Amtsgericht Syke eröffnet Verfahren / 150 Mitarbeiter betroffen: Gehälter und Löhne für drei Monate gesichert

Weyher Ventilatoren-Hersteller: Insolvenz in Eigenregie

Im hinteren Gebäude ist die Firma Mdexx untergebracht. Archiv
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Im hinteren Gebäude ist die Firma Mdexx untergebracht. Archiv

Weyhe – Das Dreyer Unternehmen Mdexx hat beim Amtsgericht in Syke einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Mdexx beschäftigt sich mit der Entwicklung, Herstellung und dem Vertrieb von Wickelgütern und Ventilatoren.

Das Gericht hat diesen Antrag laut einer Unternehmensmitteilung genehmigt und damit den Weg frei gemacht, dass sich die Firma in Eigenregie unter Insolvenzschutz neu aufstellen kann. Durch die jetzt vorliegende gerichtliche Anordnung verbleibt die Leitung der Gesellschaft weiterhin in den Händen der Geschäftsführung.

Die Firma teilt mit, dass die Löhne und Gehälter für die insgesamt rund 150 Mitarbeiter für drei Monate durch das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit gesichert seien. Die Schwester- und Tochtergesellschaften im In- und Ausland seien „von dem Eigenverwaltungsverfahren unmittelbar nicht betroffen. Sie sind finanziell unabhängig aufgestellt und führen ihre Geschäfte unverändert fort“, teilt das Unternehmen mit.

„Nach turbulenten Jahren und mehrfachen Eigentümerwechseln haben wir im Jahr 2019 damit begonnen, Mdexx zu restrukturieren und im Zuge dessen erste sehr gute Ergebnisse erzielen können“, sagt Bernd Schröder, Vorsitzender der Geschäftsführung der Mdexx- GmbH.

Aber, so Schröder weiter: „Die Corona-Krise hatte bereits stark an unserer Substanz gezerrt und die Umsetzung geplanter Optimierungsmaßnahmen behindert. Letztlich hat die aktuelle Verdreifachung von Material- und Transportkosten in sehr kurzem Zeitraum zusätzlich unsere Perspektive getrübt, sodass wir uns aktiv entschieden haben, diesen Weg zu gehen.“ Das Unternehmen Mdexx nutze die seit 2012 geltenden gesetzlichen Möglichkeiten, „die zur Restrukturierung und Sanierung erforderlichen Maßnahmen gezielt eigenverantwortlich zu erarbeiten und kurzfristig umzusetzen“.

Die Geschäftsführung des Weyher Betriebs setzt auf die Unterstützung durch die RSP- Beratungsgesellschaft und dabei speziell auf den promovierten Rechtsanwalt Stefan Weniger. Dies sei der Komplexität und der betriebswirtschaftlichen sowie rechtlichen Herausforderungen der Restrukturierung im Rahmen der Eigenverwaltung geschuldet. „Die Eigenverwaltung ist der richtige Weg für Mdexx, um den langfristigen Fortbestand im Interesse von Mitarbeitern, Lieferanten, Kunden sowie Gläubigern sicherzustellen“, erklärt Weniger. Er habe in den vergangenen Jahren zusammen mit seinem Team bereits eine Vielzahl von Unternehmen bei Eigenverwaltungen begleitet.

Bei ihrem Vorhaben wird Mdexx auch durch den gerichtlich bestellten vorläufigen Sachwalter Rechtsanwalt Gerrit Hölzle von der Kanzlei Görg begleitet. Wie vom Gesetzgeber vorgesehen, ist es seine Aufgabe, das Unternehmen während des gesamten Prozesses zu überwachen und Gläubigerinteressen zu wahren.

Der Geschäftsbetrieb der Mdexx GmbH werde uneingeschränkt fortgeführt. „Alle Kunden werden wir weiterhin in vollem Umfang und in gewohnter Qualität beliefern, so wie man es von uns gewohnt ist“, betont Geschäftsführer Schröder. sie/ps

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