René Lancker neuer Rotary-Präsident

„Wir setzen da an, wo Hilfe nötig ist“

Der Weyher Rechtsanwalt René Lancker. - Foto: Schritt

Weyhe - Von Sigi Schritt. " Das Pensum, das sich René Lancker aus Weyhe als neuer Präsident des Syker Rotary-Clubs gesteckt hat, ist immens. In seinem Amtsjahr will der 42-Jährige nicht nur die zahlreichen regionalen, nationalen und internationalen Projekte und Beteiligungen des Clubs fortführen, sondern auch eigene Akzente setzen.

„Wir sind kein Netzwerk, um uns Posten zuzuschieben, sondern wollen etwas bewegen“, stellt Lancker klar. Er möchte die Zusammenarbeit mit der Jugendorganisation in der Rotary-Bewegung, Rotaract, verbessern und für einen geschmeidigeren Club-Übergang werben, wenn die Mitglieder eine Altersgrenze überschritten haben. Ein Anliegen sei es ihm, nicht nur neue Mitglieder, besonders aus dem Kreise der Handwerkerschaft zu gewinnen, sondern einen internen Dienst für die älteren Mitglieder anzubieten, die durch Krankheit nicht mehr an den regelmäßigen Clubtreffen teilnehmen können. Für den 20. August hat er eine Überraschungswanderung mit verschiedenen Stationen in Syke organisiert, die mit einer Cocktailparty im Restaurant Maximilian in Syke endet.

Der Fachanwalt für Strafrecht hat seit Monatsanfang den Mediziner Norbert Grieb an der Spitze des 68 Mitglieder umfassenden Clubs abgelöst, die in der Wesergemeinde, in Stuhr, Bassum, Twistringen und Bruchhausen-Vilsen wohnen. Der Syker Club ist einer von mehr als 1000 in Deutschland (Gesamtmitgliederzahl: rund 53.000). Weltweit gibt es 1,2 Millionen Mitglieder in mehr als 200 Ländern. Ein langfristiges Ziel ist es, mit der globalen Polio-Initiative in Verbindung mit der Bill-Gates-Foundation die Kinderlähmung weltweit auszurotten.

„Wir setzen da an, wo Hilfe nötig ist“, sagt Lancker. Der 42-Jährige erklärt, wofür er selbst und Rotary stehen: „Wir möchten unseren Beitrag dazu leisten, damit es Schwächeren besser geht.“ Den Mitgliedern gehe es nicht darum, öffentliche Anerkennung zu bekommen, sondern etwas besser zu machen. So setzen die Rotary-Mitglieder aus dem Nordkreis ein Projekt fort, das die Mediziner Norbert Grieb und Uli Kuhlmann in Eritrea (Afrika) betreut haben.

Lancker berichtet von dem einzigen Kinderkrankenhaus im Land, bei dem beispielsweise ein Herzchirurgen-Team nur mit Taschenlampe und der auf Handbetrieb umgestellten Herz-Lungenmaschine ein auf dem OP-Tisch liegendes Kleinkind retten können. „Man weiß dort nie, wann der Strom da ist, und wann er aufhört.“ Deshalb hat Rotary für den OP-Bereich eine Photovoltaikanlage finanziert. Diese Anlage reicht aber nicht aus, um das ganze Gebäude mit Elektrizität zu versorgen, deshalb soll die Anlage mit der Hilfe der Rotarier erweitert werden.

Ein weiteres Hilfsprojekt, das die Rotary-Mitglieder aus der Region betreuen, ist in Ungarn. Dort gibt es laut Lancker eine Grundschule, in der 30 bis 40 Prozent aller Schüler ein angeborenes Handicap haben. „Wir finanzieren ein komplexes Instruktionsprogramm, damit dort so etwas wie Inklusion möglich ist.“

Es ist die enorme Mühe wert, den Jugendaustausch zu fördern und zu pflegen, sagt der Jurist. Er dankt Zanete Möhlmann, die sich sehr engagiert hat und ihn jetzt distriktweit also auch für andere Clubs bis zur Nordsee betreut. Allein der Rotary-Club Syke entsendet jährlich vier junge Menschen in die Welt beispielsweise nach Taiwan und Brasilien. Umgekehrt kommen vier Jugendliche in die Region. „Wir pflegen gute Kontakte zum Gymnasium Syke, zur KGS Kirchweyhe und KGS Leeste. Aus diesen Reihen erhalten wir beispielsweise Bewerbungen für Schüleraustausche.“

Weiterhin beteiligt sich der Syker Club an einem Freundschaftsaustausch mit dem Club of Innsbrook Richmond in Virginia (USA). „Dort gibt es 130 Mitglieder, die alle im Berufsleben stehen, sehr idealistisch denken und viele Projekte stemmen. Wir treffen uns regelmäßig in den USA oder bei uns in Deutschland.“

Die Idee der Amerikaner, sogenannte Morgenmeetings zu veranstalten, will der Weyher für seinen Club aufgreifen. Außerdem will der Club Innovationen aufspüren. „Das kann also eine Firma sein, die innovative Produkte entwickelt und kann auch Projekte in der Forstwirtschaft oder in der katholischen Kirche einschließen“, sagt der Protestant.

Mehr zum Thema:

Sommerwetter in Deutschland: Ansturm auf Freibäder und Seen

Sommerwetter in Deutschland: Ansturm auf Freibäder und Seen

Wie Jäger mit Drohnen Rehkitze vor dem sicheren Tod retten

Wie Jäger mit Drohnen Rehkitze vor dem sicheren Tod retten

Udo Lindenberg in der Bremer Stadthalle

Udo Lindenberg in der Bremer Stadthalle

Abgeordnete dürfen deutsche Soldaten in Konya besuchen

Abgeordnete dürfen deutsche Soldaten in Konya besuchen

Meistgelesene Artikel

Landarztpraxis in Twistringen droht die Insolvenz

Landarztpraxis in Twistringen droht die Insolvenz

Sportpark-Feuer: Jugendstrafen mit Bewährung 

Sportpark-Feuer: Jugendstrafen mit Bewährung 

Freistatt feiert Jahresfest – und 150 Jahre Bethel

Freistatt feiert Jahresfest – und 150 Jahre Bethel

In Seckenhausen endet die Ära der Friseurfamilie Weingartz

In Seckenhausen endet die Ära der Friseurfamilie Weingartz

Kommentare