Lustig, traurig und emotional

„Supergute Tage“ feiert am 6. Oktober Premiere im Weyher Theater

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Patrick Michel (hier mit Heidi Jürgens), Neuverpflichtung am Weyher Theater, spielt die Hauptrolle in „Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone“. Das Stück feiert am Freitag Premiere.

Weyhe - „Ich sage immer die Wahrheit.“ Darauf beharrt Christopher Boone, der Junge, der fünfzehn Jahre, drei Monate und zwei Tage alt ist, als man ihn verdächtigt, den Hund seiner Nachbarin mit der Mistgabel umgebracht zu haben. Christopher ist intelligent: Er kennt alle Länder der Welt und deren Hauptstädte sowie alle Primzahlen bis 7507.

„Ich bin der Erste auf der Förderschule, der einen Abschluss macht.“ Denn Christopher ist ein Junge mit autistischen Zügen. Und die lassen ihn die Welt auf eine ganz besondere Art und Weise sehen. Wie genau, das erfahren die Gäste des Weyher Theaters in Kürze. Denn am 6. Oktober feiert das neue Stück „Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone“ seine Premiere.

Entdeckt haben Frank Pinkus und Kay Kruppa es in London. „Dort ist es fünf Jahre lang gelaufen“, berichtet Dramaturg Pinkus. „Das ist ein wahnsinnig tolles Stück“, schwärmt er. „Es ist lustig, traurig und sehr emotional.“ In der Tat: Patrick Michel, der Neuzugang am Weyher Theater, agiert in der Hauptrolle als Christopher und versteht es aufs Beste, den Charakter und die Gefühlswelt des 15-Jährigen zum Leben zu erwecken – und das sogar ohne all das, was ein Theaterstück normalerweise rund macht. Denn auf der Probenbühne im Weyher Theater gibt es kaum Requisiten, kein Bühnenbild und keine Licht-Spots, sondern nur die Szenen-Musik.

Die Konzentration des Ensembles liegt spürbar in der Luft, Dramaturg Frank Pinkus, Intendant Kay Kruppa, Regieassistent Marc Gelhart und die anderen Anwesenden der Theatermannschaft lesen den Text mit und machen sich mitunter Notizen. Texthänger gibt es nahezu keine. Ganz besonders Patrick Michel, der immer auf der Bühne steht, hat einen hohen Textanteil. Und beherrscht diesen aus dem Effeff. „Bei so einer Hauptrolle kann man nicht improvisieren“, weiß der Protagonist.

„Christopher lebt in seiner eigenen Welt“

„Deine Mutter ist gestorben. Sie hatte einen Herzinfarkt“, erklärt Christophers Vater mit betroffener Miene. „Was für einen?“, will Christopher mit sachlich-ernstem Ton wissen. Nicht der Tod der Mutter, sondern der des Nachbarhundes aber ist es, der die fest gefügte Welt des 15-Jährigen letztlich aus den Angeln hebt. „Ich stelle Nachforschungen an“, sagt er seiner Nachbarin. Und kommt nach und nach einem ganz anderen Geheimnis auf die Spur …

„Christopher lebt in seiner eigenen Welt, die er anders wahrnimmt als wir. Und er stellt sie auf höchstkomische und kluge Weise infrage“, bringt Frank Pinkus den Reiz des Stücks auf den Punkt. „Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone“ fordert aber auch die Technik: „Wir arbeiten in den rund 70 Szenen viel mit Ton und Technik“, erläutert Pinkus. Denn die Stoffwände auf der Bühne werden von hinten verschiedenartig beleuchtet. „Das ist unser technisch aufwendigstes Stück“, sagt der Dramaturg. Mehrere Schauspieler schlüpfen zudem in unterschiedliche Rollen, sind mal Polizist, mal Nachbar oder Pastor.

Insgesamt eine echte Herausforderung, die die Akteure aber – und das ist schon bei den Proben offenkundig – mit großer Konzentration, zugleich aber auch mit ungeheurer Spielfreude meistern. „Wir sind davon überzeugt, dass die Leute nach der Premiere sagen werden: ‚Das müsst ihr euch angucken.‘“, ist Frank Pinkus sicher, dass „Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone“ eine große Fan-Schar finden wird. 

ine

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