verfolge auch regelmäßig Seminare der Deutschen Bartender Union oder besuche die Barschule in Rostock. Von diesem Wissen profitiere sein Weyher Unternehmen: Vor zehn Jahren habe er die Idee von einer rollenden Bar gehabt. „Ich bringe frisch gemixte Getränke an die Tür, wenn die Bestellung mindestens zwei Getränke umfasst.“

Seine Idee sei erfolgreich eingeschlagen, sagt er. Ob Freundesclique, Geburtstag, Firmenevent oder Hochzeiten. „Das Cocktail-Shuttle ist das Highlight des Abends“, so Kirchner. Man fährt hin, macht eine Wagenklappe auf, und jeder bekommt ein Getränk. Dann fährt man wieder. Die meisten Kunden wünschen sich Eigenkreationen. Kein Wunder: Sascha Kirchner brennt für leckere Cocktails und entwickelt eigene Rezepte. 2019 sei er sogar bei einem entsprechenden Wettbewerb Vize-Meister in Niedersachsen geworden.

Mittlerweile bietet der Familienvater und Handballtrainer Mixkurse für Kinder an. Es geht dabei nicht um Alkohol, sondern um die Erkenntnis, wie man mit frischen Zutaten umgeht. Er ist sich zudem sicher: „Kinder, die einen Shaker in die Hand nehmen, schulen ihre Feinmotorik.“

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