Weyher Theater feiert mit „Singles“ starke Uraufführung

Erotische Nutzflächen und knallende Reitgerten

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Mit „Singles“ schließt das Ensemble den Kreis zu „Männerparadies“.

Weyhe - Von Regine Suling. Das Leben als Single könnte so einfach sein. Eigentlich. Betsy sieht Männer nur als „erotische Nutzflächen“ an, Mona gibt sich lieber der Lektüre von William Shakespeares Werken hin, und Sally träumt davon, dass ihr Freund Gerd ihr einen Ehering ansteckt. Doch in die Mädels-Wohngemeinschaft zieht mit Sallys schwulem Bruder Teddy nicht nur der erste Mann, sondern auch jede Menge Trubel ein. Was dazu führt, dass das Stück „Singles“ am Weyher Theater nach zwei Stunden mit zwei Pärchen und einem Baby auf der Bühne endet.

Keine Frage: Mit der Uraufführung von „Singles“ hat das Ensemble am Freitagabend eine überaus kurzweilige, launige und amüsante Premiere auf die Bretter gelegt. Der eigens für das Weyher Theater von Hausdramaturg Frank Pinkus geschriebene Gegenpol zum Männer-WG-Stück „Männerparadies“ am Anfang der Saison kann sich sehen lassen: Die Zuschauer tauchen innerhalb kürzester Zeit in das Leben der Frauen-WG ein.

„Wir haben ja auch so viel gemeinsam“, raunt Teddy, als er mit seinem pinkfarbenen Rollkoffer bei den Damen einzieht. „Ich bin auch Single, und ich steh‘ auf Männer“, flötet Teddy, der überzeugend von Hermes Schmid in Szene gesetzt wird. Er hat es auf Fernsehtechniker Stefan (Simon Kase) abgesehen, der indes eine ganz andere Mitbewohnerin der WG für sich auserkoren hat – Sally (Antonia Hartwich).

Die jedoch fährt ganz und gar auf Gerd (Marco Linke) ab, der in seiner Superman-Unterhose durch die Wohnung fegt, sich immerzu auf die Brust klopft und vor lauter Manneskraft kaum laufen kann. Bis er seiner Sally einen Blumenstrauß mitbringt. Die Auserwählte denkt gleich voller Euphorie an den offensichtlich bevorstehenden Gang zum Traualtar. Aber: „Ich will, dass du mich in guter Erinnerung behältst. Ich verabschiede mich, weil ich heiraten will. Aber nicht dich“, erwidert Gerd stattdessen cool. Das tut er nicht ungestraft: „Wir könnten ihn vielleicht kastrieren“, ist sich die Vierer-WG einig, wetzt das Messer und lässt die Reitgerte knallen. Gerd kommt zunächst ungeschoren davon.

Derweil rät die mannstolle Betsy (Martina Leiding) der belesenen und schüchternen Mona (Nathalie Bretschneider): „Gönn‘ dir dann einen Mann, wenn du einen brauchst.“ Ganz genau so, wie sie es tut. Zum Beispiel mit ihrem Arbeitskollegen Mike (Marc Gelhart). Der ist einigermaßen entsetzt, als sie ihn abschleppt, aufs Sofa wirft und ihm freundlich droht: „Ohne ein bisschen Matratzensport kommst du hier nicht weg.“

Das Ensemble liefert die perfekte Möglichkeit zum Schmunzeln und Lachen, die für eine Komödie üblichen Irrungen und Wirrungen inklusive. Hinzu kommen eine Prise Action und jede Menge Wortwitz. Und ein Happy-End gibt es natürlich auch.

• Das Stück läuft noch bis zum 28. Juni. Die Vorstellung für Leser der Kreiszeitung geht am Donnerstag, 25. Juni, um 20 Uhr über die Bühne. Tickets gibt es in allen Geschäftsstellen der Mediengruppe Kreiszeitung.

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