Ein Weihnachtsmärchen vor bezaubernder Kulisse

Weyher Theater begeistert Kinder mit dem Klassiker „Der Räuber Hotzenplotz“

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Die Charaktere Kasperl und Seppel ziehen die Kinder schnell in ihren Bann. 

Weyhe - Von Regine Suling. „Ich suche meinen Freund, den Seppel“, rief Kasperl. Und alle Kinder im Saal des Weyher Theaters halfen mit: „Seppel!“, schallte es aus vielen Kehlen – und der vielfach Gerufene kam schließlich auf die Bühne. Nur, um sich wenig später mit seinem Freund Kasperl auf die Suche nach der neuen Kaffeemühle zu machen, die sie der Großmutter (Lisette Groot) geschenkt hatten – und die sich der Räuber Hotzenplotz auf seinem Beutezug unter den Nagel gerissen hatte.

Mit dem Räuber Hotzenplotz bringt das Weyher Theater in diesem Jahr den Märchenklassiker aus der Feder von Otfried Preußler auf die Bühne. Eine gute Entscheidung: Das Stück kam beim überwiegend jungen Premieren-Publikum am Donnerstagnachmittag bestens an, die Kinder machten mit, brachten die richtigen Zwischenrufe zur richtigen Zeit, ohne dabei das Stück zu stören, und schlugen sich schnell auf die Seite von Kasperl und Seppel. Beide übrigens perfekt in Szene gesetzt von Nathalie Bretschneider und Patrick Michel.

Marc Gelhart schlüpfte in die Rolle des Räubers, Hermes Schmid wiederum nahm eine Doppelrolle ein: Er spielte abwechselnd den Wachtmeister Dimpflmoser und den gefährlichen Zauberer Petrosilius Zwackelmann, in dessen Schloss Kasperl landet, nachdem der Räuber Hotzenplotz ihn und Seppel gefangen hat. Eigentlich wollten sie ihm eine Falle stellen, doch dann erwischte es sie. So muss Seppel für den Räuber arbeiten und Kasperl für den bösen Zauberer.

Traumhaft dabei das Bühnenbild: Von der Waldszenerie werden die Zuschauer in ein Schloss versetzt, mit blinkenden Fackeln an den Wänden und einem Zauberspiegel, auf dem Kasperl sieht, wie sein Freund Seppel beim Räuber Hotzenplotz schuften muss. Außerdem gibt es in dem Schloss eine Treppe, die in einen tiefen Keller führt, in dem eine sprechende Unke lebt – eine Fee nämlich, die vom gefährlichen Zwackelmann verzaubert worden ist. Kasperl gelingt es schließlich, den Zauber zu brechen. So verwandelt er sie zurück in die Fee Amaryllis (Sarah Kluge), die tatsächlich so schön wie eine Blume gewandet ist.

Ein großes Kompliment für Hermes Schmid: Er hat nicht nur mit Lisa Kück zusammen für das mehr als gelungene Bühnenbild gesorgt, sondern auch das Stück inszeniert und zudem zwei Rollen überzeugend gespielt.

Dass am Ende das Gute gegen das Böse siegt, überzeugte die Kinder: Die Fee Amaryllis zaubert den bösen Petrosilius Zwackelmann weg, so dass nur noch seine Kleider übrig sind. Und der Räuber Hotzenplotz sitzt, in einen Gimpel verwandelt, in einem Vogelkäfig und wird erst wieder zurückgezaubert, als der Wachtmeister Dimpflmoser ihn in Gewahrsam nehmen kann: Die Gefahren sind gebannt, die Zuschauer erleichtert und zufrieden mit dem Ausgang der märchenhaften Komödie.

Sechs Akteure, die ihre Rollen bis Heiligabend bis zu dreimal täglich mit Leidenschaft spielen werden, ein grandioses Bühnenbild und ein Publikum, das Spaß daran hat, sich verzaubern zu lassen: Genau das sind die Ingredienzen für ein kurzweiliges und schönes Weihnachtsmärchen, wie es der Räuber Hotzenplotz ist. Ein Stück, das viele Kinder sicher noch lange danach bewegte – und bis Heiligabend noch viele Menschen begeistern wird.

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